Statue Liebendes Paar, römische Skulptur Replik aus Augusta Raurica
Kurz erklärt
Die Replik Liebendes Paar bildet eine römische Tonstatuette aus Augusta Raurica nach. Das Augster Original zeigt zwei sich innig umarmende Figuren und stammt aus den Jahren 40 bis 60 n. Chr., der frühen Kaiserzeit unter Claudius und Nero. In einem Grab niedergelegt diente das Stück Angehörigen einer verstorbenen Person als liebevolles Andenken über den Tod hinaus.
Liebendes Paar auf einen Blick
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Authentizitätsgrad: Historische Replik (Stufe 2), Form folgt dem Augster Original, Material weicht ab (Alabastergips statt gebrannter Ton)
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Material: echter Alabastergips, hell patiniert
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Maße und Gewicht: 10 x 4 x 2,5 cm, 0,15 kg
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Datierung des Vorbildes: 40 bis 60 n. Chr., frühe römische Kaiserzeit
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Bekanntestes Vorbild: Tonstatuette eines Paars in Umarmung, Museum Augusta Raurica, Augst (Schweiz)
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Antike Quelle: Catull, Carmina V (Vivamus, mea Lesbia)
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Passender Vermittlungskontext: Latein- und Geschichtsunterricht zu gallorömischer Privatreligion und Trauerritualen, Sek. I und II
Wer ist das Liebespaar aus Augusta Raurica?
Das Vorbild dieser Replik stammt aus der römischen Koloniestadt Augusta Raurica am Hochrhein bei Basel und wird vom dortigen Museum als Tonstatuette eines umarmten Paares geführt. Datiert wird das Stück auf 40 bis 60 n. Chr., also in die Regierungszeit von Claudius und Nero. Es zählt zu den Highlights der Augster Sammlung und ist auf der Museumsseite mit Foto dokumentiert (Museum Augusta Raurica, Highlights der Sammlung).
Eine Tonstatuette aus einem Grab
Die Funktion ist ungewöhnlich präzise dokumentiert. Das Stück lag in einem Grab und wurde dort als Beigabe niedergelegt. Im Magazin Augusta Raurica 2010/2 formuliert es das Museum so: „Das Liebespaar aus Ton wurde in einem Grab gefunden, wohin es von den Angehörigen der verstorbenen Person in liebevollem Andenken gelegt worden ist." Die ältere Shop-Beschreibung verortet das Stück im Tempelbezirk Altbachtal in Trier. Diese Zuschreibung ist nicht haltbar: Augusta Raurica führt das Original mit Foto und Datierung selbst, Trier und Köln liefern allenfalls typologische Werkstattvergleiche.
Wie eng kleine Tonstatuetten in der gallorömischen Provinz mit privater Religiosität, Hauskult und Trauerritualen verflochten waren, hat Annemarie Kaufmann-Heinimann in ihrer Augster Standardpublikation Götter und Lararien aus Augusta Raurica (Forschungen in Augst 26, 1998) gezeigt. Das Augster Liebespaar gehört in genau diesen Funktionszusammenhang.
Was 2026 in Pas-de-Calais gefunden wurde
Im März 2026 dokumentierten Archäologen des französischen Inrap im Pas-de-Calais ein zweites Stück derselben Bildgattung (Inrap-Grabung Ruyaulcourt 2026). Im Grab eines Kindes unter zwei Jahren, datiert ins erste Jahrhundert n. Chr., fand sich eine Terrakotta-Figur eines sich umarmenden und küssenden Paares. Die Ausgräber deuten sie als Bild der Eltern, das den jung Verstorbenen im Jenseits begleiten sollte. Zwei Funde, zwei Provinzen des Imperiums, dasselbe Motiv und derselbe Verwendungskontext.
Das Motiv steht damit in einer Zeit, in der die Verse Catulls noch lebendige römische Liebesdichtung waren. Carmina V („Vivamus, mea Lesbia, atque amemus ... da mi basia mille") wurde rund hundert Jahre vor der Augster Statuette verfasst und blieb in der frühen Kaiserzeit Teil der literarischen Bildung in den Provinzen.
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Material des Originals: gebrannter Ton, gallorömische Kleinplastik
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Datierung: 40 bis 60 n. Chr., frühe Kaiserzeit
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Fundkontext: Grabbeigabe, in liebevollem Andenken niedergelegt
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Aufbewahrungsort: Museum Augusta Raurica, Augst, Kanton Basel-Landschaft
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Aktueller Vergleichsfund: Inrap-Grabung Ruyaulcourt, Pas-de-Calais, März 2026
Wie ordnet sich das Augster Liebespaar typologisch ein?
| Fundort |
Datierung |
Material |
Verwendungskontext |
Aufbewahrung |
| Augusta Raurica (Augst, CH) |
40 bis 60 n. Chr. |
gebrannter Ton |
Grabbeigabe, Andenken |
Museum Augusta Raurica (Vorbild dieser Replik) |
| Ruyaulcourt, Pas-de-Calais (FR) |
1. Jh. n. Chr. |
Terrakotta |
Beigabe in einem Kindergrab |
Inrap-Grabung 2026, Fundbericht publiziert |
| Tempelbezirk Altbachtal, Trier |
1. bis 4. Jh. n. Chr. |
Ton, vorwiegend Pfeifenton |
Tempelweihung, Hauskult |
Rheinisches Landesmuseum Trier |
| Pfeifenton-Werkstätten Köln |
1. bis 2. Jh. n. Chr. |
Pfeifenton |
Massenproduktion für Lararien und Gräber |
Römisch-Germanisches Museum Köln |
Liebendes Paar im Latein- und Geschichtsunterricht
Die Replik liegt klein und leicht in der Hand und kann deshalb in einer Schultasche oder Materialkiste transportiert werden. In einer Doppelstunde zu Catull oder zur römischen Privatreligion lässt sich das Stück herumreichen, ohne dass eine Vitrine notwendig wird. Die patinierte Oberfläche zeigt in seitlichem Licht die Modellierung der Umarmung, der Größenunterschied zum eigentlichen Augster Tonoriginal bleibt für Schülerinnen und Schüler überschaubar.
Passende Darstellungsart: Veranschaulichung gallorömischer Privatreligion und Trauerrituale für Latein, Geschichte und Religion in Sek. I und II | Einsatzbereich: Klassenzimmer, Vitrine, Sammlungs-Aufstellung in Innenräumen, ohne Tragebetrieb und ohne Outdoor-Nutzung wegen Wasserlöslichkeit des Alabastergipses | Aufstellung: dauerhaft sichtbar in Vitrine, Bücherregal oder Lararium, Stellfläche etwa 4 x 2,5 cm
- Anschauungsobjekt zur Catull-Stunde, gerade in der Lektüre von Carmina V, in der die Schülerinnen und Schüler das Bild der Liebenden parallel zum Text vor sich haben.
- Einstieg in die Frage, wie sich Trauer und Liebe in der römischen Provinz in materielle Objekte übersetzen, im direkten Vergleich mit dem Inrap-Fund von Ruyaulcourt 2026.
- Gesprächsanker für eine Geschichtsstunde zur gallorömischen Provinzkultur zwischen keltischer Vorbevölkerung, römischer Verwaltung und privater Religion.
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Bekannte Schwächen der Rekonstruktion: Material weicht vom Original ab, Alabastergips statt gebrannter Ton. Antike Tonstatuetten waren häufig farbig gefasst, die Replik ist einheitlich bronzefarben patiniert. Feinmodellierung der Gesichter ist im Abguss reduzierter als im Original.
Für welche Anwendungen eignet sich die Liebendes-Paar-Statuette?
- Liegt der Fokus auf einer pädagogischen Demonstration im Klassenzimmer, ist das Stück durch Größe, Gewicht und Robustheit der gips-getragenen Form gut geeignet.
- Soll das Stück als materialgenaue Replik in einer fundbezogenen Vitrine neben einem Tonoriginal stehen, stößt es an seine Grenzen, weil das Material sichtbar abweicht.
- Wer eine breitere Sammlungsausrichtung zur gallorömischen Privatreligion aufbaut, kann das Liebespaar mit weiteren Augst- oder Trier-Repliken zu einem thematischen Ensemble kombinieren.
Für Sammler gallorömischer Kleinplastik und Museumsshops eignet sich das Stück als Display-Objekt im Innenraum, ergänzt um Repliken aus dem Tempelbezirk Altbachtal oder den Kölner Pfeifenton-Werkstätten.
Häufige Fragen zur Liebendes-Paar-Statuette
In welchem Museum steht das Original?
Das Original wird im Museum Augusta Raurica in Augst, Kanton Basel-Landschaft, aufbewahrt. Es zählt dort zu den Highlights der Sammlung im Themenbereich Mann und Frau.
Welchen Verwendungszweck hatte die Tonstatuette in der Antike?
Sie wurde einer verstorbenen Person ins Grab mitgegeben, gestiftet von ihren Angehörigen in liebevollem Andenken. Ein 2026 in Ruyaulcourt im Pas-de-Calais entdecktes Parallelstück aus dem Grab eines Kindes unter zwei Jahren bestätigt die Verwendung als Trauer- und Begleitsymbol.
Welches Material hat die Replik im Vergleich zum Original?
Die Replik besteht aus Alabastergips, bronzefarben patiniert. Das Original aus Augusta Raurica ist aus gebranntem Ton gefertigt. Diese Materialabweichung ordnet die Replik in den Authentizitätsgrad Stufe 2 ein.
Wie lagere ich die Statuette langfristig?
Aufstellung ausschließlich im Innenraum, geschützt vor direkter Feuchte und Putzwasser. Alabastergips ist wasserlöslich, eine feuchte Reinigung beschädigt die Patina. Staub mit weichem Pinsel oder fusselfreiem Tuch trocken entfernen.
Lässt sich die Patina nach Abrieb wiederherstellen?
Lokaler Patina-Verlust durch Abrieb ist nicht reversibel mit Hausmitteln. Bei größeren Schäden empfiehlt sich eine punktuelle Nachbehandlung mit dunkler Acrylfarbe und anschließend matter Versiegelung, alternativ ein Restaurator. Vorbeugend nicht stapeln und beim Abstauben nicht über Vorsprünge wischen.
Eignet sich die Figur als Hochzeitsgeschenk oder ist das pietätlos?
Das Motiv steht in der Antike für Liebe über den Tod hinaus, nicht für Tod allein. Das Stück eignet sich als Geschenk für Paare, die einen historisch fundierten und symbolisch dichten Bezug zur römischen Antike schätzen. Eine kurze Erläuterung zum Augster Grabkontext gehört in die Geschenkkarte.
Externe Quellen und Literatur zum Liebenden Paar
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Wikipedia: Augusta Raurica (Übersichtsartikel zur römischen Koloniestadt am Hochrhein)
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Museum Augusta Raurica, Highlights der Sammlung (objektgenaue Seite mit Foto und Datierung der Tonstatuette)
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Magazin Augusta Raurica 2010/2 (PDF) (S. 13 mit Bildunterschrift zum Liebespaar, Foto Susanne Schenker)
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La Brújula Verde: Inrap-Bericht zur Pas-de-Calais-Grabung 2026 (aktueller archäologischer Vergleichsfund aus Ruyaulcourt)
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Annemarie Kaufmann-Heinimann: Götter und Lararien aus Augusta Raurica. Forschungen in Augst 26, Augst 1998 (Standardpublikation zur gallorömischen Kleinplastik in Augst, recherchierbar über DAI-Bibliografie zenon.dainst.org)
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Heide Froning, Heinz-Helge Nieswandt, Astrid Schenk-Tüpke (Hrsg.): Tonfiguren aus dem griechisch-römischen Mittelmeerraum. Münster 2011 (typologischer Bezugsrahmen für gallorömische Tonstatuetten)
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Catull, Carmina (lateinischer Volltext, The Latin Library) (insbesondere Carmina V, Vivamus, mea Lesbia, atque amemus)
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Aktualisiert am: 05.05.2026