Tutanchamun und Achnesenamun Relief, Hathor-Szene vom Kleinen Goldenen Schrein
Kurz erklärt
Wandrelief aus Alabastergips, sandfarben antik patiniert, 29 mal 20 cm. Die Szene zeigt Königin Achnesenamun, die Pharao Tutanchamun das Menat-Halsband überreicht, ein zentrales Hathor-Symbol der späten 18. Dynastie. Vorbild ist ein Reliefpanel vom Kleinen Goldenen Schrein aus dem Grab Tutanchamuns (KV62, Tal der Könige), heute im Grand Egyptian Museum in Gizeh.
Relief Tutanchamun und Achnesenamun auf einen Blick
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Authentizitätsgrad: Historische Replik (Stufe 2). Material und Format weichen vom vergoldeten Original ab, die Szene folgt aber einem konkret identifizierten Fund (JE 61481, Carter 108).
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Material: Alabastergips, sandfarben antik patiniert
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Maße und Gewicht: 29x20x1,5 cm, 1,27 kg, rückseitige Aufhängung
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Datierung des Vorbildes: 18. Dynastie, Regierungszeit Tutanchamuns, ca. 1332 bis 1323 v. Chr.
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Bekanntestes Vorbild: Kleiner Goldener Schrein aus dem Vorraum des Grabes Tutanchamuns (KV62), heute Grand Egyptian Museum, Gizeh
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Antike Quelle: Restaurationsstele Tutanchamuns (Karnak), dokumentiert die Rückkehr zum Amunkult nach der Amarna-Episode
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Passende Sammlungsausrichtung: Themensammlung Neues Reich, Schwerpunkt späte 18. Dynastie und Amarna-Nachklang
Was zeigt das Relief mit Tutanchamun und Achnesenamun?
Die Szene stammt vom Kleinen Goldenen Schrein, den Howard Carter 1922 im Vorraum von KV62 fand. Der Schrein ist Holz, mit Stuck überzogen und vollständig mit Goldblech verkleidet, ruht auf einer silberbeschlagenen Schlittenbasis und trägt heute die Inventarnummer JE 61481, Carter-Nummer 108. Auf den Außenseiten der Türflügel zeigen erhabene Reliefs das Königspaar in Szenen ritueller Vertrautheit, eingerahmt von Kartuschen, floralen Motiven und Rechit-Vögeln. Der Schrein ist eines der ikonografisch dichtesten Möbelstücke aus dem Grab und wurde 1985 in der Standardpublikation von Marianne Eaton-Krauss und Erhart Graefe (The Small Golden Shrine from the Tomb of Tutankhamun, Griffith Institute Oxford) erstmals umfassend dokumentiert.
Die populäre Lesart als intime Liebesszene zwischen einem jungen Königspaar greift zu kurz. Eaton-Krauss interpretiert das Bildprogramm als ideologische Dokumentation der Stellung Achnesenamuns als legitimierende Königin Tutanchamuns. Ältere Lesarten von Bosse-Griffiths, Hari und Westendorf betonen stärker den Hathor-Kult und die kosmische Rolle der Königin. Wer das Stück sammelt, sammelt also nicht nur eine Genre-Szene, sondern eine offene Forschungsdebatte.
Welche Szene zeigt das Panel konkret?
Achnesenamun reicht Tutanchamun das Menat-Halsband zusammen mit einem Sistrum, der rituellen Klapper der Hathor. Menat und Sistrum sind keine privaten Schmuckstücke, sondern Kultinstrumente. Sie markieren die Königin als Priesterin und übertragen Lebensenergie und göttlichen Schutz auf den König. Die häufig zu lesende Beschreibung Königin legt dem König eine Halskette an ist eine moderne Verkürzung des Bildmotivs.
Wie passt das Stück in die späte 18. Dynastie?
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Stil: Amarna-Nachklang, weichere Konturen als die exzessive Frühphase unter Echnaton
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Material des Originals: Holz, Stuck, Goldblech, Schlitten silberbeschlagen
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Datierung: Regierungszeit Tutanchamuns, ca. 1332 bis 1323 v. Chr.
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Fundkontext: Vorraum KV62, entdeckt 1922 durch Howard Carter
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Vergleichsstücke: Hausaltar Echnaton und Nofretete (ÄM 14145, Berlin), Reliefstudie Kopf Echnaton (ÄM 14512, Berlin)
Vergleichsmaterial direkt aus der Museumsdatenbank der Staatlichen Museen zu Berlin sowie die Detailbeschreibung des Schreins bei Egypt-Museum.com sind die belastbaren Belege für die Einordnung.
Wie verhält sich die Replik zum Original und zu vergleichbaren Königspaardarstellungen?
| Objekt |
Datierung |
Material und Format |
Aufbewahrung |
Bezug zur Replik |
| Kleiner Goldener Schrein |
ca. 1332 bis 1323 v. Chr. |
Holz, Stuck, Goldblech, Höhe ca. 50 cm |
Grand Egyptian Museum, Gizeh (JE 61481) |
direkte Vorlage des Reliefpanels |
| Hausaltar Königsfamilie |
ca. 1351 bis 1334 v. Chr. |
Kalkstein, Höhe 32,5 cm |
Ägyptisches Museum Berlin (ÄM 14145) |
verwandte Kompositionslogik mit Aten-Bezug |
| Reliefstudie Kopf Echnaton |
ca. 1350 v. Chr. |
Kalkstein, Höhe 15 cm |
Ägyptisches Museum Berlin (ÄM 14512) |
Stilvergleich Amarna-Frühphase |
| Forum Traiani Replik 50161 |
moderne Fertigung |
Alabastergips, 29 mal 20 cm, 1,27 kg |
Wandrelief mit rückseitiger Aufhängung |
plastisches Format, sandfarben antik patiniert |
Das Tutanchamun-Achnesenamun-Relief in der Sammlung und Vitrinenpräsentation
Mit 29 mal 20 cm und 1,27 kg liegt das Relief im Format einer mittelgroßen Wandtafel. Die sandfarbene Patina nimmt diffuses Licht ruhig auf und vermeidet die harten Reflexe, die bei bronzierten oder hochglänzenden Repliken die feine Ritzlinien-Zeichnung der Hathor-Insignien überstrahlen. Aus circa zwei Metern Sichtdistanz bleiben Sistrum, Menat und die Schulterpartie Tutanchamuns klar lesbar.
Passende Darstellungsart: späte 18. Dynastie, Amarna-Nachklang unter Tutanchamun, ca. 1332 bis 1323 v. Chr.
Einsatzbereich: Wanddisplay an stabiler Hängung, ruhige Beleuchtung von schräg oben, kein direkter Süd- oder Westsonnenlichteinfall
Eigenschaften für die Sammlung: sandfarbene Patina, ritzliniertes Reliefbild, rückseitige Aufhängung integriert
- Anker einer Themenecke Neues Reich, kombiniert mit Skarabäen, Papyrus-Faksimile oder Replik-Hieroglyphen
- Sichtachse neben einer Nofretete-Büste oder einem Hausaltar-Vergleichsstück trägt den stilistischen Bogen Echnaton bis Tutanchamun
- Kontrastiert sauber mit römischen Sammlungsteilen, weil das Format flach und die Patina warm ist, kein Materialkonflikt mit Bronzeobjekten
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Bekannte Schwächen der Rekonstruktion: Das Original ist Holz mit Goldblech und Glas-Fayence-Akzenten, die Replik gibt dieses Materialensemble nicht wieder. Das plastische Tiefenspiel der erhabenen Reliefs des Schreins ist im Gussverfahren reduziert. Die ikonografische Lesart der Szene ist forschungsseitig offen (Hathor-Kult versus Königin-Legitimation).
Für welche Sammlungstypen eignet sich das Relief?
- Wer eng auf die Regierungszeit Tutanchamuns sammelt, integriert das Stück als zentrales Ikonografie-Ankerstück
- Sammlungen mit Schwerpunkt Amarna-Zeit nutzen es als Übergangsobjekt zur Restauration unter Tutanchamun
- Vermittlungsorientierte Privatsammler greifen zum Stück, wenn die Hathor-Lesart bewusst gegenüber der populären Liebesszenen-Lektüre vermittelt werden soll
Für sekundäre Zielgruppen: Geschichtsinteressierte Erwachsene mit Ägypten-Schwerpunkt nutzen das Relief als Gesprächsanker für die Hathor-Symbolik und den Bildprogramm-Streit zwischen Eaton-Krauss und älteren Lesarten.
Häufige Fragen zum Tutanchamun-Achnesenamun-Relief
Wie unterscheidet sich die Replik vom vergoldeten Originalpanel?
Das Originalpanel ist Teil eines vollvergoldeten Holzschreins mit Stuck-Untergrund und ruht auf einer silberbeschlagenen Schlittenbasis. Die Replik überträgt die Bildszene in Alabastergips mit sandfarbener Patina. Format und Materialensemble weichen damit bewusst vom Original ab, die Linienführung und Komposition folgen dagegen dem dokumentierten Reliefbild.
Welcher Fund liegt der Replik zugrunde und wo wird das Original aufbewahrt?
Vorlage ist ein Reliefpanel vom Kleinen Goldenen Schrein Tutanchamuns mit der Carter-Nummer 108 und der Inventarnummer JE 61481. Das Original wechselte vom Ägyptischen Museum Kairo in das neue Grand Egyptian Museum in Gizeh und ist dort Teil der Tutanchamun-Sammlung.
Wie lagere ich das Relief langfristig sammlungstauglich?
Alabastergips reagiert empfindlich auf direkten Wassereintrag und auf abrasive Reinigungsmittel. Trockenes Abstauben mit weichem Haarpinsel ist die langfristig sicherste Methode. UV-direktes Sonnenlicht meiden, weil die antike Patina über Jahre nachdunkeln oder ausbleichen kann. Bei Transport in Polsterstoff einschlagen, nicht in PVC-Folie, die Weichmacher abgeben kann.
Wie ordnet sich das Relief sammlerisch ein im Vergleich zu Massenrepliken?
Massenrepliken aus Resin oder Polystone reproduzieren die Szene ohne Materialbezug zur antiken Wandbild-Tradition. Alabastergips ist als Material historisch nicht identisch zum vergoldeten Original, steht aber in einer langen Tradition der Gips-Abformungen ägyptischer Reliefs, wie sie Berlin und Turin seit dem 19. Jahrhundert nutzen. Das Stück bewegt sich damit zwischen reiner Dekoration und museums-naher Reproduktion.
Wie repariere ich kleinere Patina-Abnutzungen nach Jahren der Aufstellung?
Punktuelle Patina-Verluste lassen sich mit einer dünn aufgetragenen Acrylpatina-Mischung in vergleichbarem Sandton retuschieren. Vor jeder Retusche an einer verdeckten Stelle testen. Bei größeren Schäden lohnt sich der Kontakt zum Hersteller, weil eine Restaurierung mit der Original-Patinarezeptur sammlerisch unauffälliger bleibt als eine Eigenretusche.
Externe Quellen und Literatur zum Tutanchamun-Achnesenamun-Relief
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Wikipedia: Tutanchamun. Überblicksartikel zu Regierungszeit, Grabfund und Restauration unter dem Pharao der späten 18. Dynastie.
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Griffith Institute Oxford: Carter Archives, Objekt 108. Originaldokumentation Howard Carters zum Kleinen Goldenen Schrein mit Verweisen auf die Burton-Fotografien.
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Egypt-Museum.com: Small Golden Shrine of Tutankhamun. Detaildokumentation aller Reliefpanele, Inventarnummer JE 61481, Materialangaben und Ikonografie.
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Museum-digital Berlin: Relieffragment Kopf Echnaton (ÄM 14512). Vergleichsobjekt aus der Berliner Sammlung mit objektgenauer Datierung.
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Eaton-Krauss, Marianne und Graefe, Erhart (1985): The Small Golden Shrine from the Tomb of Tutankhamun, Griffith Institute, Oxford. Standardpublikation mit Reliefbeschreibung, Textübersetzungen und Stilanalyse.
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Reeves, Nicholas (1990): The Complete Tutankhamun, Thames und Hudson, London, S. 140 und 142. Kompakte Einordnung des Schreins in den Fundkontext KV62.
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Aktualisiert am: 11.05.2026