Relief Abu Simbel: Felsentempel Ramses' II. als Wandbild aus Alabastergips
Kurz erklärt
Das Relief Abu Simbel ist ein Wandbild aus Alabastergips mit Antikpatina, das die Fassade des Großen Felsentempels Ramses' II. im Format 27x22 Zentimeter zeigt. Der Originaltempel entstand im 13. Jahrhundert v. Chr. im ägyptischen Nubien und gehört seit 1979 zum UNESCO-Welterbe. Vorbild ist die Front mit den vier rund 20 Meter hohen Sitzkolossen des Pharao.
Abu Simbel auf einen Blick
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Authentizitätsgrad: Historische Replik (Stufe 2): Wandformat aus Alabastergips, optisch am Vorbild orientiert, verkleinert
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Material: Alabastergips mit Antikpatina, fertige Aufhängung rückseitig.
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Maße: 27 x 22 cm, Tiefe 1,5 cm, Gewicht 1,27 kg.
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Vorbild: Großer Tempel Ramses' II. in Abu Simbel, Bauphase ca. 1264 bis 1244 v. Chr.
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Lage des Originals: Westufer des Nassersees, ägyptisches Nubien, etwa 240 km südwestlich von Assuan.
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Antike Quelle: Herodot, Historien 2,161 (Feldzug des Psammis nach Aithiopien um 593 v. Chr.).
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Status: UNESCO-Welterbe seit 1979, Listeneintrag Nr. 88.
Wer ließ den Felsentempel Abu Simbel bauen und wann?
Der Große Tempel von Abu Simbel entstand im 13. Jahrhundert v. Chr. unter Pharao Ramses II. aus der 19. Dynastie des Neuen Reiches und wurde direkt in den Sandsteinfels am Westufer des Nils geschlagen. Die geängigen Datierungen liegen bei etwa 1264 bis 1244 v. Chr., das genaue Anfangsjahr bleibt in der Ägyptologie umstritten. Die Fassade trägt vier rund 20 Meter hohe Sitzkolosse des Königs, die in identischer Pose den Sonnenaufgang erwarten. Das Wandrelief im Shop bildet genau diese Front nach.
Eine verbreitete Lesart erklärt den Tempel zum Siegesdenkmal für die Schlacht von Kadesch (1274 v. Chr.) gegen die Hethiter. Die Realität ist sperriger: Die Schlacht endete militärisch unentschieden, und sechzehn Jahre später besiegelte ein Friedensvertrag das Patt. Die Reliefs der Nordwand im Inneren glorifizieren Ramses trotzdem als alleinigen Triumphator. Der Tempelbau war damit weniger Erinnerung als politische Inszenierung gegenüber dem tributpflichtigen Nubien, wie der ausführliche Artikel auf Wikipedia zum Tempel von Abu Simbel dokumentiert.
Wo lag der Tempel ursprünglich, wo steht er heute?
Die ursprüngliche Position lag am Westufer des Nils zwischen erstem und zweitem Katarakt. Wegen des steigenden Wassers des Assuan-Staudamms wurde der Tempel zwischen 1963 und 1968 in über tausend Blöcke zerschnitten und 64 Meter höher auf der Hochebene wieder zusammengesetzt. Die Versetzung kostete rund 80 Millionen US-Dollar, getragen von über 50 Staaten unter Koordination der UNESCO-Welterbeliste Nr. 88. Diese Aktion wurde zum Aufhänger für die Welterbekonvention von 1972.
Welche Reliefs schmücken den Innenraum?
An der Nordwand der großen Pfeilerhalle befindet sich ein 17 mal 9 Meter großes Wandrelief der Schlacht von Kadesch. Es zeigt das ägyptische Lager, den Kriegsrat des Pharao, die Streitwagenschlacht und die Stadt Kadesch am Orontes. Weitere Wandbilder dokumentieren Feldzüge gegen Libyer und Nubier. Diese Bildprogramme machen Abu Simbel neben Karnak und dem Ramesseum zur ausführlichsten erhaltenen Kriegsdarstellung des alten Ägypten.
- Bauherr: Ramses II., regierte ca. 1279 bis 1213 v. Chr.
- Ausrichtung: Fassade nach Osten, Sonnenwunder am 21. Februar und 21. Oktober
- Eindringtiefe in den Felsen: 63 Meter (Großer Tempel)
- Höhe der Fassadenkolosse: rund 20 Meter
- Wiederentdeckung für Europa: Johann Ludwig Burckhardt, 22. März 1813
Wie verhält sich Abu Simbel zu anderen nubischen Tempeln Ramses' II.?
| Tempel |
Datierung und Funktion |
Architektonisches Merkmal |
Heutiger Standort |
| Großer Tempel Ramses' II. (Abu Simbel) |
ca. 1264 bis 1244 v. Chr., Königskult und Reichsgötter Amun-Re, Ptah, Re-Harachte |
vier 20 m hohe Sitzkolosse, 63 m Eindringtiefe, Sonnenwunder zweimal jährlich |
versetzt 1968, Insel im Nassersee |
| Hathor-Tempel der Nefertari (Abu Simbel) |
etwa zeitgleich, gewidmet der Königsgemahlin Nefertari und der Göttin Hathor |
sechs 10 m hohe Fassadenstatuen, davon zwei der Königin in Pharaonengröße |
versetzt 1968, neben dem Großen Tempel |
| Beit el-Wali (ursprünglich Kalabscha) |
frühe Regierungszeit Ramses' II., Felsentempel mit Kriegsdarstellungen gegen Nubier und Asiaten |
einfacher Felsschnitt, eingangsnaher Hof, kein Kolossstatuen-Programm |
versetzt 1965, Insel Neu-Kalabscha bei Assuan |
| Wadi es-Sebua |
spätere Regierungszeit, geweiht Amun-Re, Re-Harachte und Ramses II. selbst |
kombinierte Bauweise aus gemauerter Pylonanlage mit Sphingenallee und Felsschnitt |
versetzt 1964, vier Kilometer westlich des ursprünglichen Standorts |
Wie lässt sich das Relief im Geschichtsunterricht einsetzen?
Beim Auspacken fällt sofort die plastische Tiefe der Antikpatina auf: Die Fugen zwischen den vier Sitzfiguren werfen unter Streiflicht klare Schatten und machen die Mittelachse als Tempeleingang gut erkennbar. Schüler greifen das Relief gerne mit beiden Händen, weil das Format und das Gewicht von 1,27 kg ein Buch ersetzen, ohne aus den Händen zu rutschen. Wie der Berliner Ägyptologe Karl Richard Lepsius (1844) in seinen Reiseberichten aus Nubien festhielt, beeindrucken die Sitzkolosse besonders durch ihre rhythmische Vierfach-Wiederholung — ein Effekt, der im Kleinformat erstaunlich gut erhalten bleibt.
Einsatz: Klasse 5 bis 6 (Sek I) | Dauer: Einzelstunde oder Stationenlernen | Thema: Pharao als Gottkönig (Religion und Herrschaft im Alten Ägypten)
- Die vier identischen Sitzkolosse abzählen lassen und als Selbstinszenierung des Pharao deuten: vier gleiche Bilder ein und desselben Herrschers signalisieren Allgegenwart und Ewigkeit.
- Blickrichtung der Statuen nach Osten am Relief mit Kompass nachvollziehen, um das Sonnenwunder am 21. Februar und 21. Oktober zu erschließen, an dem das Licht bis ins Allerheiligste vordringt.
- Das beschädigte Gesicht der zweiten Statue von links auf dem Original ansprechen: ein antikes Erdbeben hat es zerstört, die Versetzung 1968 hat den Schaden bewusst belassen.
Wie hilft mir das Relief in einer konkreten Stunde?
- Für Freiarbeit eignet sich das robuste Format gut, weil das Wandbild auf den Tisch gelegt und im Kreis betastet werden kann, ohne Schaden zu nehmen.
- Bei einer Bildquellenanalyse zur Frage "Wie inszeniert sich ein Pharao?" liefert die Vierfach-Wiederholung der Sitzfigur einen direkt visuellen Beleg, der ohne Vorwissen verständlich bleibt.
- In der Oberstufe lässt sich das Objekt zur Diskussion über antike Geschichtspolitik nutzen: Die Schlacht von Kadesch endete unentschieden, das Bildprogramm im Tempelinneren feiert dennoch einen Triumph.
Häufige Fragen zum Relief Abu Simbel
Was ist der Unterschied zwischen dem Großen Tempel und dem Hathor-Tempel von Abu Simbel?
Der Große Tempel war Ramses II. selbst und den Reichsgöttern Amun-Re, Ptah und Re-Harachte geweiht. Der kleinere Hathor-Tempel galt der königlichen Gemahlin Nefertari und der Göttin Hathor. Architektonisch unterscheidet sie die Größe der Fassadenfiguren: 20 Meter beim Großen Tempel, 10 Meter beim Hathor-Tempel. Ungewöhnlich für das Alte Ägypten ist die Darstellung Nefertaris in Pharaonengröße neben Ramses.
Wie pflege ich ein Alabastergips-Relief im Wohnraum richtig?
Alabastergips ist feuchteanfällig: Direkte Sonneneinstrahlung über mehrere Stunden lässt die Antikpatina nachdunkeln, hohe Luftfeuchte über 70 Prozent kann Salzausblühungen begünstigen. Trockenes Abstauben mit weichem Pinsel reicht, feuchtes Wischen sollte unterbleiben. Die werkseitige Aufhängung trägt das Gewicht von 1,27 kg sicher an einer normalen Schraube.
Woran erkenne ich eine hochwertige Abu-Simbel-Replik?
Drei Merkmale entscheiden: Die Proportion der vier Sitzkolosse zur Tempelfassade muss stimmen, das mittlere Statuenpaar darf nicht über den oberen Fries hinausragen. Die Antikpatina liegt ungleichmäßig auf, weil echte Verwitterung nie flächendeckend wirkt. Außerdem zeigen die Reliefarbeit am Sockel und die Götterfiguren bei hochwertigen Repliken klare Konturen, während günstige Pressabgüsse hier oft Unschärfen aufweisen.
Was hat es mit den griechischen Inschriften an Abu Simbel auf sich?
Auf dem Bein der südlichsten Sitzstatue ritzten griechische und karische Söldner um 591 v. Chr. ihre Namen ein. Sie zogen unter Pharao Psammetich II. (bei Herodot Psammis genannt, Historien 2,161) gegen das nubische Reich von Kusch. Diese Graffiti gelten als die ältesten erhaltenen griechischen Inschriften aus Ägypten und wurden 1844 erstmals durch Karl Richard Lepsius wissenschaftlich publiziert.
Warum musste Abu Simbel in den 1960er Jahren versetzt werden?
Der Bau des Assuan-Hochdamms staute den Nil zum Nassersee auf, das ursprüngliche Tempelareal lag unter dem geplanten Wasserspiegel. Die UNESCO koordinierte ab 1964 die Bergung: Beide Tempel wurden in mehr als 1000 Blöcke zerschnitten und 64 Meter höher auf der Hochebene wieder errichtet. Die Aktion wurde zum Auslöser für die UNESCO-Welterbekonvention von 1972.
Externe Quellen und Literatur zum Relief Abu Simbel
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Wikipedia: Tempel von Abu Simbel — Überblicksartikel mit Bauchronologie, Architektur und Versetzungsgeschichte.
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UNESCO-Welterbe: Nubian Monuments from Abu Simbel to Philae, Welterbeliste Nr. 88 — offizielle Eintragung von 1979 mit Schutzkriterien und Karten der gesamten Tempellandschaft.
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Willeitner, Joachim (2010): Abu Simbel. Die Felsentempel Ramses' II. von der Pharaonenzeit bis heute. Mainz: von Zabern. Eintrag in zenon.dainst.org — aktuelles Standardwerk eines deutschen Ägyptologen zum Bau- und Forschungsstand.
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Zecchi, Marco (2004): Abu Simbel, Assuan und die Nubischen Tempel. Vercelli: White Star, ISBN 88-540-0070-1 — reich illustrierter Übersichtsband zur gesamten Tempellandschaft Nubiens.
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Antike Primärquelle: Herodot, Historien 2,161 — Bericht über den Aithiopien-Feldzug des Psammis. Griechisch-englischer Paralleltext auf Loeb Classical Library.
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Aktualisiert am: 26.04.2026