Römische Öllampe Pferd: plastische Tonlampe mit Pferdekopf nach kaiserzeitlichem Vorbild
Kurz erklärt
Die römische Öllampe Pferd ist eine handgefertigte Replik einer plastischen Tonlampe in Pferdekopfform nach kaiserzeitlichem Vorbild aus dem Bestand des Musée Départemental Arles Antique. Das Maul des Pferdes bildet die Tülle, die Einfüllöffnung sitzt hinten oben am Nacken. Datiert wird die Originaltradition in das 1. bis 2. Jahrhundert n. Chr., mit Schwerpunkt auf italisch-mediterranen Werkstätten.
Römische Pferdekopf-Öllampe auf einen Blick
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Authentizitätsgrad: Historische Replik (Stufe 2). Terrakotta-Replik nach Vorbild aus dem Musée Départemental Arles Antique, kein konkreter Einzelfund mit Inventarnummer öffentlich nachgewiesen.
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Material: Naturfarbene Terrakotta, hell patiniert, ohne moderne Farbgebung
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Maße: 15,2 × 4,7 × 7,5 cm, handlich in einer Hand zu führen
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Datierung des Vorbildes: 1. bis 2. Jahrhundert n. Chr., italisch-mediterrane Werkstatt-Tradition
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Bekanntestes Vorbild: Plastische Pferdekopflampe aus dem Bestand des Musée Départemental Arles Antique (Antikes Departementsmuseum von Arles)
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Antike Quelle: Martial, Apophoreta XIV.39 (lucerna cubicularis) und XIV.41 (lucerna polymyxos), publiziert ca. 84/85 n. Chr.
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Passende Darstellung: Zivile Hauslampe, frühe bis mittlere Kaiserzeit, italische Halbinsel oder westliche Provinzen, Insula- oder Tafelkontext
Was ist eine plastische Tierlampe in der römischen Welt?
Plastische Tonlampen, deren Körper einen Tierkopf oder ganzen Tierkörper nachbildet, treten ab dem späten 1. Jahrhundert v. Chr. auf und erreichen ihre größte Verbreitung im 1. und 2. Jahrhundert n. Chr. Sie laufen in der Forschungsliteratur unter dem Bailey-Typ Q und ergänzen die runde Bildlampe um eine Klasse figürlicher Sonderformen. Ein gut datierter Anker für die kaiserzeitliche Produktion mit Arles-Bezug liefert eine Atlas-Bildlampe aus der Nekropole von Trinquetaille im Bestand des Musée départemental Arles antique (Inv. CIM.1966.23, datiert auf das 1. bis frühe 2. Jh. n. Chr.). Sie zeigt das technische Niveau und den Datierungshorizont, in den die plastische Pferdekopflampe gehört.
Wie ist die Lampe konstruiert?
Der gesamte Lampenkörper bildet einen stilisierten Pferdekopf. Das Maul des Tieres dient als Tülle, in der der Docht sitzt; die Einfüllöffnung für das Öl liegt hinten oben am Nacken. Im Inneren verläuft ein ovaler Hohlraum, der das Öl zur Maultülle leitet. Diese Bauweise ist typisch für plastische Tierlampen mediterraner Herkunft und unterscheidet sich klar von runden Bildlampen (Loeschcke I bis VIII), bei denen das Bildmotiv im Spiegel sitzt und Tülle wie Einfüllöffnung in einer Ebene liegen.
Welche Werkstätten produzierten Pferdedarstellungen?
Wie Donald M. Bailey in A Catalogue of the Lamps in the British Museum, Vol. II (1980) festhält, sind plastische Lampen mit Tierköpfen vor allem aus italischen und ägyptischen Massenproduktionen der frühen und mittleren Kaiserzeit überliefert. Italische Werkstätten der flavischen bis antoninischen Zeit setzten den Pferdekopf häufig als plastische Anse oder Reflektor auf mehrtüllige Lampen ein. Gallische Pferdekopflampen mit Vollkörper-Plastik dagegen sind forschungsseitig vor allem spätantik bezeugt, namentlich aus dem atelier Larrey in Toulouse (Musée Saint-Raymond, 4. bis 5. Jh. n. Chr.). Die Forum-Traiani-Replik orientiert sich an der älteren italisch-mediterranen Importtradition des 1. und 2. Jh., die nach Arelate über die Rhônemündung in den Süden Galliens gelangte. Eine zusätzliche Open-Access-Übersicht zur Typologie der Lampen bietet der Getty-Katalog von Bussière und Wohl (2017).
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Länge: 15,2 cm vom Hinterkopf bis zur Maultülle
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Breite: 4,7 cm, schmale plastische Form
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Höhe: 7,5 cm, kompakt
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Material: Terrakotta, helle Tonfarbe ohne moderne Farbgebung
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Datierungsfenster: 1. bis 2. Jh. n. Chr., italisch-mediterrane Werkstatt-Tradition
Wie unterscheidet sich die plastische Pferdekopflampe von anderen römischen Lampentypen?
| Lampentyp |
Datierung |
Konstruktion und Maße |
Passende Darstellung |
| Plastische Pferdekopflampe (Bailey-Typ Q-nah) |
1. bis 2. Jh. n. Chr. |
Vollplastischer Tierkopf, Tülle im Maul, Einfüllöffnung am Nacken, ca. 15 cm Länge |
Zivile Hauslampe, italisch-mediterran, Insula- oder Tafelkontext |
| Volutenlampe Loeschcke I |
späte 1. Jh. v. bis Mitte 1. Jh. n. Chr. |
Runder Spiegel mit Bildmotiv, dreieckige Tülle mit Voluten, ca. 9 bis 11 cm Länge |
Militärische und zivile Standardlampe der frühen Kaiserzeit |
| Bildlampe Loeschcke VIII |
späte 1. bis 3. Jh. n. Chr. |
Runder Spiegel mit Reliefdekor, kurze runde Tülle, ca. 8 bis 10 cm Durchmesser |
Massenproduktion Hochkaiserzeit, ziviler Alltag und Heer |
| Firmalampe Loeschcke IX/X |
flavisch bis 3. Jh. n. Chr. |
Ovaler Körper mit Werkstattstempel auf der Unterseite, schmuckarm |
Heeresversorgung in Limesprovinzen, Garnisonsalltag |
| Pferdekopf-Lampe Toulouse (atelier Larrey) |
4. bis 5. Jh. n. Chr. |
Bildlampe mit plastischer Pferdekopf-Anse, lokale Produktion |
Spätantike Lokaltradition Aquitanien, nicht passend zur frühen Kaiserzeit |
Pferdekopf-Öllampe in der Darstellungspraxis
Die plastische Pferdekopflampe funktioniert im Reenactment-Kontext nicht als Lichtquelle, sondern als Display-Objekt auf der Tafel, im Lararium-Aufbau oder im Marktstand. Aus drei bis fünf Metern Publikumsdistanz vermittelt sie die Silhouette einer figürlichen Lampe; aus einem halben Meter Naheinsicht werden die Konstruktionsdetails sichtbar, also Maul als Tülle, Einfüllöffnung am Nacken und helle Tonfarbe ohne moderne Glasur. Die geringe Breite von 4,7 cm macht sie sturzempfindlich auf unebenen Tischbrettern, was eine ruhige Standposition voraussetzt.
Passende Darstellungsart: Zivile Hauslampe der italisch-mediterranen Tradition, 1. bis 2. Jh. n. Chr., geeignet für Pater Familias, Matrona, Tabernarius, Caupo und Lucernarius-Darstellung | Einsatzbereich: Insula-Tafel, Lararium-Aufstellung, Caupo- oder Taberna-Stand, Vorführung der Lampenkonstruktion vor Publikum; nicht für aktiven Brennbetrieb vorgesehen | Nutzung: Statisch im Display, eine separate Sicherheitsbeilage liegt dem Produkt bei
- Aufstellung auf dem cena-Tisch als Tafel-Element neben Terra Sigillata und Bechern, Pferdekopf zum Publikum gerichtet
- Integration ins Lararium-Ensemble neben Lar, Penates und Räucherschale, als Hinweis auf das abendliche Hausgebet bei Lampenlicht
- Vorführung im Caupo-Stand: die schmale Tülle im Maul macht das Funktionsprinzip bei naher Erklärung gut nachvollziehbar, ohne dass eine Flamme nötig wäre
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Bekannte Schwächen der Rekonstruktion: Kein konkreter Einzelfund mit Inventarnummer aus dem MDAA öffentlich verifizierbar; die Datierung 1. bis 2. Jh. ist für plastische Pferdekopflampen aus südgallischer Lokalproduktion forschungsseitig dünn, die kaiserzeitliche Tradition stammt aus italisch-mediterranen Importwerkstätten; die helle Patinierung ohne Engobe-Spuren ist ein moderner Fertigungskompromiss gegenüber Originalen, die teils einen orangebraunen Überzug trugen.
Für welche Anwendungen eignet sich die Pferdekopflampe?
- Statische Lagerdarstellung im Insula- oder Taberna-Aufbau funktioniert gut, ein aktiver Brennbetrieb ist nicht vorgesehen und wird auch nicht empfohlen.
- Eng datierte Darstellungen (claudisch, flavisch, trajanisch, hadrianisch) bleiben tragfähig, weil das Importfenster 1. bis 2. Jh. die Hauptphase italisch-mediterraner plastischer Lampen abdeckt; spätantike Darstellungen verlangen andere Vorlagen, etwa Toulouse-Typen.
- Streng fundbezogene Impressionen verlangen eine Inventarnummer als Anker; vermittlungsorientierte Einsätze auf Marktstand und Tafel lassen mehr Spielraum für die Replik als Demonstrationsstück.
Für Sammler im engeren Sinne und Museumspädagogen ist die Lampe in zweiter Linie geeignet: als Themenecken-Anker für eine Antike-Sammlung mit Schwerpunkt Wohnen, oder als Hands-on-Rotationsobjekt für Familienführungen.
Häufige Fragen zur römischen Pferdekopf-Öllampe
Was unterscheidet eine plastische Tierlampe von einer klassischen Bildlampe?
Die klassische Bildlampe (Loeschcke I bis VIII) besteht aus einem runden Reservoir mit Spiegel-Medaillon und seitlicher Tülle, das Tier erscheint dort nur als Reliefmotiv. Bei der plastischen Lampe wird die Tierform zum Lampenkörper selbst, also bildet der Pferdekopf das Reservoir und das Maul die Tülle. Plastische Lampen waren in flavischer und antoninischer Zeit als Luxus- oder Geschenkartikel italischer Werkstätten verbreitet, runde Bildlampen blieben das Alltagsformat.
Welche Impression passt zu dieser Lampe?
Sie eignet sich für zivile Darstellungen der frühen bis mittleren Kaiserzeit (1. bis 2. Jh. n. Chr.), schwerpunktmäßig in italisch-mediterranen Wohn- oder Wirtskontexten: Pater Familias mit Tafel, Caupo im Wirtshausstand, Tabernarius im Marktbetrieb. Für streng nordprovinziale Limeskastell-Darstellungen ist sie weniger passend, weil dort Firmalampen Loeschcke IX und X dominieren. Wer im Zweifel ist, kombiniert sie mit einer Standard-Bildlampe Loeschcke VIII, die in beiden Welten getragen wird.
Wie lagere und pflege ich die Lampe zwischen den Events?
Terrakotta wird trocken und stoßgeschützt gelagert, am besten einzeln in Filz oder weichem Stoff gewickelt in einer Holzkiste. Feuchte Kellerräume führen über mehrere Saisons zu Ausblühungen und feinen Rissen im Tonkörper. Bei Beschädigung lässt sich der Tonkörper mit weißem PVA-Leim (Holzleim) im Lager wieder zusammenfügen, größere Bruchstellen brauchen eine restauratorische Hand.
Lässt sich die Lampe mit meiner übrigen Standardausrüstung kombinieren?
Auf der cena-Tafel passt sie neben Terra Sigillata der Formen Drag. 27 oder 37, neben einfache Becher und Olla. Im Lararium ergänzt sie Lar-Figuren und Penates ohne stilistischen Bruch. Mit Volutenlampen Loeschcke I steht sie chronologisch im Frühbereich der gemeinsamen Standphase, mit Firmalampen Loeschcke IX im Spätbereich. Die Kombination mit einer Standard-Bildlampe Loeschcke VIII ist die unauffälligste Tisch-Lösung.
Kann ich die Lampe mit Öl betreiben?
Ein aktiver Brennbetrieb ist nicht vorgesehen. Die Lampe ist als statisches Display-Stück konzipiert; eine separate Sicherheitsbeilage liegt dem Produkt bei. Für die Vorführung des Konstruktionsprinzips reicht die Aufstellung mit erkennbarer Maultülle und Einfüllöffnung am Nacken; für aktive Vorführungen mit offener Flamme sind speziell ausgewiesene Brenn-Lampen aus dem Programm besser geeignet.
Externe Quellen und Literatur zur römischen Pferdekopflampe
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Wikipedia: Apophoreta. Überblicksartikel zu Martials Geschenk-Epigrammen, in denen die lucerna als Saturnalien-Geschenk dokumentiert ist.
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Musée départemental Arles antique: Lampe à huile décorée d'un portrait d'Atlas, Trinquetaille, Inv. CIM.1966.23. 3D-Modell einer kaiserzeitlichen Bildlampe aus der Arles-Nekropole, datiert auf das 1. bis Anfang 2. Jh. n. Chr.
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Bussière, Jean / Wohl, Birgitta L. (2017): Ancient Lamps in the J. Paul Getty Museum, Los Angeles. Open-Access-Standardkatalog mit vollständiger Typologie nach Loeschcke, Bailey und Bussière.
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Bailey, Donald M. (1980): A Catalogue of the Lamps in the British Museum, Vol. II: Roman Lamps Made in Italy, London. Standardwerk zur italischen Lampenproduktion einschließlich plastischer Tierlampen (Bailey-Typ Q).
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Leary, Timothy J. (1996): Martial Book XIV: The Apophoreta, London. Kommentar zu Martials Geschenk-Epigrammen einschließlich der lucerna-Gedichte XIV.39 und XIV.41.
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Martial, Marcus Valerius: Apophoreta XIV.39 (lucerna cubicularis) und XIV.41 (lucerna polymyxos). Lateinischer Volltext, publiziert ca. 84/85 n. Chr.
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Aktualisiert am: 12.05.2026