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Plebejer

Schon Tarquinius Priscus versuchte während der römischen Königszeit die Benachteiligung der zunehmenden Zahl der Plebejer, deren Status ähnlich wie die der der Peregrini, der Nichtbürger war, zu lindern.

Er scheiterte jedoch am Widerstand der Patrizier. Doch immerhin gelang es ihm, einige ausgewählte, erfolgreiche Plebejer-Gentes in den Patrizierstand zu erheben und damit zu gentes minores zu machen.

"Promptuarii Iconum Insigniorum "; public domain wikicommons.

Erst Servius Tullius teilte auch die Plebejer und Patrizier in regionale Einheiten, die als tribus bezeichnet wurden. Aus ihnen bildeten sich die Comitia Tributa. Und auch bei den nach Vermögensklassen unterteilten Comitia Centuriata berücksichtigte der König diesen Teil der Bevölkerung.

Die Plebejer ohne politische Mitbestimmung

Doch auch weiterhin wurden die Plebejer von den curulischen Ämtern und dem Senat, so wie von den politisch einflussreichen Priesterkollegien ausgeklammert. Plebejer durften zudem kein Land besitzen, sodass sie für das Weiden ihres Viehs Abgaben entrichten mussten. Die höheren und einflussreicheren centuriae waren den römischen Plebejern dadurch ebenfalls entsagt. Unter der Regierungszeit von Tarquinius Superbus wurde die politische Mitbestimmung jedoch für die Plebejer letztlich erweitert.

Die römischen Plebejer in der Zeit der römischen Republik

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Mit der Errichtung der römischen Republik traten die Reformen des Servius Tullius wieder in Kraft. Allerdings blieben die curulischen Ämter, ebenso wie das Priesteramt weiter fest in der Hand der Patrizier. Den reicheren Plebejern, den Equites, und Valerius Publicola gelang es schließlich jedoch, Gesetze zum Schutz der Plebejer gegenüber den Patriziern zu ratifizieren. Da im Krieg gegen Porsenna hauptsächlich Plebejer ihr Land und ihre Existenzgrundlage verloren und sie von den Patriziern rücksichtslos ausgebeutet wurden, regte sich unter den Plebejern Widerstand gegen die Dominanz der Patrizier. Dieser manifestierte sich in der secessio plebis, dem ersten Streik der europäischen Geschichte. Enttäuscht von den Patriziern, verließen die Plebejer 494 v. Chr. die Stadt Rom und beschlossen, auf dem Mons Sacer eine eigene Stadt zu gründen. Nur durch das rhetorische Geschick des Consuls Menenius Agrippa konnten die Plebejer zur Rückkehr bewegt werden. Sie errangen damit das Amt des Tribunus Plebis, eine Art Volksvertretung für ihre Belange, und vor allem auch die Abschaffung der Schuldknechtschaft. Nach diversen weiteren Streiks und Streitigkeiten erreichten die römischen Plebejer eine immer bessere Emanzipation.