Statue Fortuna-Tyche, helle Patina, 14 cm: römische Glücksgöttin nach Vorbild aus Nida-Heddernheim
Kurz erklärt
Diese 14 cm hohe Sitzstatuette der römischen Fortuna folgt einem Siedlungsfund aus dem römischen Nida (Frankfurt am Main-Heddernheim) aus dem 2. Jh. n. Chr. Die Replik aus hell patiniertem Alabastergips zeigt die thronende Glücks- und Schicksalsgöttin mit Füllhorn, dem klassischen Attribut ihrer Überfluss-Symbolik. Sie ist als dekorative Lararium- und Vitrinenstatuette konzipiert und gibt einen mittelrheinischen Tonstatuetten-Typus der Civitas Taunensium wieder.
Fortuna-Statuette auf einen Blick
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Authentizitätsgrad: Historische Replik (Stufe 2), fundbezogene Form nach mittelrheinischem Vorbild, Material modern (Alabastergips statt antikem Pfeifenton)
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Material: Alabastergips, hell patiniert
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Maße und Gewicht: Höhe 14 cm, Tiefe 4 cm, Breite 3 cm
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Datierung des Vorbildes: 2. Jh. n. Chr., mittlere Kaiserzeit
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Bekanntestes Vorbild: Siedlungsfund aus dem römischen Nida (Heddernheim), mittelrheinische Werkstattgruppe der Civitas Taunensium
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Antike Quelle: Plinius der Ältere, Naturalis Historia II.22, zur Fortuna als der meistangerufenen Gottheit Roms
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Passende Darstellung: Matrona oder Pater Familias der mittleren Kaiserzeit, zivile Domus-Vorführung, obergermanisch-mittelrheinischer Provinzialkontext
Was ist die Fortuna-Statuette aus Nida und wofür diente sie?
Im 2. Jh. n. Chr. gehörte das römische Nida im heutigen Frankfurt am Main-Heddernheim zu den bedeutendsten Zivilstädten rechts des Rheins, dem Hauptort der Civitas Taunensium. Sitzende Fortuna-Statuetten dieses Typs entstanden in mittelrheinischen Pfeifenton-Werkstätten und dienten in privaten Hausaltären, den Lararia, als Schutz- und Glücksbringer. Eine direkt vergleichbare Statuette aus weißem Pfeifenton mit einer Höhe von 12,9 cm liegt aus dem benachbarten Kastell Saalburg vor und wird auf die Mitte des 2. Jahrhunderts datiert (Archäologisches Landesmuseum Hessen, Inv. P 1104).
Wer hat die Fortuna im römischen Nida verehrt?
Carsten Wenzel, Kustos für Provinzialrömische Archäologie am Archäologischen Museum Frankfurt, ordnet Fortuna-, Minerva- und Epona-Statuetten aus Nida vor allem der weiblichen Verehrung im häuslichen Kult zu. Die Glücksgöttin war jedoch keineswegs nur eine Frauensache: Plinius hält in der Naturalis Historia II.22 fest, dass auf der ganzen Welt, an allen Orten und zu allen Stunden allein Fortuna von allen Stimmen angerufen werde. Im Soldaten-, Handels- und Verwaltungsalltag der nordmainischen Provinzstadt war ihre Anrufung Routine.
Welches Original liegt der Replik zugrunde?
Die Replik bezieht sich auf eine Tonstatuette aus dem Stadtgebiet von Nida-Heddernheim aus dem 2. Jh. n. Chr. Die mittelrheinische Pfeifenton-Werkstattgruppe ist von Roswitha Neu-Kock 1988 für den Kölner Raum aufgearbeitet worden und reicht über Köln, Trier, Worms und Augsburg bis in die Civitas Taunensium hinein. Eine häufig kolportierte Vorstellung, die kleine Glücksgöttin sei in vergoldeter Form als Schlachtfeld-Talisman einzelner Legionäre mitgeführt worden, ist forschungsseitig nicht belegt. Belegt sind dagegen tausende Tonstatuetten aus Hausaltar-Kontexten der westlichen Provinzen, von denen das Heddernheimer Stück ein typischer Vertreter ist.
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Höhe des Originals: rund 13 bis 15 cm, Replik 14 cm
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Originalmaterial: weißer Pfeifenton, in zweischaligem Model gepresst
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Datierung: Mitte bis spätes 2. Jh. n. Chr.
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Werkstattkreis: mittelrheinisch, Produktionsort vermutlich Köln, Trier oder Nida selbst
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Aufbewahrung des Vergleichsstücks: Römerkastell Saalburg (Inv. P 1104) und Archäologisches Museum Frankfurt
Wie unterscheiden sich die Fortuna-Typen ikonographisch?
| Fortuna-Typus |
Datierung |
Attribute |
Material und Verbreitung |
Passende Zuordnung |
| Mittelrheinischer Sitztypus (Heddernheim, Saalburg) |
Mitte bis spätes 2. Jh. n. Chr. |
Strahlenkrone, Füllhorn, Menimane-Tracht |
Pfeifenton, mittelrheinische Werkstätten der Civitas Taunensium |
Provinziale Matrona, Pater Familias, Lararium-Kult |
| Mediterraner Standardtypus |
1. bis 3. Jh. n. Chr. |
Modius oder Diadem, Füllhorn, Steuerruder |
Bronze, italische und westliche Provinzen |
städtische Elite, Schiffer, Händler |
| Isis-Fortuna-Synkretismus |
2. Jh. n. Chr. |
Mondsichel, Modius, Füllhorn, Steuerruder |
Bronze, Reichsweite |
orientalische Kultkreise, Hafenstädte |
| Fortuna Redux (auf Globus) |
kaiserzeitlich |
Globus, Füllhorn, Steuerruder |
Bronze, Münzbild, Reichspropaganda |
Veteran, Verwaltung, kaiserlicher Beamter |
Fortuna-Statuette in der Darstellungspraxis
Im Vorführbetrieb sitzt die helle Statuette mit ihrer Höhe von 14 cm gut auf jedem improvisierten Hausaltar. Aus drei Meter Publikumsdistanz wirkt die helle Patina ruhig und gediegen, fast wie ein Pfeifenton-Original; aus kurzer Distanz sind eventuell Modellnähte am Saumbereich erkennbar, was den Charakter als plausibel rekonstruktive Replik unterstreicht. Das Material verträgt keine Last, keinen Druck und keinen Sturz auf einen Lagerboden.
Passende Darstellungsart: Matrona oder Pater Familias der Civitas Taunensium, mittlere Kaiserzeit, mittelrheinischer Provinzialkontext | Einsatzbereich: Lararium- und Hausaltar-Vorführung in zivilen Domus-Formaten, dekorative Vitrinen- und Tischposition, kein Tragebetrieb, keine Außenwitterung | Aufstellung: stationär auf Hausaltar, Schreibtisch oder im Reisetransport mit Polsterung
- Zentrum der Lararium-Inszenierung neben kleinen Lar-Figuren, einer Öllampe und einem Räucherkelch, klassisch nach Casa-dei-Vettii-Schema
- Tafel- und Domus-Vorführung als Anrufungsobjekt vor einer Würfelpartie oder einer geschäftlichen Verhandlung im Markt- und Handwerkerlager
- Vitrinen- und Schreibtischposition für Sammlerprofile, die einen mittelrheinisch-provinzialen Schwerpunkt aufbauen
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Bekannte Schwächen der Rekonstruktion: Das Original ist Pfeifenton, die Replik ist aus Alabastergips. Das ist ein klarer Materialbruch, der an der hellen Oberfläche zwar weniger ins Auge fällt als bei einer Imitation, ikonographisch aber bewusst gemacht werden sollte. Zudem fehlt das in Heddernheim und Saalburg häufig zusätzlich gehaltene Apfel- oder Granatapfel-Attribut; die Replik beschränkt sich auf das Füllhorn, was vereinfacht. Ein objektgenauer Inventarnummer-Verweis für ein einzelnes Heddernheimer Stück liegt online nicht vor; verifiziert ist das typologisch identische Stück P 1104 vom benachbarten Kastell Saalburg.
Für welche Darstellungen eignet sich die Fortuna-Statuette?
- In einer streng fundbezogenen, museumsnahen Domus-Inszenierung wirkt das Gips-Material störend; hier empfiehlt sich eine Pfeifenton-Replik oder eine Bronze-Statuette mit dokumentiertem Vorbild.
- In plausibel rekonstruktiven Lararien-Aufbauten mit Vermittlungsanspruch trägt die helle Statuette gut, weil sie Pfeifenton optisch nahekommt und ein konkretes Provinzialvorbild zitiert.
- Für Vermittlungsformate an Schulklassen, Familien und gemischtes Museumspublikum spielt sie ihre Stärken aus, da das Sujet (Glücksgöttin mit Füllhorn) auf einen Blick lesbar ist und Plinius II.22 eine sehr griffige Erzählung liefert.
Für Sammler eignet sich die Statuette als preiswerter Einstieg in einen mittelrheinischen Lararium-Aufbau; für Museumspädagogen als robustes Vorführstück, das Schäden im Schulbetrieb durch Reserveexemplare gut puffert.
Häufige Fragen zur Fortuna-Statuette
Worin liegt der ikonographische Unterschied zwischen Fortuna mit Füllhorn und Fortuna mit Steuerruder?
Das Füllhorn betont die Überfluss- und Wohlstandsseite der Göttin und dominiert Tonstatuetten der nordwestlichen Provinzen. Das Steuerruder verweist auf die Lenkung des Schicksals und tritt vor allem an Bronzestatuetten der mediterranen Standardtypen auf. Die Kombination beider Attribute ist auf Münzbildern und großformatigen Bronzen häufig, an mittelrheinischen Pfeifenton-Statuetten dagegen seltener.
Wie pflege ich die Alabastergips-Statuette über mehrere Saisons?
Alabastergips ist hygroskopisch und reagiert auf hohe Luftfeuchte mit Salzausblühungen. Lagerung trocken und staubgeschützt, idealerweise in einer geschlossenen Holzkiste mit Trockenmittelbeutel. Reinigung nur trocken mit weichem Pinsel; keine feuchten Tücher, keine Lösungsmittel. Bei Patina-Abrieb durch Reibung lässt sich die helle Beschichtung mit Acrylfarbe punktuell auffrischen.
Welche zivile Rolle und welches Jahrzehnt passen am besten zur Statuette?
Stimmig sind Darstellungen einer Matrona oder eines Pater Familias der Civitas Taunensium oder benachbarter mittelrheinischer Civitates zwischen 130 und 230 n. Chr. Die mittlere Kaiserzeit liefert mit Hadrian, den Antoninen und den Severern den Hauptzeitraum. Eine spätantike Darstellung passt nicht.
Wie ehrlich ist der Fundbezug zu Heddernheim?
Der Shop verweist auf einen Siedlungsfund aus dem römischen Nida. Online objektgenau dokumentiert ist das typologische Vergleichsstück vom Kastell Saalburg unter der Inventarnummer P 1104. Die mittelrheinische Werkstattgruppe ist beidorts dieselbe, sodass die Replik den Heddernheimer Typus zuverlässig wiedergibt, auch wenn ein einzelnes namentliches Originalstück mit Inventarnummer aus dem AMF-Bestand online nicht abrufbar ist.
Welche Lararium-Elemente kombinieren stimmig mit der Fortuna?
Stimmig sind ein Lar-Pärchen in tanzender Pose, eine Volutenlampe oder Firmalampe nach Loeschcke-Typologie, ein kleiner Räucherkelch und ein Patera-Schälchen für Trankopfer. Datierungstechnisch sollten alle Elemente im 2. Jh. n. Chr. liegen, damit der Aufbau als geschlossene Inszenierung trägt.
Was tun, wenn die Statuette splittert oder bricht?
Bruchstellen lassen sich mit Weißleim oder einem reversiblen Restaurierungskleber auf Polyvinylacetat-Basis fügen. Größere Fehlstellen kann man mit Modelliergips auffüllen und nach dem Trocknen die helle Patina mit Acrylfarbe nachziehen. Für regelmäßigen Vorführbetrieb empfiehlt sich ein Reserveexemplar im Lager, da Gips dauerhaft brüchig bleibt.
Externe Quellen und Literatur zur Fortuna-Statuette
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Wikipedia: Nida (römische Stadt), Übersicht zu Geschichte, Forschungslage und Hauptort der Civitas Taunensium
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Archäologisches Landesmuseum Hessen: Statuette einer sitzenden Fortuna, Saalburg, Inv. P 1104, weißer Pfeifenton, 12,9 cm, mittelrheinische Werkstatt, Mitte 2. Jh. n. Chr.
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Archäologisches Museum Frankfurt, Sammlungs- und Forschungsschwerpunkt zur römischen Stadt Nida, mit Kustode Carsten Wenzel als zentralem Forschungsbezug
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Ingeborg Huld-Zetsche, Nida — Eine römische Stadt in Frankfurt am Main, Schriften des Limesmuseums Aalen 48, Stuttgart 1994 (Zenon DAI), Standardwerk zum römischen Heddernheim
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Roswitha Neu-Kock, Heilige und Gaukler. Kölner Statuetten aus Pfeifenton, Kölner Museums-Bulletin Sonderheft, Köln 1988, Werkstattkreis-Standardwerk zur mittelrheinischen Pfeifenton-Produktion
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Peter Fasold, Die Römer in Frankfurt, Schnell & Steiner, Regensburg 2017, ISBN 978-3-7954-3277-5
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Plinius der Ältere, Naturalis Historia II.22 (lateinischer Volltext, The Latin Library), Schlüsselzeugnis zur Allgegenwart der Fortuna-Anrufung im römischen Alltag
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Aktualisiert am: 06.05.2026