Juno Statuette aus Alabastergips, 21 cm, römische Göttin der Geburt und Ehe
Kurz erklärt
Die Juno Statuette ist die Replik einer 1878 in der Eifel gefundenen römischen Tonfigur aus dem 2. Jahrhundert n. Chr. Sie zeigt die Schutzgöttin der Ehe, der Geburt und des Hauses. Das Vorbild liegt heute im Rheinischen Landesmuseum Trier unter der Inventarnummer 936.
Juno Statuette auf einen Blick
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Authentizitätsgrad: Historische Replik (Stufe 2). Form und Ikonografie folgen dem Trierer Originalfund, das Material weicht ab.
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Material: echter Alabastergips, hell patiniert (Vorbild im Original aus Pfeifenton).
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Maße und Gewicht: Höhe 21 cm, Standfläche 5 × 5 cm, Artikelgewicht 0,38 kg.
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Datierung des Vorbildes: 2. Jahrhundert n. Chr., gallorömische Eifelregion.
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Bekanntestes Vorbild: Tonstatuette der Juno mit Kästchen in der linken Hand, gefunden 1878 in der römischen Villenanlage von Leudersdorf, Kreis Daun.
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Antike Quelle: Ovid, Metamorphosen IX 281–323 (Juno und Lucina bei der Geburt des Herkules).
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Passender Vermittlungs- und Sammlungskontext: Lararium-Aufstellung, Latein- und Geschichtsunterricht, Museumsshop-Geschenk zur Hochzeit oder Geburt.
Wer war Juno im römischen Hauskult?
Im Pantheon der römischen Kaiserzeit gilt Juno als Schutzgöttin der Frauen, der Geburt und der Ehe. Eine konkrete Vorstellung von der häuslichen Verehrung liefert die Tonstatuette aus der römischen Villenanlage von Leudersdorf in der Eifel, heute im Rheinischen Landesmuseum Trier (Inv. 936). Felix Hettner publizierte den Fund im selben Jahr in den Bonner Jahrbüchern 64, 1878, S. 109–110 und beschreibt eine Juno mit einem Kästchen in der linken Hand, gefunden zusammen mit zwei Jupiter-Statuetten und mehreren weiblichen Götterfiguren in einem Wirtschaftsgebäude des Hofes.
Das Kästchen wird in der Forschung der provinzialrömischen Tonplastik dem weiblichen Privatbereich zugeordnet und als Schmuckkästchen oder Behälter für rituelle Beigaben gedeutet. Es erscheint bei Juno-, Mater- und Fortuna-Darstellungen aus den gallischen Töpferzentren, vor allem aus der Allier-Region und aus Trierer Werkstätten. Ovid schildert die andere Seite der Göttin in den Metamorphosen IX 281–323: Sie verzögert durch Lucina, ihre Tochter, sieben Tage und Nächte die Geburt des Herkules. Das Bild der hilfreichen wie der zürnenden Juno gehörte zum Alltagswissen römischer Familien.
Wie kam die Göttin in eine Eifelvilla?
Die Villenanlage von Leudersdorf im heutigen Kreis Vulkaneifel war eines der größten römischen Privatgebäude im ländlichen Raum Deutschlands. Der Geopark Vulkaneifel dokumentiert eine Frontlänge des Hauptgebäudes von über 100 Metern und Mosaiken sowie marmorne Wandverkleidungen. In dieser Umgebung diente die kleine Tonfigur der Juno einem Hausaltar oder Lararium und vergegenwärtigte den weiblichen Schutzgenius. Sie war Teil einer Götterserie, nicht ein Einzelweihgeschenk.
Worauf die Replik im Detail zurückgeht
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Höhe der Tonfigur im Original: typisch 18–22 cm, also Hausaltar-Format.
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Material des Originals: weißer Pfeifenton (terre blanche), gepresst aus Tonmodel.
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Standmotiv: leicht eingeschwungen, Schleier über dem Kopf, Kästchen in der linken Hand.
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Fundort: Wirtschaftsgebäude der Villa Leudersdorf, Kreis Daun (Hettner 1878, S. 109–110).
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Forschungslage: Die genaue Werkstattzuweisung ist offen. Zwischen Allier-Importen und Trierer Lokalproduktion wird in der Forschung weiter diskutiert.
Wie unterscheidet sich die Leudersdorf-Juno von anderen Juno-Funden im Rheinland?
| Fundort und Inventar |
Datierung und Material |
Ikonografie |
Bedeutung für die Replik |
| Leudersdorf, RLM Trier Inv. 936 |
2. Jh. n. Chr., Pfeifenton |
Stehend, Schleier, Kästchen in der linken Hand |
Direkter Bezugsfund der Replik |
| Trier, Fleischstraße, RLM Trier Inv. ST. 3194 |
nach ca. 50 n. Chr., Kalkstein und Marmor |
Überlebensgroß thronend, Mantel, Sandalen, gewelltes Haar |
Repräsentative Stadtjuno als Gegenstück zum häuslichen Format |
| Sumelocenna/Rottenburg, Tempelbezirk |
1902 geborgen, Marmor |
Lebensgroße Büste, Teil der Kapitolinischen Trias |
Öffentliche Kultverehrung neben dem privaten Hausaltar |
| Trier, Sammlung Gesellschaft für Nützliche Forschungen Inv. G I A 1 |
kaiserzeitlich, Sandstein |
Opfernde Juno mit Patera und Thymiaterion, Schleier, Diadem |
Religiöse Bildformel, die der Lararium-Praxis zugrunde liegt |
Wie wird die Juno Statuette im Lararium und im Unterricht eingesetzt?
Die kleine Juno findet ihren Platz dort, wo römische Hauskultur zum Erlebnis wird: auf dem Hausaltar als Teil eines Götterensembles, im Klassenzimmer als Anschauungsobjekt für die Kapitolinische Trias oder im Wohnregal als kulturhistorisches Präsent zur Hochzeit. Schleier, Standmotiv und das Kästchen in der linken Hand machen die Funktion der Göttin sofort lesbar.
Passende Darstellungsart: Hauskult und Lararium der mittleren Kaiserzeit, Familienkontext städtischer Villen
Einsatzbereich: Aufstellung im Hausaltar, im Klassenzimmer oder Vitrinenraum, nicht für Außeneinsatz oder Berührungsbetrieb geeignet
Tragezeit: dauerhaft als Standfigur, kein Tragebetrieb
- Im Lararium gemeinsam mit einem Lar und einem Genius aufstellen, ergänzt durch Jupiter und Minerva ergibt sich die Kapitolinische Trias im Hausaltarformat.
- Im Latein- oder Geschichtsunterricht als Begleitobjekt zur Ovid-Lektüre nutzen, besonders zur Galanthis-Episode in den Metamorphosen IX 281–323.
- Als Hochzeits- oder Geburtsgeschenk mit kurzer Begleitkarte zur Bedeutung von Juno Pronuba und Juno Lucina überreichen.
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Bekannte Schwächen der Rekonstruktion: Das Originalmaterial Pfeifenton ist im Replikbetrieb nicht abbildbar, deshalb arbeitet die Werkstatt mit Alabastergips. Die Detailausführung des Kästchens ist im 21-cm-Format kleiner als beim Original. Die Werkstattzuweisung der antiken Vorlage zwischen Allier-Import und Trierer Lokalproduktion ist forschungsseitig nicht abschließend geklärt.
Für welche Anwendungen eignet sich die Juno Statuette?
- Wer eine geschlossene Lararium-Szene aufbauen will, kombiniert die Juno mit Jupiter und Minerva und erreicht so die Kapitolinische Trias als Hausaltar-Lösung.
- Im Schul- oder Museumsbetrieb dient die Statuette als haptisches Anschauungsobjekt zu Ovid und Vergil und vermeidet die Berührungsempfindlichkeit echter Funde.
- Wer streng fundbezogen darstellt, verweist offen auf den Materialwechsel und die Pfeifenton-Vorlage. Wer vermittlungsorientiert arbeitet, nutzt die helle Patina als optischen Mittler zwischen Replik und Original.
Für Sammlerprofile und Beschenkte ohne Reenactment-Bezug: Die Statuette steht eigenständig auf einem Regal, einem Sideboard oder einem Schreibtisch und braucht keine zusätzliche Götterkulisse.
Häufige Fragen zur Juno Statuette
Welches Attribut hält Juno auf der Tonstatuette von Leudersdorf?
In ihrer linken Hand trägt sie ein kleines Kästchen, das in der provinzialrömischen Tonplastik den weiblichen Privatbereich und rituelle Beigaben symbolisiert. Felix Hettner beschreibt das Attribut bereits 1878 im Erstbericht über die Eifelfunde. Die Replik übernimmt das Kästchen formgetreu, allerdings im kleineren Maßstab.
Wie pflege und lagere ich die Alabastergips-Statuette langfristig?
Halten sie die Figur trocken, vermeiden sie direkte Sonneneinstrahlung sowie Heizungsluft, da Alabastergips bei trockener Wärme nachhaltig spröde wird. Reinigen sie die Oberfläche mit einem weichen, trockenen Pinsel und nur in Ausnahmefällen mit einem leicht angefeuchteten Mikrofasertuch. Bei längerer Lagerung lohnt sich eine säurefreie Seidenpapier-Polsterung im Karton.
Welche Patinafarbe entwickelt die Statuette über die Jahre?
Die helle Patina ist ab Werk fixiert, vergilbt aber bei Sonnenlicht leicht und kann an stark berührten Stellen mattiert werden. Wer die Optik einheitlich halten möchte, dreht die Figur halbjährlich. Bei Kratzern hilft kein Restaurationsmittel aus dem Hobbybedarf, da die Patina nicht überarbeitet wird.
Eignet sich die Statuette als Hochzeits- oder Geburtsgeschenk?
Ja, das ist sogar der historisch passende Anlass. Juno Pronuba galt als Brautführerin, Juno Lucina als Geburtshelferin. Eine kurze Karte mit Hinweis auf Ovid Metamorphosen IX 281–323 gibt dem Geschenk einen Kontext, der über reine Dekoration hinausgeht.
Lässt sich die Statuette im Außenbereich aufstellen?
Davon ist abzuraten. Alabastergips ist nicht witterungsbeständig und nimmt Feuchtigkeit auf, wodurch die Patina abblättert und der Kern brüchig wird. Eine Aufstellung im Innenraum oder in einer wettergeschützten Vitrine ist die richtige Wahl.
Kann ich das Original im Rheinischen Landesmuseum Trier sehen?
Die Tonstatuette wird unter Inv. 936 im Bestand des Rheinischen Landesmuseums Trier geführt und in Vermittlungsmaterialien des Zentrums der Antike als Juno gelistet. Eine ständige Ausstellung ist nicht garantiert, ein Voranruf vor dem Besuch ist empfehlenswert.
Externe Quellen und Literatur zur Juno Statuette
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Iuno auf Wikipedia als Übersicht über Funktionen, Beinamen und Kultorte der römischen Göttin.
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Ubi Erat Lupa, Datensatz 32292: Thronende Juno aus Trier-Fleischstraße, Rheinisches Landesmuseum Trier Inv. ST. 3194, kaiserzeitlich.
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museum-digital: Juno-Büste aus dem Tempelbezirk Sumelocenna, Römisches Stadtmuseum Sumelocenna in Rottenburg am Neckar.
- Felix Hettner, Ausgrabungen römischer Alterthümer im Regierungsbezirk Trier im Jahre 1878, in: Bonner Jahrbücher 64, 1878, S. 100–117 (Leudersdorf-Beleg auf S. 109–110), Volltext bei Propylaeum/UB Heidelberg.
- Wolfgang Binsfeld, Karin Goethert-Polaschek und Lothar Schwinden, Katalog der römischen Steindenkmäler des Rheinischen Landesmuseums Trier 1. Götter- und Weihedenkmäler (= Trierer Grabungen und Forschungen 12,1; Corpus Signorum Imperii Romani Deutschland IV 3), Mainz 1988, ISBN 3-8053-0286-X, Nr. 97 zur thronenden Juno aus Trier-Fleischstraße (Inv. ST. 3194). Bibliografischer Eintrag bei Propylaeum-VITAE der Universitätsbibliothek Heidelberg.
- Micheline Rouvier-Jeanlin, Les figurines gallo-romaines en terre cuite au Musée des Antiquités nationales (Supplément à Gallia 24), Paris 1972, das Standardwerk zur Pfeifenton-Plastik der Allier-Werkstätten und ihrer Verbreitung im Rheinland.
- Ovid, Metamorphosen IX 281–323, lateinischer Volltext bei The Latin Library sowie zweisprachig bei Perseus Digital Library.
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Aktualisiert am: 04.05.2026