Hausaltar aus Amarna: Echnaton mit Nofretete und drei Töchtern als Wandrelief
Kurz erklärt
Das Wandrelief gibt das berühmte Familienbildnis aus Tell el-Amarna wieder. Die Szene zeigt Pharao Echnaton, Königin Nofretete und drei der sechs Prinzessinnen unter den Strahlenarmen des Sonnengottes Aton. Das Original liegt im Ägyptischen Museum und Papyrussammlung in Berlin.
Hausaltar aus Amarna auf einen Blick
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Authentizitätsgrad: Historische Replik (Stufe 2). Material und Verfahren weichen vom Original ab, die Bildkomposition folgt dem archäologischen Befund.
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Material Replik: Alabasterstuck mit antiker Patina, gegossen und handpatiniert. Original Kalkstein, versenktes Relief.
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Maße Replik: ca. 26 × 22 × 1 cm. Original ca. 32,5 × 39 cm.
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Datierung des Vorbildes: 18. Dynastie, Regierungszeit Echnatons, um 1345 v. Chr.
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Vorbild: Hausaltar aus Tell el-Amarna im Ägyptischen Museum und Papyrussammlung Berlin.
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Antike Quelle: Großer Atonhymnus aus dem Felsengrab des Ay (TA 25), Amarna.
Was zeigt der Hausaltar von Amarna?
Das Familienbildnis stammt aus der mittleren Regierungszeit Echnatons um 1345 v. Chr. und wurde 1912 von Ludwig Borchardt in Tell el-Amarna geborgen, der einstigen Residenzstadt Achet-Aton. Heute zählt die Reliefplatte zu den Schlüsselwerken im Neuen Museum Berlin. Den linken Bildteil nimmt der König mit der blauen Chepresch-Krone ein, der seine älteste Tochter Meritaton in den Armen hält und küsst. Rechts sitzt Nofretete auf einem Thron mit den beiden jüngeren Prinzessinnen Maketaton und Anchesenpaaton. Über der Familie schwebt die Sonnenscheibe des Aton, deren Strahlenarme in Menschenhänden enden und das Anch-Zeichen für „Leben" an die Nasen des Königspaares reichen.
Warum eine private Szene auf einem Kultbild?
Hausaltäre wie dieser standen in privaten Kapellen wohlhabender Beamter in Achet-Aton. Sie sollten dem Hausbesitzer den direkten Bezug zur Königsfamilie als Mittler zwischen Mensch und dem einzigen Gott Aton sichern. Wie der Berliner Ägyptologe Rolf Krauss in seiner Studie zur Familienstele 14145 (Jahrbuch der Berliner Museen 33, 1991) zeigt, wird Aton in dieser neuen Theologie nicht mehr auf Augenhöhe mit dem König dargestellt, sondern hoch am Himmel verortet. Die Objektakte der Staatlichen Museen zu Berlin hält dazu fest, dass der Hausaltar das einzige vollständig erhaltene Stück dieser Gattung ist.
Was ein verbreiteter Irrtum nicht trifft
Oft heißt es, die langen Hälse und schmalen Schultern auf Amarna-Reliefs seien naturalistische Krankheitsbilder Echnatons. Andreas Finger und Christian Huyeng halten dem im Isched Journal (02/2010, S. 5–15) entgegen, dass die überdehnten Körperformen ein bewusstes Stilprogramm der frühen Amarna-Kunst sind, das einer theologischen Idee von Licht und Bewegung folgt. Die Quellenlage zur tatsächlichen Funktion solcher Hausaltäre bleibt allerdings dünn. Ob diese privaten Andachtsorte regelmäßig kultisch genutzt oder vor allem als Loyalitätsbekundung gegenüber dem Königshaus aufgestellt wurden, lässt sich nicht abschließend beantworten.
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Maße Original: ca. 32,5 × 39 cm, versenktes Relief
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Material Original: Kalkstein
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Datierung: 18. Dynastie, um 1345 v. Chr.
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Fundort: Tell el-Amarna, Borchardt-Grabung 1912
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Aufbewahrung: Neues Museum Berlin, Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
Wie entwickelt sich die Darstellung der Königsfamilie in der Amarna-Kunst?
Vier Phasen lassen sich an konkreten Befunden ablesen. Die Tabelle ordnet sie chronologisch und zeigt, wo der Berliner Hausaltar in dieser Entwicklung steht.
| Phase |
Datierung (Reg.-Jahr Echnaton) |
Beispielobjekt |
Ikonografisches Merkmal |
| Karnak-Phase |
Jahr 1–5 (ca. 1351–1347 v. Chr.) |
Talatat-Blöcke aus dem 9. Pylon, Karnak |
Aton bereits als Strahlensonne sichtbar, Königsfigur noch in traditioneller Hofpose, Nofretete prominent in Kultszenen |
| Frühe Amarna-Phase |
Jahr 5–9 (ca. 1346–1342 v. Chr.) |
Grenzstelen von Amarna, Stelen K, U, S |
überdehnte Körperformen mit langen Hälsen und schmalen Schultern als programmatische Stilrevolution |
| Reife Amarna-Phase |
um Jahr 9–12 (ca. 1345 v. Chr.) |
Hausaltar Berlin (Familienbildnis) |
private Familienintimität, Aton sendet Anch-Zeichen, drei Töchter aktiv in die Szene eingebunden |
| Späte Amarna-Phase |
Jahr 12–17 (ca. 1339–1334 v. Chr.) |
Beweinungsrelief Maketaton im Königsgrab Amarna |
Trauerszene um die zweite Tochter, Realismus, Auflösung des starren Hofzeremoniells |
Wie der Hausaltar im Geschichtsunterricht funktioniert
Im Bildungsgespräch fällt sofort auf, dass das Relief eine Pharaonenfamilie zeigt, wie man sie aus Schulbüchern nicht kennt: Echnaton küsst seine Tochter, Nofretete hält ein Kind auf dem Schoß, ein anderes klettert an ihrer Schulter und spielt mit dem Ohrgehänge. Diese kindlich-zärtliche Szene auf einem religiösen Kultbild widerspricht der starren, distanzierten Pharaonen-Ikonografie, die Schüler bis dahin aus dem Unterricht mitbringen. Genau dieser Bruch macht das Stück didaktisch wertvoll.
Einsatz: Sekundarstufe I, Klasse 5/6 | Dauer: Einzelstunde oder Stationenlernen | Thema: Pharao als Gottkönig und Religionswandel im Alten Ägypten
- Sitzpositionen vergleichen lassen: Nofretete auf dem Thron, Echnaton auf einem schlichten Schemel. So entdecken die Schüler die ungewöhnliche Stellung der Königin.
- Spurensuche an den Strahlenarmen des Aton. Was halten die Hände am Ende der Strahlen? Wer empfängt das Anch-Zeichen, wer nicht?
- Identifikation der drei Töchter im Vergleich mit anderen Amarna-Reliefs. Wer ist die Älteste, wer die Jüngste, woran lässt sich das ablesen?
Welche Lerngruppe profitiert am meisten?
- Für die Freiarbeit in Klasse 5/6 eignet sich das Relief als haptisches Anschauungsobjekt, das im Sitzkreis ohne Bruchgefahr von Schüler zu Schüler weitergereicht werden kann.
- Im Stationenlernen lässt sich das Stück mit einem Hieroglyphen-Übungsblatt zu den Königsnamen Echnaton und Nofretete verknüpfen, da die Originalkartuschen im Bildbereich klar lesbar sind.
- Für die Oberstufe trägt das Objekt eine Quellenanalyse zum frühen Monotheismus und seiner politischen Funktion, anschlussfähig an Jan Assmanns Forschung zur Aton-Religion.
Häufige Fragen zum Hausaltar aus Amarna
Was unterscheidet den Berliner Hausaltar vom Klappaltar von Kairo?
Beide Stücke wurden 1912 von Borchardt in Amarna gefunden und 1913 zwischen Berlin und Kairo aufgeteilt. Der Berliner Hausaltar ist ein versenktes Reliefbild auf einer einzigen Kalksteinplatte. Der Kairoer Klappaltar (JE 44865) ist dagegen als Triptychon mit zwei beweglichen Flügeln konstruiert und misst 43,5 × 39 cm.
Wer sind die drei Töchter auf dem Relief?
Echnaton küsst seine älteste Tochter Meritaton, deren Name „Geliebte des Aton" bedeutet. Auf Nofretetes Schoß sitzt die zweitgeborene Maketaton, an ihrer Schulter klettert die jüngste der drei, Anchesenpaaton, die später als Anchesenamun Tutanchamun heiraten sollte. Insgesamt hatte das Königspaar sechs Töchter, die übrigen drei wurden erst nach dieser Szene geboren.
Was bedeutet die Sonnenscheibe mit den Strahlenarmen?
Die Scheibe ist Aton, der einzige Gott der von Echnaton eingeführten Religion. Die Strahlenarme enden in Menschenhänden und reichen dem Königspaar das Anch-Zeichen, das Hieroglyphen-Symbol für „Leben". Aton steht damit hoch am Himmel und nicht mehr auf Augenhöhe mit dem Pharao, was den theologischen Bruch der Amarna-Zeit visuell festhält.
Woran erkenne ich eine seriöse Hausaltar-Replik?
Ein verlässlicher Anbieter benennt das Original mit Inventarnummer und Aufbewahrungsort, gibt das Material des Originals klar an und unterscheidet es transparent vom Replik-Material. Auch die Maße sollten zum Originalformat oder zu einem ehrlich angegebenen Maßstab passen. Wo „Museumskopie" pauschal versprochen wird, lohnt der Abgleich mit der offiziellen Museumsdatenbank der Staatlichen Museen zu Berlin.
Wie hänge ich das Relief sicher an die Wand?
Auf der Rückseite befindet sich eine vorbereitete Aufhängung für einen Wandhaken. Das Stück wiegt rund 1,3 kg und braucht in Trockenbauwänden einen Hohlraumdübel mit mindestens 5 kg Tragfähigkeit. Direkte Sonneneinstrahlung sollte vermieden werden, da die Stuckpatina sonst langfristig nachdunkeln kann.
Externe Quellen und Literatur zum Hausaltar aus Amarna
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Wikipedia: Klappaltar von Kairo – Artikel zum Schwesterstück des Berliner Hausaltars mit Fundkontext und Forschungsdiskussion zur Authentizität.
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Archäologische Datenbank: Sammlungen Online der Staatlichen Museen zu Berlin, Hausaltar aus Tell el-Amarna – offizieller Objekteintrag mit Beschreibung, Datierung und Bildmaterial.
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Hornung, Erik (1995): Echnaton. Die Religion des Lichtes, Düsseldorf/Zürich. Ägyptologisches Standardwerk zur Theologie der Amarna-Zeit. Im Katalog des Deutschen Archäologischen Instituts nachschlagen.
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Seyfried, Friederike (Hrsg.) (2012): Im Licht von Amarna. 100 Jahre Fund der Nofretete, Berlin/Petersberg. Ausstellungskatalog mit ausführlicher Behandlung des Hausaltars und der Borchardt-Grabungen.
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Krauss, Rolf (1991): Die amarnazeitliche Familienstele Berlin 14145, in: Jahrbuch der Berliner Museen 33, S. 7–36. Grundlegende ikonografische Studie zum Stück.
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Antike Primärquelle: Großer Atonhymnus aus dem Felsengrab des Ay (TA 25), Amarna. Erstpublikation: Norman de Garis Davies, The Rock Tombs of El Amarna, Vol. VI, London 1908, Tafel XXVII. Volltext auf archive.org.
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Aktualisiert am: 26.04.2026