Augustus erster römischer Kaiser
Julisch-Claudische Dynastie
IMPERATOR CAESAR DIVI FILIUS AUGUSTUS
Name:
Gaius Octavius
Geburtsdatum:
23. September 63 v. Chr.
Geburtsort:
Rom, Italien
Regierungszeit:
27 v. - 14 n. Chr.
Wurde nach seinem Sieg über Marcus Antonius und Kleopatra in der Seeschlacht von Actium am 2. September 31 v. Chr. alleiniger Herrscher des Römischen Reiches. Wurde am 16. Januar 27 v. Chr. vom römischen Senat zum „Augustus“ und „Princeps“ ernannt.
Ehe/n:
Clodia Pulchra (42–40 v. Chr.)
Scribonia (40–38 v. Chr.)
Livia (37 v. Chr.–14 n. Chr.)
Kinder:
Julia (Tochter von Scribonia)
Eltern:
Mutter: Atia (Nichte von Julius Caesar)
Vater: Gaius Octavius (Senator, Prätor, Ritterstand)
Tod:
19. August 14 n. Chr. in Nola, Italien. Suetonius gibt an, dass er eines natürlichen Todes starb, Tacitus und Cassius Dio berichten jedoch, dass er möglicherweise von seiner Frau Livia vergiftet wurde.
Die abgebildeten Zeichnungen sind künstlerische Interpretationen und orientieren sich an realen archäologischen Artefakten. Sie stellen keine fotografischen Reproduktionen dar und dienen ausschließlich der Veranschaulichung.
„Ich habe eine Stadt aus Ziegeln vorgefunden und eine Stadt aus Marmor hinterlassen“
Der Mann, der aus Ziegeln Marmor machte
Stell dir mal vor, du wachst in einer Stadt auf, in der es mehr Schlaglöcher als Straßen gibt – und ein paar Jahrzehnte später glänzt alles im Licht weißer Marmorbauten.
Willkommen im Rom des Augustus! Der erste römische Kaiser hat nicht nur Geschichte geschrieben, sondern sie gleich in Stein gemeißelt: „Ich habe eine Stadt aus Ziegeln vorgefunden und eine Stadt aus Marmor hinterlassen“, prahlte er – und das zu Recht. Doch Augustus war nicht nur Baumeister, sondern auch der Architekt einer neuen Zeitrechnung. Nach Jahren blutiger Bürgerkriege brachte er Frieden und Wohlstand – und das ganz ohne Sozial media, aber mit jeder Menge Propaganda.
Wenig bekannte Fakten und spannende Einblicke
Der Kaiser zum Anfassen – und zum Ansehen
Augustus war ein Meister der Selbstdarstellung. Während heutige Politiker Selfies posten, ließ Augustus sein Gesicht auf Münzen prägen – Millionenfach!
So trug jeder Bürger sein Konterfei in der Tasche, ob er wollte oder nicht. Und wer glaubt, „Brot und Spiele“ sei nur ein Spruch, irrt: Augustus sorgte für regelmäßige Getreideverteilungen und spektakuläre Gladiatorenspiele – nicht nur, um das Volk bei Laune zu halten, sondern auch, um seine Macht zu sichern.
Familienbande und Familiendramen
Sein Privatleben hätte locker eine antike Soap opera gefüllt: Augustus zwang seine Tochter Julia zu politisch motivierten Ehen, verbannte sie später wegen „unsittlichen Verhaltens“ auf eine Insel und sorgte damit für reichlich Gesprächsstoff in Rom.
Seine Ehe mit Livia Drusilla war legendär – nicht zuletzt, weil Livia angeblich kräftig bei der Nachfolgeplanung mitmischte. Gerüchte um vergiftete Feiern und verschwundene Thronfolger inklusive.
Sittenwächter mit Doppelmoral
Augustus führte strenge Sittengesetze ein: Der Ehebruch wurde bestraft und Kinderreichtum belohnt. Die Ironie des Schicksals: Gerade seine eigene Familie war alles andere als ein Vorbild. Während Augustus Moral predigte, war er selbst von den Gesetzen ausgenommen – „Princeps legibus solutus“ nannte man das damals ganz charmant ;-).
Archäologische Spuren: Augustus zum Anfassen
Wer heute durch Rom spaziert, begegnet Augustus auf Schritt und Tritt: Das Augustusforum, das Marcellustheater und zahllose Tempel zeugen von seinem Bauwahn. Besonders beeindruckend ist das Mausoleum des Augustus, das noch heute im Herzen Roms steht – ein steinernes Selfie für die Ewigkeit.
Funfact: Der Adler und das wächserne Abbild
Als Augustus starb, wurde sein Leichnam auf einem gewaltigen Scheiterhaufen verbrannt. Auf dem Sarg lag ein wächsernes Abbild des Kaisers. Als die Flammen loderten, stieg – so berichten die antiken Quellen – ein Adler auf und schwebte gen Himmel. Für die Römer das Zeichen: Ihr Kaiser war zum Gott geworden.
Augustus heute: Mehr als nur ein Name
Obwohl Augustus vor über 2000 Jahren starb, lebt sein Einfluss weiter: Das Wort „August“ für den Monat stammt von ihm, und viele Bauwerke, Straßen und sogar Städte (Augsburg) tragen noch heute seinen Namen. Seine Kunst, Politik und Propaganda zu verbinden, ist bis heute Schulstoff – und ein Paradebeispiel dafür, wie Geschichte lebendig bleibt.
Lust auf mehr Augustus?
Wie wäre es mit einem Rollenspiel im Unterricht: Wer wird Augustus’ Nachfolger? Oder einer Spurensuche durch die Bauwerke Roms – virtuell oder als Bastelprojekt?
Augustus zeigt noch heute: Geschichte kann mehr als nur alt sein – sie ist voller Drama, Machtspiele und überraschender Wendungen.
Quellen
- Sueton: „Die zwölf Caesaren. Augustus“
- Karl Galinsky: „Augustus: Einführung in die augusteische Zeit“
- Mary Beard: „SPQR – Die tausendjährige Geschichte Roms“
- Jörg Fündling: „Augustus: Aufstieg und Herrschaft“
- Res Gestae Divi Augusti (Tatenbericht des vergöttlichten Augustus)
- Archäologisches Museum Rom, Dauerausstellung Augustus
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