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Toga - Purpurgewand

Reiche Römer trugen Kleider der Luxusfarbe Purpur

Auch die Färbung des Stoffes gab den römischen Gewändern ihre Wertigkeit. Am wertvollsten galt bei den reichen Römern das scharlachfarbige Purpur.

Um diese Farbe satt herzustellen benötigte man immerhin 12.000 Purpurschnecken fürs Einfärben von eineinhalb Gramm Farbstoff! Das damalige Pfund, 327 Gramm, Purpurwolle kostete über 4.000 Sesterzen. Ein „durchschnittlicher“ Purpurmantel kostete zirka 10.000 Sesterzen. Zur Farbe der purpura (Purpurschnecke) gab es eine Alternative: Die bucinum (Trompetenschnecke), deren Farbstoff mit dem der Purpurschnecke gemischt werden konnte. Da Purpur an vielen Küsten des Imperiums gewonnen wurde, ergaben sich Qualitätsunterschiede nach Herkunftsort. Am weitesten verbreitet war der Purpur von der Nordküste Afrikas. Berühmt wurde auch der aus Lakonien im Süden der Peleponnes.

Als der Beste Purpur überhaupt galt allerdings der Purpur aus Tyros. Eine Zeit bedeutete sogar das Adjektiv tyrius einfach purpurn. Dieser römische Trend war derart umfassend, dass nicht nur römische Mäntel oder Frauenkleider purpurn gefertigt wurden. Auch Unterwäsche, Tischdecken, Kissen oder Tücher und sogar Pferdedecken gab es!

Römischer Status zeigt sich in der Tiefe des Purpurs

Je dunkler ein Stoff mit Purpur eingefärbt war, desto teurer wurde er gehandelt. So entwickelten sich auch hier Extravaganzen. Purpura diphaba, doppelt gefärbter Purpur, entstand als ganz besonderer römischer Luxus. Die Oberschicht verfiel regelrecht dem tiefen Rot, da es das Purpur schon seit Zeiten des Romulus, also der Gründung der Stadt Rom, gab und seit dem 3. Jhd. v. Chr. – mit kurzer Unterbrechung während des zweiten Punischen Krieges, in dem die lex Oppia das Tragen von Purpur untersagte – in der Luxuskleidung der Römer seinen festen Platz eingenommen hatte.

Natürlich erreichte das Verlangen nach purpurner Luxuskleidung auch die unteren Bevölkerungsschichten und so entstanden auch rasch eine Menge billiger Imitate aus pflanzlichen Rohstoffen, die allerdings auch ziemlich rasch wieder auswuschen.

Römische Kaiser im Purpurgewand

Das Volk verlangte von hochgestellten Persönlichkeiten in Purpur aufzutreten. Kaiser Augustus selbst war unterdessen kein großer Freund dieser Luxusfarbe. Dennoch wurde er regelrecht „genötigt“ purpurne Gewänder zu tragen. Während der römischen Hochantike war es eine Zeit, in der sich jeder mit genügend Geld die dunkelsten Purpurstoffe zulegen konnte.

Erst das ausgehende 3. Jhd. n. Chr. läutete eine Zeit ein, in der die besten Stoffe auf das das römische Kaiserhaus beschränkt wurden. Bei den Römern galt zu dieser Zeit der verschwenderische Umgang mit Purpur als Zeichen des sozialen und damit meist auch finanziellen Aufstiegs. Betrüger täuschten auf diese Weise manches Mal allein durch die Kleidung Kreditwürdigkeit vor. Nur sehr wenige Reiche mieden den Trend. Der Dichter Horaz etwa lehnte die purpurne Kleidung ab, bediente sich allerdings dafür zahlreicher anderer Statussymbole.