Kostenloser Versand ab 49,- € in Deutschland

Handwerker

Handwerk im römischen Reich

Faber oder opifex hießen Handwerker im alten Rom. Ihre Wirkungsstätte war die taberna, meist Werkstatt und Verkaufsraum zugleich. Die Wohnung lag meist in einem kleinen Raum dahinter, auf halber Treppe oder im oberen Bereich des Wohnhauses. Zur Straße hin grenzte meist eine Verkaufstheke die Hauswerkstatt ab. Das Hämmern von Schmieden etwa und die Geräusche anderer arbeitender Handwerker trugen zum viel beklagten Lärm in Rom wesentlich bei. Tabernae wie Bäcker, Schuster, Goldschmied oder Metzger waren über die gesamte Stadt verteilt. Meist konnte man den Handwerkern bei ihrer Arbeit zusehen und mit ihnen Verkaufsgespräche führen.
Auf dem Land wurde Handwerken von Personal ausgeübt. Zudem gab es Wander-Handwerker, die ihre Dienste anboten und die Dörfer aufsuchten.
Auch größere Handwerksbetriebe gab es in der Antike bereits – allerdings nur in wenigen Branchen. Das eisenverarbeitende Gewerbe gehörte etwa dazu, die Ziegelherstellung, die Keramik- und Glasproduktion oder die Textilbranche. Auch Bäckerbetriebe oder Banken brachten es teils zu einer ansehnlichen Größe.
Allein in der 10.000-Einwohnerstadt Pompeji sind 85 verschiedene Handwerksberufe bezeugt. Dies deutet auf eine Spezialisierung im Gewerbe hin. In Rom dürften allein 525 Handwerker-Bezeichnungen, die in lateinischer Sprache überliefert sind, vertreten gewesen sein – Schreiber, Ärzte, Architekten oder Künstler zählten allerdings auch dazu.
Die Ausbildung von Handwerkern erfolgte ausschließlich in Betrieben. Das gesellschaftliche Prestige der Handwerker war indes gering. Die römische Führungsschicht erachtete das Handwerk als „schmutzig“. Die Handwerker, Kleinhändler und Lohnarbeiter hatten jedoch ihre eigene Welt und diese „Welt der kleinen Leute“ hatte ganz eigene Wertevorstellungen: Stolz auf die eigene Leistung bezeugt beispielsweise das auf Werkstücke vermerkte „me fecit“ (mich hat … gefertigt).