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Salben

Römische Salben

Die Sitte, den Körper mit einfachem Fett oder Öl einzureiben, ist sehr viel älter als die Antike.

Plinius sagte: „Zwei Flüssigkeiten sind dem menschlichen Körper am angenehmsten: der Wein von innen, das Öl von außen.“ – Römer salbten sich nach dem Vollbad und in der Therme, zu der Reiche gar einen Sklaven mitbrachten, der das Salbgefäß trug. Manche Leute salbten sich sogar mehrmals am Tag.

Mit zunehmendem Wohlstand griffen immer mehr Römer zu parfümierten Salben, die es auf beachtliche Preise bringen konnten. Salbe galt als Luxusartikel. Als besonders extravagant galt das Salben der Fußsohlen sowie das Einreiben wohlriechender Salben auf Wände und Wannen privater Bäder. Allgemein üblich war es zudem, die Haare zu salben, damit sie ein glänzendes Aussehen erhielten. Zahlreiche Salbgefäße (unguentaria/balsamaria) aus Blei, Ton und Glas in den Vitrinen der Antikenmuseen bezeugen den weit verbreiteten Gebrauch von Salben überall in der römischen Welt.

Als Salbengrundlage diente in der Regel eine aus öligen Früchten (Olive, Nuss, Mandel) gepresste Fettsustanz (corpus), in die ätherische Öle (sucus) als Riechmittel eingearbeitet wurden. Hinzu kamen Färbemittel und Harz oder Gummi als Geruchsfixateure (Destillation gab es nicht) sowie Salz als Konservierungsmittel gegen das ranzige der Fette.

Der Preis einer Salbe war von der Anzahl und der Verfügbarkeit der Riechstoffe abhängig. Erschwinglich und weit verbreitet waren jene mit Rosenöl hergestellten.

Die aus Ägypten und Judäa eingeführten Salben waren erheblich teurer und exquisiter. Salbenhändler und -fabrikanten zählten zu den wohlhabendsten Gewerbetreibenden.
In einigen sehr reichen Haushalten gab es sogar Bedienstete, die nur für das Verwalten von Salben zuständig waren.