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Römisches Essen / Meeresfrüchte

Makrele, Sardelle und Co bei den Römer

Beliebt war bei den Römern auch die Makrele (scomber). Aus Makrelen machten sie nicht nur das Standardprodukt Salzfisch, sondern außerdem die Fischsauce Garum. In Athen und Rom galt die Salzmakrele gleichermaßen als günstiges Nahrungsmittel für die Massen. Apua, die Sardelle, selten auch sarda genannt, war ein ebenfalls weit verbreiteter und günstiger Fisch bei den Römern. Sie wurden kurz in Öl angebraten oder in einer Salzlake zubereitet. Da die Fische so klein und zierlich sind, wurden sie auch zu einem weiblichen Spitznamen! Das Fleisch des Welses galt bei den Römern als minderwertig und war auch dementsprechend billig. Damals gab es Exemplare mit bis zu drei Metern Länge und 250 kg Gewicht. Für die Bergung eines solchen Fischbrockens mussten manchmal Pferdegespanne herangezogen werden – und es gibt auch eine römische Mähr von Pferd und Wels … Als besonders imposanter Fisch, taucht der Wels auch in der römischen Malerei auf. Dem frischen Seefisch gaben alle Römer den Vorzug vor dem Gesalzenen. Im Landesinneren standen natürlich fast ausschließlich Süßwasserfische zur Verfügung. Zur Zeit der Römer war verdorbener Fisch auch stets eine ernsthafte Bedrohung für die Gesundheit!

Meeresfrüchte

Der Konsum von ostreum oder ostrea (Austern) – so zeigen Ausgrabungen- war ein typischer Teil des Romanisierungsprozesses. Bei größerem Verbrauch legten die Römer eigene Becken an, in den frische Austern zwischengelagert werden konnten. Entsprechende Funde belegen, dass solche Bassins im Kleinformat auch in den entlegenen Gegenden benutzt wurden. Für den Überlandtransport nutzten die Römer eine Eigenschaft der Auster. Wenn man sie mit der gewölbten Seite nach unten in Fässern stapelt, schließen sie ihre Schalenhälften und können bis zu 24 Tage ohne Frischwasserzufuhr lebendig erhalten werden. Apicius empfiehlt hierbei, das Gefäß zuvor mit Essig auszuwaschen! Ebenfalls auf dem Meeresfrüchte-Speiseplan der Römer: Kammmuscheln, Miesmuscheln, Steckmuscheln (mit sehr schmackhaftem Fleisch!), Gienmuscheln, Klappmuscheln, Scheidemuscheln und Bohrmuscheln. Muscheln galten bei den Römern als günstiges Nahrungsmittel.

Meeresfrüchte-Speisekarte der Römer

Römer aßen neben Austern auch gerne Krebse, Langusten und Tintenfische. Polypus (Krake) galt als billige Nahrung an den Küsten. Geschickt fingen die Fischer sie mit Angel, Netz und Dreizack. Gleiches galt dem Tintenfisch, sepi(ol)a. Noch beliebter aber war bei den Römern unter den Meeresfrüchten der Kalmar, für den neben den römischen Rezepten des Apicius auch zahlreiche griechische Rezepte überliefert sind.

Die Römer und die Früchte der Meere

Medizinisch spielte nicht nur der Tintenfisch bei den Römern eine wichtige Rolle, sondern auch der Zitterrochen. Krebse tauchen in der Literatur erst im 5. Jhd. v. Chr. auf. Die größeren Arten galten zu allen Zeiten als essbar und das Fleisch als sehr bekömmlich. Unterschieden wurden vor allem Garnelen und Langusten. Von wirtschaftlicher Bedeutung war der cammarus (Hummer), der im gesamten Mittelmeer gefangen werden konnte. Im Gegensatz zu heute, wo Hummer nur als Delikatesse zu haben ist, war cammarus in der Antike eine durchaus gängige und beliebte Speise des Volkes. Apicius verzeichnet in seinem Kochbuch gleich mehrere Rezepte für Langusten. Echinus, der Seeigel, wurde wegen seines Geschmacks an allen Mittelmeerküsten gefangen. In großer Menge vorhanden, waren sie entsprechend günstig. Die Römer stellten zudem aus Seeigel diverse Laken zum Pökeln von Fischen her. Medizinisch konnte der Seeigel gegen Ekzeme genutzt werden und auch Apicius hat mehrere Rezepte für Seeigel.