Statue Pferd, römische Skulptur Replik aus Alabastergips
Kurz erklärt
Diese Replik bildet ein gallo-römisches Tonpferdchen aus dem südlichen Töpfereibezirk von Augusta Treverorum nach, das im Rheinischen Landesmuseum Trier unter Inv. GF 501a verwahrt wird. Das Vorbild stammt aus dem Ende des 2. bis Anfang des 3. Jahrhunderts n. Chr. und gehört in den Funktionskreis zwischen Kinderspielzeug und Grabbeigabe. Die Replik aus Alabastergips ist patiniert, 9,5 cm lang und 8 cm hoch.
Römisches Pferd auf einen Blick
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Authentizitätsgrad: Historische Replik (Stufe 2). Form, Proportion und Patina folgen einem konkreten Trierer Fund; Material weicht ab (Original Ton, Replik Alabastergips).
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Material: fein gemahlener Alabastergips, hart durchgetrocknet, von Hand patiniert. Alabastergips wird auch in der Denkmalpflege eingesetzt und ist nicht vergleichbar mit Baugips.
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Maße und Gewicht: Länge 9,5 cm, Höhe 8 cm, Breite 3 cm; 130 g.
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Datierung des Vorbildes: Ende 2. bis Anfang 3. Jahrhundert n. Chr., severische Phase der Trierer Töpferproduktion.
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Bekanntestes Vorbild: Tonpferdchen aus dem südlichen Töpfereibezirk Trier zwischen Hohenzollernstraße und Sankt Matthias, dem größten antiken Töpfereiareal nördlich der Alpen.
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Antike Quelle: Horaz, Satiren 2.3.247 bis 249, schildert kindliches Spiel im republikanisch-augusteischen Rom mit dem Reiten auf langem Stecken (equitare in harundine longa).
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Passende Sammlungsausrichtung: Themensammlung Provinzialarchäologie Trier, römisches Alltagsleben, Spielzeug- und Bestattungskultur der Nordwestprovinzen 2. bis 3. Jh. n. Chr.
Was zeigt die römische Pferdestatuette aus dem Trierer Töpferbezirk?
Die Vorlage ist ein gallo-römisches Tonpferdchen aus dem südlichen Töpfereibezirk von Augusta Treverorum, dem heutigen Trier, aufbewahrt im Rheinischen Landesmuseum Trier unter Inv. GF 501a. Stilistisch reiht sich das Stück in die Gruppe der freistehenden Pferdefiguren des 2. und 3. Jahrhunderts ein, die typologisch dem Type I bei Sandrine Talvas (2007) entsprechen: schlanker Körper, weich modellierte Mähne, vier kompakte Standbeine, kein Reiter.
Fundkontext: südlicher Töpfereibezirk Augusta Treverorum
Zwischen Hohenzollernstraße und Sankt Matthias erstreckte sich ab dem 1. Jahrhundert n. Chr. eines der größten Industriegebiete der antiken Welt nördlich der Alpen. Der Bezirk produzierte zunächst belgische Ware, ab dem 2. Jahrhundert auch Terra Sigillata, gefirnisste Becher und figürliche Tonware. Dass dort auch Tierfiguren entstanden, ist über Halbfabrikate und Modelfunde belegt. Der ältere Forschungsstand wird von Siegfried Loeschcke in der Trierer Zeitschrift Bd. 1, 1926 dokumentiert. Die Datenbank der Kulturgüter in der Region Trier fasst Ausdehnung und Chronologie des Areals zusammen.
Funktion zwischen Spielzeug und Grabbeigabe
Tonpferdchen treten in den Nordwestprovinzen sowohl in Siedlungskontexten als auch in Gräbern auf. Im Treverer-Gebiet zeigt die Auswertung der Nekropole Cutry durch Talvas, dass Tierfiguren überproportional in Kindergräbern liegen, seltener in Frauenbestattungen. Die ältere populäre Lesart, das Pferd sei einfach „das Lieblingsspielzeug" gewesen, greift zu kurz: Antoine Liéger und nach ihm Talvas argumentieren, dass die Beigabe von Tierfigurinen einen apotropäischen, also schutzgewährenden Charakter hatte und nicht allein einen profanen. Die Beigabe in Frauen- und Kindergräbern stand im Trauerritual für ein Hab und Gut, das die verstorbene Person ins Jenseits begleiten sollte. Wer das Pferdchen heute als reines „Kinderspielzeug" liest, verkürzt ein religiös-rituell vielschichtiges Objekt auf seine spielerische Oberfläche.
- Maße der Replik: 9,5 cm × 8 cm × 3 cm, 130 g.
- Material Original: gebrannter Ton aus Trierer Werkstätten.
- Datierung Vorbild: Ende 2. bis Anfang 3. Jh. n. Chr.
- Aufbewahrung: Rheinisches Landesmuseum Trier, Inv. GF 501a (Sammlung Gesellschaft für Nützliche Forschungen).
Wie unterscheiden sich gallo-römische Tonpferdchen?
| Typ |
Datierung |
Merkmale |
Fundregion |
Passende Sammlungsausrichtung |
| Trierer Pferdchen, freistehend (Vorlage GF 501a) |
Ende 2. bis Anfang 3. Jh. n. Chr. |
schlanker Körper, weiche Mähne, kein Reiter, Tonware |
südlicher Töpferbezirk Trier |
Provinzialarchäologie Trier, Alltagskultur |
| Tonpferdchen Cutry (Treverer-Gebiet) |
2. Jh. n. Chr. |
weißer Ton, lange schlanke Glieder, Mähne weich |
Nekropole Cutry, Lothringen |
Bestattungskultur Treverer |
| Tonpferdchen Allier (Mittelgallien) |
Mitte 1. bis Mitte 3. Jh. n. Chr. |
weißer Pfeifenton, Modelware in Massenproduktion |
Töpferzentren Allier (Yzeure, Toulon-sur-Allier) |
mittelgallische Werkstattgruppen |
| Reiter mit Pferd (Epona-Bezug) |
2. bis 3. Jh. n. Chr. |
Pferd mit Reiterin, Lararien-Kontext |
Gallia Belgica, Rhein-Mosel-Raum |
Religion, Lararien-Sammlung |
| Tonrasseln mit Tierköpfen (frühkaiserzeitlich) |
1. Jh. n. Chr. |
Hohlkörper, akustische Funktion, gehörnte Tierköpfe |
Bonn, Remagen, Linker Rhein |
religiöse Vorgängerformen |
Römisches Pferd in Schule, Museum, Reenactment und Sammlung einsetzen
Die Replik ist mit 130 g und gut handlicher Größe ein typisches Vermittlungsobjekt: greifbar, herumreichbar, formstabil unter Erwachsenenführung. Was ein Foto oder eine PowerPoint-Folie nicht leistet, leistet sie in Sekunden: das tatsächliche Maßgefühl eines römischen Spielzeug- und Grabobjekts in der Hand der Lernenden.
Passende Darstellungsart: Augusta Treverorum, severische Phase, Ende 2. bis Anfang 3. Jh. n. Chr. | Einsatzbereich: aktive Vermittlungssituationen mit Erwachsenenaufsicht, Hands-on-Stationen, Lararium-Aufbau; nicht für unbeaufsichtigtes Kinderspiel und nicht für Boden- oder Sturzkontakt geeignet | Eigenschaften für aktiven Einsatz: handlich, herumreichbar, oberflächlich druckempfindlich, in einer Schul- oder Führungsstunde bei kontrollierter Rotation problemlos einsetzbar.
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Schule (Sek I/II, Latein, Geschichte, Religion): Lehrkraft baut eine Stationenarbeit zum römischen Alltag auf und greift zum Pferdchen als Hands-on-Beleg für die Doppelfunktion Spielzeug und Grabbeigabe; im Lateinunterricht passt der Anschluss an Horaz, Satiren 2.3.247 bis 249 (equitare in harundine longa) als Quellenarbeit über kindliches Spiel.
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Museumspädagogik und Führungen: Vermittlungsperson rotiert das Stück in der Familienführung oder im Kindergeburtstagsformat zum Thema „Augusta Treverorum"; Kinder dürfen anfassen, ohne dass das antike Original aus der Vitrine genommen werden muss, was Bronze- und Tonoriginale vor Verschleiß schützt.
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Reenactment und Living History: Eine Familien- oder Insula-Darstellung integriert die Figur in den Lararium-Aufbau oder in eine Kinderspiel-Szene auf dem Römerfest; das Stück hält Standpräsentation auf einer Holzplatte aus, geht aber bei Sturz auf Stein zu Bruch.
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Privatsammler und Geschichtsinteressierte: Wer eine Themenecke „Trier und die Treverer" oder „Spielzeug und Bestattung in den Nordwestprovinzen" baut, verankert die Figur als Anker neben Münzen und Schreibgerät; als Geschenk passt sie an Latein-Lehrkräfte, Geschichtsvereins-Mitglieder und Patenkinder mit Antike-Bezug.
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Bekannte Schwächen der Rekonstruktion: Das Original ist gebrannter Ton, die Replik ist Alabastergips. Damit weicht das Material vom antiken Vorbild ab; auch das Brennverfahren entfällt. Form, Proportion und Patina folgen dem Trierer Fund treu, die Materialhärte und das Klangverhalten unterscheiden sich. Wer materialecht arbeitet, sollte das offen kommunizieren.
Welcher Einsatz passt zu welcher Gruppe?
- Eine Lehrkraft setzt das Pferdchen in einer 45-Minuten-Stunde an einer Quellenstation ein und kombiniert es mit einer kurzen Horaz-Passage; nicht passend für freie Kinderhand ohne Aufsicht.
- Museumspädagogik plant eine Anfass-Rotation mit fünf bis acht Repliken pro Termin und tauscht das Stück nach jeder Führung gegen ein Reservestück; nicht passend für Außeneinsatz bei Regen.
- Eine Reenactment-Gruppe baut das Pferdchen in den häuslichen Lararium-Bezirk ein und ergänzt mit Tonlampe und Lar-Statuette; nicht passend für aktive Marsch- oder Kampfdarstellung.
- Wer eng auf Trier sammelt, integriert die Figur in eine Vitrine zur Treverer-Stadtgeschichte mit Bezug zum südlichen Töpfereibezirk; nicht passend für eine museumsnahe Material-Authentizitäts-Vitrine, weil Alabastergips die Tonware nicht ersetzt.
Auch jenseits dieser vier Hauptzielgruppen tragfähig: Volkshochschulen mit Antike-Themenkursen oder Drehbuch- und Bühnenrecherche zu römischer Provinzkultur greifen ebenfalls gerne zu dieser handlichen Vorlage, weil sie Maßgefühl in Sekunden vermittelt.
Häufige Fragen zum römischen Pferd
Worin unterscheidet sich diese Replik vom antiken Original im Landesmuseum Trier?
Das Vorbild GF 501a ist gebrannter Ton aus einer Trierer Werkstatt; diese Replik ist Alabastergips. Form, Proportion und Patina folgen dem Fund eng, die Materialhärte und das Klanggefühl unterscheiden sich. Maßabweichungen liegen im Bereich weniger Millimeter, weil der Modelbau modern erfolgt.
Welcher konkrete Fund liegt der Replik zugrunde, und wo wird er verwahrt?
Das Vorbild ist ein Tonpferdchen aus dem südlichen Töpfereibezirk von Augusta Treverorum, datiert in das ausgehende 2. bis frühe 3. Jh. n. Chr. Es wird im Rheinischen Landesmuseum Trier unter der Inventarnummer GF 501a aufbewahrt und gehört zum Altbestand der Sammlung der Gesellschaft für Nützliche Forschungen.
Wie lagere ich Alabastergips-Repliken über Jahre?
Alabastergips ist hygroskopisch und reagiert auf hohe Luftfeuchte mit Mattierung der Oberfläche. Empfohlen sind 18 bis 22 Grad und 40 bis 55 Prozent relative Luftfeuchte, also normales Wohnraumklima. UV-Strahlung sollte gemieden werden, weil die handaufgetragene Patina mit der Zeit verblassen kann. Eine Vitrine mit getöntem Glas oder ein Standort außerhalb direkter Sonnenlage ist die einfachste Vorsorge.
Wie reinige ich das Pferdchen, ohne die Patina zu verlieren?
Trockenes Abstauben mit weichem Pinsel oder Mikrofasertuch reicht. Wasser, Reinigungsmittel oder feuchte Tücher sind tabu, weil sie die Oberflächenpatina anlösen. Bei stärkerer Verschmutzung empfiehlt sich ein staubsaugerbasiertes Abtragen mit niedrigster Stufe und Bürstenaufsatz im Abstand von einigen Zentimetern.
Wie ordnet die Forschung Tonpferdchen aus dem Treverer-Gebiet sammlerisch ein?
Die einschlägigen Standardwerke sind Victorine von Gonzenbach (1986/1995) zu den mittelgallischen Tonstatuetten und Bémont, Jeanlin und Lahanier (1993) zu den gallo-römischen Terrakotten insgesamt. Sandrine Talvas (2007) hat den Fundkontext im Treverer-Gebiet, etwa Cutry, systematisch ausgewertet. Wer auf das Trierer Material sammelt, kombiniert diese drei Werke mit der älteren Trierer Zeitschrift; eine objektgenaue digitale Inventarseite zum hier replizierten Stück ist online derzeit nicht zugänglich.
Externe Quellen und Literatur zum römischen Pferd
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Wikipedia: Augusta Treverorum. Überblicksartikel zur römischen Stadtgeschichte Triers mit Hinweisen zum südlichen Töpfereibezirk.
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Datenbank Kulturgüter Region Trier: Südlicher Töpfereibezirk Augusta Treverorum. Fachbeschreibung des Areals zwischen Hohenzollernstraße und Sankt Matthias mit Datierungs- und Produktionsangaben.
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Rheinisches Landesmuseum Trier: Sammlungspräsenz auf museum-digital Rheinland-Pfalz. Aufbewahrungsort der Vorlage Inv. GF 501a.
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Trierer Zeitschrift Bd. 1, 1926: Siegfried Loeschcke: Römische Gefäße aus Bronze, Glas und Ton im Provinzialmuseum Trier. Klassische Aufnahme der Trierer Töpferproduktion mit Ofenbefund.
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Talvas, Sandrine (2007): Recherches sur les figurines en terre cuite gallo-romaine en contexte archéologique. Diss. Université Toulouse II. Volltext auf HAL theses.hal.science. Aktuelle Auswertung gallo-römischer Tonfigurinen mit Treverer-Bezug (Cutry).
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Gonzenbach, Victorine von (1986/1995): Die römischen Terracotten in der Schweiz. Untersuchungen zu Zeitstellung, Typologie und Ursprung der mittelgallischen Tonstatuetten. Bd. A und B. Tübingen: Francke. Standardwerk für Typologie und Werkstattzuordnung gallo-römischer Tonfiguren.
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Bémont, Colette / Jeanlin, Micheline / Lahanier, Christian (Hrsg., 1993): Les figurines en terre cuite gallo-romaines (Documents d'archéologie française 38). Paris: Éditions de la Maison des sciences de l'homme. Referenzwerk zu Werkstätten, Techniken und Distribution.
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Antike Primärquelle: Horatius, Sermones (Satiren) 2.3.247 bis 249, The Latin Library. Lateinischer Volltext zur Kinderspiel-Passage equitare in harundine longa.
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Aktualisiert am: 08.05.2026