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Kaiser Caracalla

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Kaiser Caracalla - Kaiser Caracalla: Brudermörder und Bürgerrechtskaiser

Severer

IMPERATOR CAESAR MARCUS AURELIUS SEVERUS ANTONINUS PIUS AUGUSTUS

Name:

Lucius Septimius Bassianus (Geburtsname); ab 195 oder 196 n. Chr. Marcus Aurelius Antoninus; Spitznamen Caracalla (nach einem gallischen Kapuzenmantel) und, bei Cassius Dio, Tarautas

Geburtsdatum:

4. April 188 n. Chr.

Geburtsort:

Lugdunum (heute Lyon, Frankreich)

Regierungszeit:

Augustus und Mitkaiser seines Vaters ab 28. Januar 198 n. Chr.; nach dessen Tod am 4. Februar 211 n. Chr. gemeinsam mit seinem Bruder Geta, ab Dezember 211 n. Chr. allein bis 8. April 217 n. Chr.

Caracalla ließ seinen Bruder Geta ermorden und stützte seine Herrschaft danach vor allem auf die Soldaten, deren Sold er kräftig erhöhte. 212 n. Chr. gab er mit der Constitutio Antoniniana fast allen freien Bewohnern des Reiches das römische Bürgerrecht. Er führte Krieg gegen die Alamannen und die Parther, eiferte Alexander dem Großen nach und ließ in Rom die riesigen Thermen bauen, die bis heute seinen Namen tragen.

Ehe/n:

Fulvia Plautilla (April 202 n. Chr.; 205 n. Chr. verbannt, 211 n. Chr. getötet)

Kinder:

keine sicher bekannt (Münzen deuten vielleicht auf eine Tochter um 204 n. Chr., das ist aber sehr unsicher)

Eltern:

Mutter: Julia Domna

Vater: Kaiser Septimius Severus

Tod:

8. April 217 n. Chr. auf dem Weg von Edessa nach Carrhae (heute Harran, Türkei), mit 29 Jahren ermordet. Laut Cassius Dio erstach ihn der Soldat Julius Martialis, als der Kaiser abgestiegen war, um sich zu erleichtern; hinter dem Anschlag stand der Prätorianerpräfekt Macrinus, der sein Nachfolger wurde. Der Senat erhob Caracalla danach zum Gott, seine Gebeine wurden laut Dio im Grabmal der Antonine in Rom beigesetzt.

Bildergalerie · 8 Ansichten

So sah Caracalla aus: Büsten, Münzen & mehr

Antike Darstellungen aus Museen im Vergleich: Was ist gleich, was ist anders?

Alle Fotos zeigen antike Originale und sind gemeinfrei. Zu den Bildnachweisen. Die Porträtzeichnung oben ist eine künstlerische Interpretation.

Lorbeerkranz

Berühmtes Zitat des Kaisers Caracalla

„Sei unbesorgt, Mutter: Solange wir das hier haben, wird uns das Geld nicht ausgehen.“
(Caracalla zu seiner Mutter Julia Domna, die ihm vorhielt, er gebe zu viel für die Soldaten aus; dabei zeigte er ihr sein Schwert. Cassius Dio, Römische Geschichte 78,10,4 in der Zählung nach Boissevain, in der Loeb Ausgabe 77,10,4; Dio schrieb griechisch, daher gibt es kein lateinisches Original.)
Einstieg

Bürgerrecht für alle, Gnade für keinen

Er ließ seinen jüngeren Bruder in den Armen der eigenen Mutter töten und machte im Jahr darauf fast alle freien Menschen im Römischen Reich zu römischen Bürgern: Caracalla ist einer der widersprüchlichsten Kaiser, die Rom je hatte.

Eigentlich hieß er Lucius Septimius Bassianus, später Marcus Aurelius Antoninus. Den Spitznamen, unter dem ihn heute alle kennen, verdankt er einem Kapuzenmantel. Er war der ältere Sohn von Kaiser Septimius Severus und Julia Domna und regierte von 211 bis 217 n. Chr., zuerst gemeinsam mit seinem Bruder Geta, nach dessen Ermordung allein. In Rom erinnern bis heute die gewaltigen Ruinen seiner Thermen an ihn.

Wie wurde er in der Geschichte wahrgenommen? Cassius Dio, Herodian und die Historia Augusta zeichnen ihn als grausamen Tyrannen, der nur den Soldaten traute. Der englische Historiker Edward Gibbon nannte ihn im 18. Jahrhundert sogar den „gemeinsamen Feind der Menschheit“. Doch Vorsicht: Die Soldaten verehrten ihn, und die antiken Berichte sind voller Widersprüche. Es lohnt sich also, genau hinzuschauen.

Leben

Vom Kinderkaiser zum Soldatenkaiser

4. April 188 n. Chr.

Geburt in Lugdunum

Lucius Septimius Bassianus kommt im heutigen Lyon zur Welt, als Sohn des späteren Kaisers Septimius Severus und der Syrerin Julia Domna.

196 bis 198 n. Chr.

Vom Caesar zum Augustus

Aus Bassianus wird Marcus Aurelius Antoninus, 196 ernennt ihn sein Vater zum Caesar und am 28. Januar 198, mit gerade einmal neun Jahren, zum Augustus und damit zum Mitkaiser.

April 202 n. Chr.

Hochzeit gegen seinen Willen

Er muss Fulvia Plautilla heiraten, die Tochter des mächtigen Prätorianerpräfekten Plautianus; 205 wird Plautianus wegen angeblichen Verrats hingerichtet und Plautilla verbannt.

208 bis 211 n. Chr.

Krieg in Britannien

Mit seinem Vater kämpft er gegen die Stämme im Norden Britanniens, während Geta im römischen Teil der Insel die Verwaltung übernimmt.

4. Februar 211 n. Chr.

Kaiser zu zweit

Septimius Severus stirbt in Eboracum, dem heutigen York, und Caracalla und Geta herrschen nun gemeinsam, obwohl sie einander abgrundtief hassen.

Dezember 211 n. Chr.

Brudermord

Bei einem angeblichen Versöhnungstreffen in den Räumen der Mutter töten Centurionen Geta, und danach sterben laut Cassius Dio rund 20.000 Menschen, die zu Geta gehalten hatten.

212 n. Chr.

Bürgerrecht für fast alle

Mit der Constitutio Antoniniana werden fast alle freien Bewohner des Reiches römische Bürger.

213 bis 216 n. Chr.

Immer unterwegs

Er kämpft gegen die Alamannen, zieht in den Osten, lässt Ende 215 in Alexandria ein Blutbad anrichten und beginnt 216 einen Krieg gegen die Parther; nach Rom kehrt er nie wieder zurück.

216 n. Chr.

Badetempel für Rom

In Rom werden seine riesigen Thermen eingeweiht, auch wenn an der Ausstattung noch jahrelang weitergebaut wird.

8. April 217 n. Chr.

Tod am Straßenrand

Auf dem Weg von Edessa nach Carrhae ersticht ihn laut Cassius Dio der Soldat Julius Martialis, als der Kaiser abgestiegen ist, um sich zu erleichtern.

Herrscher

Ein Kaiser für die Soldaten

  • Brudermord und Säuberung: Im Dezember 211 ließ Caracalla seinen Bruder Geta ermorden. Danach eilte er zu den Prätorianern und behauptete, er selbst sei nur knapp einem Anschlag entkommen. Laut Cassius Dio rief er im Lager: „Freut euch, Kameraden, denn jetzt kann ich euch Gutes tun!“ Rund 20.000 Anhänger Getas, Männer wie Frauen, ließ er laut Dio töten. 212 ließ er auch den berühmten Juristen Papinian töten, vielleicht weil dieser sich weigerte, den Brudermord juristisch zu rechtfertigen. Die Historia Augusta, eine sehr unzuverlässige Quelle, legt ihm den Satz in den Mund, einen Brudermord zu rechtfertigen sei nicht so leicht, wie ihn zu begehen.
  • Bürgerrecht für alle: 212 erließ Caracalla die Constitutio Antoniniana. Fast alle freien Menschen im Reich wurden römische Bürger, ausgenommen nur die sogenannten Dediticier, eine Gruppe mit minderem Rechtsstatus. Cassius Dio war überzeugt, in Wahrheit sei es ums Geld gegangen: Nur Bürger zahlten bestimmte Steuern, etwa auf Erbschaften und Freilassungen, und genau diese Steuer hatte Caracalla von fünf auf zehn Prozent verdoppelt. Im erhaltenen Erlass auf einem Papyrus begründet der Kaiser den Schritt dagegen mit seinem Dank an die Götter, die ihn beschützt hätten. Viele Historiker bezweifeln Dios Erklärung, denn die meisten neuen Bürger waren arm.
  • Geld für die Armee: Nach dem Mord an Geta versprach Caracalla laut Herodian jedem Soldaten 2.500 Denare und erhöhte ihre Verpflegungszulage um die Hälfte. Um das zu bezahlen, verringerte er den Silbergehalt der Münzen. 215 führte er eine neue Münze ein, die als doppelter Denar galt, aber nur etwa so viel Silber enthielt wie anderthalb Denare. Die Folge: Die Leute horteten die alten Münzen, und die Preise stiegen.
  • Feldherr auf Reisen: 213 zog Caracalla an die Grenze in Germanien, besiegte einige Stämme und verhandelte mit anderen; danach nannte er sich „Germanicus maximus“. Er ließ die Befestigungen in Raetien und Obergermanien verstärken. Nach Rom kehrte er nie zurück. Während er im Osten Krieg führte, kümmerte sich seine Mutter Julia Domna laut Cassius Dio um die Bittschriften und die kaiserliche Korrespondenz in beiden Sprachen, also auf Griechisch und Latein.
  • Blutbad in Alexandria: Ende 215 kam Caracalla nach Alexandria. Laut Herodian hatten die Alexandriner jahrelang Witze über ihn gemacht: über den Mord an seinem Bruder, über seine Mutter, die sie „Iokaste“ nannten, und darüber, dass ein so unbedeutender Mann Alexander und Achilles nachahmte. Unter dem Vorwand, eine Phalanx zu Ehren Alexanders aufzustellen, ließ er die jungen Männer der Stadt antreten und von seinen Soldaten niedermetzeln. Cassius Dio erzählt die Geschichte etwas anders: Er lud die führenden Bürger zu einem Festmahl und ließ sie danach töten. Einig sind sich beide, dass es ein grausames Massaker war.
  • Krieg gegen die Parther: Caracalla wollte die Tochter des Partherkönigs Artabanus IV. heiraten. Als der König ablehnte, marschierte er 216 in das Partherreich ein. Mitten in diesem Feldzug wurde er im April 217 ermordet.

Sein Vater soll ihm und Geta laut Cassius Dio auf dem Sterbebett geraten haben: „Seid einträchtig, bereichert die Soldaten und verachtet alle anderen.“ Den ersten Rat schlug Caracalla in den Wind, die beiden anderen befolgte er gründlich. Moderne Historiker sehen ihn trotzdem nicht nur schwarz: Er ließ Straßen und Grenzbefestigungen ausbauen, und es gibt keine Hinweise darauf, dass die einfache Bevölkerung ihn besonders hasste.

Persönliches

Perücke, Mantel und Albträume

  • Aussehen: Auf seinen offiziellen Porträts trägt Caracalla kurz geschorenes Haar wie ein einfacher Soldat und schaut grimmig drein. Damit brach er bewusst mit dem ruhigen, würdevollen Stil der Philosophenkaiser wie Marc Aurel. Laut Cassius Dio setzte er gern eine finstere Miene auf. Herodian berichtet, dass er bei den Germanen deren kurze, silberbestickte Mäntel trug und dazu eine blonde Perücke mit germanischer Frisur.
  • Soldat unter Soldaten: Laut Herodian griff er als Erster zum Spaten, wenn ein Graben ausgehoben werden musste, mahlte sein Getreide selbst und schleppte manchmal sogar die schweren Feldzeichen der Legionen auf seinen Schultern. Kein Wunder, dass die Truppen ihn liebten.
  • Fan von Alexander: Caracalla schwärmte für Alexander den Großen. Laut Cassius Dio stellte er eine „Phalanx Alexanders“ aus 16.000 Mann auf, die wie die alten Makedonen ausgerüstet waren. Die Anhänger des Philosophen Aristoteles hasste er so sehr, dass er ihre Bücher verbrennen wollte, weil Aristoteles angeblich am Tod Alexanders beteiligt gewesen sein sollte. Herodian erzählt von Statuen mit einem Kopf und zwei Gesichtern, eines von Alexander, eines von Caracalla. In Troja schmückte er das Grab des Achilles mit Blumenkränzen.
  • Familie: Plautilla hatte er laut Herodian nur gezwungen geheiratet und nie gemocht. Nach dem Tod seines Vaters ließ er sie laut Cassius Dio töten. Sichere Kinder sind nicht bekannt. Seine wichtigste Vertraute blieb seine Mutter Julia Domna, obwohl er ihren jüngeren Sohn vor ihren Augen hatte umbringen lassen.
  • Krank und gejagt: Cassius Dio berichtet, Caracalla sei nicht nur körperlich, sondern auch seelisch krank gewesen. Oft habe er geglaubt, sein Vater und sein Bruder verfolgten ihn mit gezückten Schwertern. Er besuchte die Heiligtümer der Heilgötter Apollo Grannus, Asklepios und Serapis, doch keiner half ihm.

Quellenkritik: Cassius Dio war Senator und kannte Caracalla persönlich. Er erzählt sogar, wie der Kaiser ihm bei einem Gastmahl in Nikomedia einen Vers des Euripides zitierte. Trotzdem schrieb er als Gegner des Kaisers, und sein Werk ist für diese Zeit nur in späteren Auszügen erhalten. Herodian ist ebenfalls Zeitgenosse, aber oft ungenau. Am wenigsten kann man der Historia Augusta trauen. Sie erzählt etwa, der siebenjährige Caracalla habe geweint, als ein Spielkamerad wegen seines jüdischen Glaubens ausgepeitscht wurde, und sie verbreitet das Gerücht, er habe seine Mutter geheiratet. Moderne Herausgeber halten diese Geschichte für erfunden. Außerdem behauptet die Historia Augusta, er sei an seinem Geburtstag gestorben, was nicht zu Dios genauen Altersangaben passt.

Warum ist er wichtig? Mit der Constitutio Antoniniana war „Römer sein“ plötzlich keine Frage der Herkunft mehr, sondern galt für fast alle freien Menschen von Britannien bis Syrien. Der Jurist Ulpian hielt fest, durch einen Erlass des Kaisers Antoninus seien alle Menschen im römischen Erdkreis römische Bürger geworden. Gleichzeitig zeigt Caracalla, wie sehr die Macht eines Kaisers inzwischen am Wohlwollen der Armee hing.

Fun Facts

Wusstest du schon?

Der Name Caracalla stammt von einem langen gallischen Kapuzenmantel, den der Kaiser ständig trug und laut Aurelius Victor sogar an das Volk von Rom verschenkte.
Cassius Dio nannte ihn spöttisch Tarautas, nach einem kleinen, hässlichen und blutrünstigen Gladiator.
Um Alexander dem Großen nachzueifern, zog er mit zahlreichen Elefanten durch die Lande.
Nach 212 nannten sich unzählige Neubürger Aurelius, nach dem offiziellen Namen ihres großzügigen Kaisers Marcus Aurelius Antoninus.
In den Ruinen seiner Thermen turnten 1960 Olympioniken, und 1990 gaben hier die Drei Tenöre ihr allererstes gemeinsames Konzert.
Seine neue Münze von 215 galt als doppelter Denar, enthielt aber nur Silber für etwa anderthalb: eine frühe Form von Inflation.

Quellen zu den Fun Facts: Kapuzenmantel: Cassius Dio 79,3 (Zählung nach Boissevain, Loeb 78,3) und Aurelius Victor, Liber de Caesaribus 21,1; Tarautas: Cassius Dio 79,9 (Loeb 78,9); Elefanten: Cassius Dio 78,7,4 (Loeb 77,7,4); Aurelius: en.wikipedia, Artikel „Constitutio Antoniniana“; Drei Tenöre und Olympia 1960: en.wikipedia, Artikel „Baths of Caracalla“; Münze von 215: en.wikipedia, Artikel „Caracalla“ (Abschnitt Coinage).

Spuren

Von den Thermen bis ins Kino

  • Thermen des Caracalla in Rom
  • Tondo der Severer im Alten Museum Berlin
  • Severusbogen auf dem Forum Romanum
  • Lyon (Lugdunum)
  • Harran (Carrhae)
  • Papyrus Gießen 40
  • Film „Gladiator II“ (2024)

Baden wie ein Kaiser, kämpfen wie im Film: Die Thermen des Caracalla wurden um 211 oder 212 begonnen, vielleicht nach Plänen seines Vaters, und 216 eingeweiht. Die ganze Anlage bedeckte rund 25 Hektar. Nach einer antiken Angabe passten 1.600 Badegäste gleichzeitig hinein. Eine eigene Wasserleitung, die Aqua Antoniniana, versorgte die Becken, und es gab sogar eine Bibliothek mit getrennten Räumen für griechische und lateinische Bücher. 537 schnitten die Goten Rom vom Wasser ab, danach verfielen die Thermen. Berühmte Statuen wie der Farnesische Stier und der Farnesische Herkules wurden hier gefunden und stehen heute in Neapel. Im Sommer spielt die Oper von Rom in den Ruinen. In Berlin zeigt ein kleines rundes Holzbild, der Tondo der Severer, Caracalla als Kind mit seinen Eltern und seinem Bruder. Im Film „Gladiator II“ von Ridley Scott spielt Fred Hechinger einen launischen Caracalla, der zusammen mit seinem angeblichen Zwillingsbruder Geta regiert. In Wahrheit waren die beiden keine Zwillinge, Caracalla war knapp ein Jahr älter, und er wurde nicht in Rom, sondern 217 im Osten des Reiches von einem Soldaten getötet.

Projektidee für den Unterricht: „Geschenk oder Steuertrick?“

Die Klasse untersucht in Gruppen drei Quellen zur Constitutio Antoniniana: die Begründung des Kaisers im Papyrus Gießen 40 (Dank an die Götter), die Erklärung des Senators Cassius Dio (mehr Steuereinnahmen) und den Satz des Juristen Ulpian in den Digesten (1,5,17). Jede Gruppe sammelt Argumente in einer Tabelle mit den Spalten „Was sagt die Quelle?“, „Wer schreibt hier?“ und „Wie glaubwürdig?“. Zum Schluss diskutiert die Klasse: Kann eine gute Entscheidung auch aus eigennützigen Gründen getroffen werden? Und was bedeutet Staatsbürgerschaft heute für uns?

Teste dich! 4 Fragen zu Caracalla

1. Woher hat Caracalla seinen Spitznamen?

Von einem langen gallischen Kapuzenmantel, der „caracalla“, den er ständig trug.

2. Was bewirkte die Constitutio Antoniniana von 212 n. Chr.?

Fast alle freien Bewohner des Römischen Reiches wurden römische Bürger.

3. Welchem berühmten Eroberer eiferte Caracalla nach?

Alexander dem Großen; er stellte sogar eine „Phalanx Alexanders“ aus 16.000 Mann auf.

4. Wie endete Caracallas Leben?

Am 8. April 217 n. Chr. erstach ihn der Soldat Julius Martialis auf dem Weg von Edessa nach Carrhae, als er abgestiegen war, um sich zu erleichtern. Hinter dem Anschlag stand der Prätorianerpräfekt Macrinus.

Fazit

Ein Herrscher mit zwei Gesichtern

Herodian erzählt von Statuen, die Caracalla mit zwei Gesichtern zeigten, und irgendwie passt das Bild. Auf der einen Seite steht ein Brudermörder, der Tausende töten ließ, in Alexandria ein Blutbad anrichtete und das Geld des Staates mit vollen Händen an die Soldaten verteilte. Auf der anderen Seite steht der Kaiser, der fast allen freien Menschen im Reich das Bürgerrecht schenkte und Rom eine der prächtigsten Badeanlagen der Antike hinterließ. Wer sich mit Caracalla beschäftigt, lernt deshalb vor allem eines: genau zu fragen, wer eine Geschichte erzählt und warum.

Weiterlesen

Quellen

  • Cassius Dio: Römische Geschichte, Bücher 77 bis 79 in der Zählung nach Boissevain (in der Loeb Ausgabe Bücher 76 bis 78), für diese Zeit nur in byzantinischen Auszügen erhalten; Bericht eines Zeitgenossen und Senators (englische Übersetzung: Earnest Cary, Loeb Classical Library, 1927)
  • Herodian: Römische Geschichte, Bücher 3 und 4 (englische Übersetzung: Edward C. Echols, Herodian of Antioch's History of the Roman Empire, Berkeley/Los Angeles 1961)
  • Historia Augusta: Vita Caracallae (als Quelle sehr unzuverlässig)
  • Aurelius Victor: Liber de Caesaribus, Kapitel 21
  • Papyrus Gießen 40 (Text der Constitutio Antoniniana) und Ulpian, Digesten 1,5,17
  • Birley, Anthony R.: Septimius Severus. The African Emperor, 2. Auflage, Routledge 1999
  • Kienast, Dietmar / Eck, Werner / Heil, Matthäus: Römische Kaisertabelle. Grundzüge einer römischen Kaiserchronologie, 2017
  • Clauss, Manfred (Hg.): Die römischen Kaiser. 55 historische Portraits von Caesar bis Iustinian, München (C.H. Beck) 1997

Bildnachweise

  • Hauptbild und Porträtzeichnung: künstlerische Interpretation, © DER RÖMER SHOP
  • Bild 1/8: Büste des Caracalla, um 212 n. Chr., Museo Archeologico Nazionale Neapel: Foto Urban (2009), gemeinfrei, Wikimedia Commons
  • Bild 2/8: Aureus des Caracalla, Rom 213 n. Chr., American Numismatic Society (Inv. 1956.184.58): CC0 (gemeinfrei), Wikimedia Commons
  • Bild 3/8: Porträtkopf des Caracalla, 212 bis 217 n. Chr., Metropolitan Museum of Art New York: CC0 (gemeinfrei), Wikimedia Commons
  • Bild 4/8: Antoninian des Caracalla, die von ihm 215 n. Chr. eingeführte Doppeldenar-Münze, 215 bis 217 n. Chr.: Foto Velatrix, CC0 (gemeinfrei), Wikimedia Commons
  • Bild 5/8: Caracalla als Kind, 198 bis 204 n. Chr., aus dem Haus der Vestalinnen, Museo Nazionale Romano (Palazzo Massimo) Rom: Foto Jastrow (2006), gemeinfrei, Wikimedia Commons
  • Bild 6/8: Denar des Caracalla, Rom 210 bis 213 n. Chr., American Numismatic Society (Inv. 1944.100.51470): CC0 (gemeinfrei), Wikimedia Commons
  • Bild 7/8: Bronzeporträt des Caracalla (Fragment), um 212 bis 217 n. Chr., Metropolitan Museum of Art New York: CC0 (gemeinfrei), Wikimedia Commons
  • Bild 8/8: Severer-Tondo: Caracalla unten rechts, daneben das ausgelöschte Gesicht seines Bruders Geta, um 200 n. Chr., Antikensammlung Berlin: Foto Jbribeiro1 (2017), gemeinfrei, Wikimedia Commons

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Andreas Hopson - Der Römer Shop

Über den Autor

Andreas Hopson

Experte für römische Alltagskultur & antike Mosaiktechniken · 25+ Jahre experimentelle Archäologie


Andreas Hopson erforscht, rekonstruiert und vermittelt römische Alltagsgegenstände und die Handwerkstechniken antiker Mosaizisten. Seine Arbeit stützt sich auf das Studium der Quellen, auf die praktische Umsetzung und auf den Austausch in Fachverbänden. Zu den Römern kam er 1997 über das Eventmanagement in Zusammenarbeit mit der Saalburg in Bad Homburg.

Mit seinen Publikationen, Workshops und Rekonstruktionen unterstützt er Museen, Schulen und Forschungseinrichtungen dabei, antikes Handwerk lebendig und nachvollziehbar zu vermitteln.

Mitglied in:Deutscher Archäologen-Verband (DArV)West- und Süddeutscher Verband für Altertumsforschung e.V.Archäologische Gesellschaft zu Berlin e.V.

Projekt:Projekt „Phoenix Pompeji“ · Soprintendenza Archäologica Neapel

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