Stein von Rosette Replikat 34x28 cm — Wandrelief der Dreischrift für Schule und Museumspädagogik
Kurz erklärt
Der Stein von Rosette ist eine Granodiorit-Stele mit dem Memphis-Dekret von 196 v. Chr., dessen Text in Hieroglyphen, Demotisch und Altgriechisch untereinander steht. Dieses Replikat überträgt die Dreischrift als Wandrelief im Format 34 × 28 cm in Alabaster-Naturgips-Mischung und macht das Original British Museum EA24 als Quellenobjekt für Sekundarstufe und Museumsdidaktik greifbar.
Stein von Rosette Replikat auf einen Blick
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Authentizitätsgrad: Darstellungs- und Einstiegsmodell (Stufe 1) — Material Alabaster-Gips statt Granodiorit, verkleinerte Vermittlungs-Replik mit moderner Aufhängung
- Material: feine Alabaster-Naturgips-Mischung, schwarz eingefärbt, Oberfläche mit Steinanmutung
- Maße und Gewicht: ca. 34 × 28 × 1 cm, ca. 1,58 kg, rückseitig konfektionierte Aufhängung
- Datierung des Vorbildes: ptolemäisches Ägypten, Memphis-Dekret vom 27. März 196 v. Chr.
- Bekanntestes Vorbild: Rosetta Stone im British Museum, London, Granodiorit-Stele mit 14 Zeilen Hieroglyphen, 32 Zeilen Demotisch und 54 Zeilen Altgriechisch
- Antike Quelle: synodaler Priesterbeschluss in Memphis zugunsten Ptolemaios V. Epiphanes, datiert „4 Xandikos / 18 Mekhir"
- Passender Vermittlungskontext: Sek I (Schriftträgerkunde, Quellengattungen), Sek II (Methode Parallelvergleich, Wissenschaftsgeschichte 19. Jh.), Museumsstation und Lehrerfortbildung
Was zeigt das Memphis-Dekret von 196 v. Chr. und warum ist es für Quellenarbeit so wichtig?
Das Original ist eine Granodiorit-Stele aus dem ptolemäischen Ägypten, ausgestellt im British Museum, London, unter der Inventarnummer EA24. Sie trägt einen synodalen Beschluss der ägyptischen Priesterschaft vom 27. März 196 v. Chr. zugunsten des jungen Königs Ptolemaios V. Epiphanes und ist erst 1799 im Fort Saint Julien bei Rashid wiederverwendet aufgefunden worden.
Für den Geschichts- und Lateinunterricht zählt nicht der politische Inhalt allein, sondern die formale Eigenart: Ein Text, drei Schriften, ein Stein. Diese Konstellation lässt sich am Replikat sauber zeigen, ohne dass Lerngruppen gleich entziffern müssen.
Welche Schriften stehen am Original und in welcher Reihenfolge?
- Oben 14 erhaltene Zeilen ägyptische Hieroglyphen (sakrale Schrift, fragmentarisch)
- Mitte 32 Zeilen Demotisch (Verwaltungs- und Alltagsschrift, am vollständigsten erhalten)
- Unten 54 Zeilen Altgriechisch (Sprache der ptolemäischen Verwaltung, mit diagonalem Bruch unten rechts)
- Erhaltene Originalmaße ca. 112,3 × 75,7 × 28,4 cm, Gewicht ca. 760 kg
- Material Granodiorit, vermutlich aus dem Steinbruch Gebel Tingar bei Aswan
Warum gilt der Stein als Schlüssel zur Hieroglyphen-Entzifferung — und was wird dabei oft vereinfacht?
In der Schulliteratur wird oft suggeriert, Jean-François Champollion habe „den Stein gelöst". Das ist verkürzt. Champollion legte die Methode 1822 in seiner Lettre à M. Dacier öffentlich vor und entwickelte sie 1824 im Précis du système hiéroglyphique aus. Die Rosetta-Stele war dabei ein Schlüsseldokument unter mehreren, gerade Kartuschen aus Philae spielten beim Phonetik-Beweis eine entscheidende Rolle. Der englische Arzt Thomas Young hatte demotische Vorarbeiten geliefert.
Friedhelm Hoffmann und Stefan Pfeiffer (2021) zeigen in ihrer deutschen Gesamtübersetzung des Dekrets, dass schon der hieroglyphische und der griechische Teil intern ein Datum nennen, das nicht mit der demotischen Zeile übereinstimmt. Solche Brüche taugen für Sek II als Einstieg in echte Quellenkritik.
Welche weiteren Kopien des Memphis-Dekrets sind erhalten und warum sind sie für den Unterricht relevant?
| Vorbild / Replik |
Material und Maße |
Datierung und Fundort |
Aufbewahrung |
Eignung im Vermittlungskontext |
| Rosetta Stone (Original) |
Granodiorit, ca. 112 × 76 × 28 cm, ca. 760 kg |
196 v. Chr., Fort Saint Julien (Rashid), 1799 |
British Museum, London, Inv. EA24 |
Referenzobjekt, nur über Foto und Faksimile zugänglich |
| Nubayrah-Stele |
Kalkstein, ca. 127 × 51 cm, oben gerundet |
Memphis-Dekret, gefunden 1880er Jahre nahe Damanhur |
Egyptian Museum, Kairo, JE 5576 / CG 22188 |
Ergänzung der fehlenden Hieroglyphenzeilen am Londoner Stein, Quellenkundeprojekt Sek II |
| Philensis-Wandinschriften |
Sandstein, in Tempelwand eingearbeitet |
spätptolemäisch, teils überschrieben |
Tempel von Philae, vor Ort erhalten |
Beispiel für Mehrfach-Aufstellung von Dekreten in Tempeln, Methode Parallelvergleich |
| Forum Traiani Replik (dieses Produkt) |
Alabaster-Naturgips-Mischung, ca. 34 × 28 × 1 cm, ca. 1,58 kg |
Vorbild 196 v. Chr., Fertigung in Ägypten |
Klassenzimmer, Museumsstation, Lehrerzimmer |
Hands-on-Objekt für Sek I und Sek II, Stationenlernen, Lehrerfortbildung |
Stein von Rosette Replikat in der Vermittlungsarbeit
In den Klassenraum passt das Wandrelief sehr gut: Die Blockstruktur ist aus 5 m Entfernung erkennbar, das Gewicht von ca. 1,58 kg lässt sich an einer geprüften Aufhängung sicher montieren, und die kühle, leicht griffige Oberfläche provoziert Lerngruppen tatsächlich zum Anfassen. Genau das ist gewollt: Schriftträger statt Schriftbild.
Passende Darstellungsart: Sek I (Klasse 5–7) zur Schriftträgerkunde, Sek II zur Methode Parallelvergleich, Museumsstation Hands-on und Lehrerfortbildung Quellenarbeit | Einsatzbereich: Wandobjekt im Klassenzimmer und Hands-on-Station, geeignet für wiederholtes Anfassen durch Schulgruppen, nicht stoßfest, nicht für Außenbereiche | Tragezeit / Nutzung: dauerhaft als Wandobjekt, im Stationenlernen ganztägig auf Tisch oder Pult belastbar
- Beobachtungsstation Klasse 5–7: Lerngruppen beschreiben zuerst nur die drei Schriftblöcke, ohne Inhalt zu lesen, und ordnen sie räumlich oben/Mitte/unten zu
- Methodentraining Sek II: Vergleich des Replikats mit Foto des Originals EA24 und mit der Nubayrah-Stele aus Kairo, Frage „Welche Zeilen fehlen warum?"
- Hands-on-Station im Museum: Tastauftrag mit verbundenen Augen, danach Rückbezug zur Schriftträger-Funktion eines Dekrets in einem Tempelhof
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Bekannte Schwächen der Rekonstruktion: Die Inschriftflächen sind als Reliefbild nachempfunden und nicht philologisch lesbar. Wer am Schriftbild forschen will, braucht das Faksimile von Stephen Quirke und Carol Andrews (British Museum Press 1988). Das Material weicht vom Original ab. Die Reduktion auf 34 × 28 cm verzerrt die Wirkung der Stele als Tempelmonument, das aufrecht gut über einen Meter maß.
Für welche Unterrichts- und Vermittlungssituationen lohnt sich das Relief?
- Soll Quellenarbeit konkret werden statt nur Folienwissen, dann ist eine permanent montierte Inschriftrepräsentation im Raum sinnvoller als ein Lehrbuchfoto
- Plant ein Kollegium eine Projektwoche zu „Schrift und Macht", trägt das Relief die Verbindung von Dekret (196 v. Chr., ptolemäisches Ägypten) und Museumsbezug (British Museum EA24)
- In streng fundbezogenen Vereinsdarstellungen taugt das Stück nicht als Vitrinen-Replik neben einem Original. In vermittlungsorientierten Kontexten von Schule, museumspädagogischen Werkstätten und Lehrerfortbildungen entfaltet es seine Stärke
Für sekundäre Zielgruppen: Vermittler in archäologischen Freilichtanlagen nutzen das Stück als Anschauungsobjekt zur Lese- und Schriftgeschichte; geschichtsinteressierte Eltern hängen es daheim als Gesprächsanlass für Hausaufgaben und Referate auf.
Häufige Fragen zum Stein von Rosette Replikat
Wie altersgerecht und sicher ist das Wandrelief im Schulbetrieb?
Die Empfehlung beginnt ab Klasse 7 (zwölf Jahre), in begleiteter Form mit Lehrkraft auch ab Klasse 5. Die Kanten sind weich, das Gewicht von ca. 1,58 kg erfordert eine fachgerechte Aufhängung mit passenden Dübeln (Hohlraumdübel für Gipskartonwand, Universaldübel für Mauerwerk).
An welche Lehrplaninhalte schließt das Replikat in Sek I und Sek II konkret an?
In Sek I bedient es Module zu Hochkulturen Ägyptens, Schriftgeschichte und Quellengattungen (Inschrift, Stele, Dekret). In Sek II passt es zu „Wissenschaft und Methode" im Geschichtsunterricht, zur Wissenschaftsgeschichte des 19. Jh. und im Lateinunterricht zum hellenistischen Sprachkontakt mit Altgriechisch als Verwaltungssprache.
Welche Inhalte lassen sich am Objekt erschließen und welche nicht?
Erschließbar sind Schriftträger, Schriftblock-Anordnung, Funktion eines Priesterdekrets, Mehrsprachigkeit als politisches Werkzeug der Ptolemäerzeit. Nicht erschließbar ist eine philologische Volltextarbeit, weil die Inschrift nachempfunden ist; dafür braucht es das Faksimile von Quirke und Andrews oder die Übersetzung von Hoffmann und Pfeiffer.
Wie pflegen wir das Relief nach Schulgruppen-Einsatz und über mehrere Schuljahre?
Trocken abstauben mit weichem Baumwoll- oder Mikrofasertuch, kein Wasser, keine Reinigungsmittel, keine Scheuerschwämme. Ablagerungen von Fingerfett verschwinden meist mit einem leicht angefeuchteten Tuch und sofortigem Trockenwischen. Lagerung trocken bei Raumtemperatur, nicht im Keller, da Gips Feuchte zieht.
Wie nah am Original ist das Stück tatsächlich?
Es ist als Darstellungs- und Einstiegsmodell konzipiert: Material, Maßstab und Inschriftfläche weichen bewusst vom Original British Museum EA24 ab. Wer eine Vitrinen-Replik in Originalformat sucht, ist mit musealen Gipsabgüssen wie dem Cornell Cast oder einem Faksimile-Druck besser bedient.
Können wir das Replikat in einer Lehrerfortbildung und im offenen Museumsbetrieb gleichzeitig einsetzen?
Ja, für beides ist es ausgelegt. Im offenen Museumsbetrieb empfiehlt sich eine wandfeste Montage in Augenhöhe mit kurzer Kontextkarte (Fundort Fort Saint Julien, Aufbewahrung British Museum EA24, Datierung 196 v. Chr.). In der Fortbildung lässt es sich vom Haken nehmen und auf einem Tisch herumreichen.
Externe Quellen und Literatur zum Stein von Rosette
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Wikipedia: Stein von Rosette — Übersicht zu Dekret, Datierung und Forschungsgeschichte
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British Museum: The Rosetta Stone, Inv. EA24 — Online-Katalog des Originalobjekts mit Fundort und Materialangabe
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Deutsche Digitale Bibliothek — Kontext zu Schriftblöcken und Erhaltungszustand der Dreischrift
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Wikidata: Nubayrah-Stele Q17012834 — Stammdaten zur Parallelkopie im Egyptian Museum, Kairo
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Hoffmann, Friedhelm / Pfeiffer, Stefan (2021): Der Stein von Rosetta. Stuttgart: Reclam, Universal-Bibliothek 14200 — erste deutsche Gesamtübersetzung mit Rekonstruktion und Erläuterung der drei Textfassungen
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Quirke, Stephen / Andrews, Carol (1988): The Rosetta Stone. Facsimile Drawing with an Introduction and Translations. London: British Museum Press — philologisches Faksimile für Volltextarbeit
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Parkinson, Richard B. (2005): The Rosetta Stone. London: British Museum Press — kompakte Forschungsmonografie für Lehrerhand
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Champollion, Jean-François (1822): Lettre à M. Dacier relative à l'alphabet des hiéroglyphes phonétiques. Paris: Firmin Didot — historische Primärquelle der Hieroglyphen-Entzifferung, Digitalisat Gallica BnF
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Aktualisiert am: 04.05.2026