Kostenloser Versand ab 49,- € in Deutschland

Forum Romanum

Das römische Forum in der Antike

Forum Romanum ist ein lateinischer Begriff, der so viel wie offener Raum oder Marktplatz bedeutet. Ein Forum war der öffentliche Raum in der Mitte einer römischen Stadt. Typische antike römische Foren waren von Tempeln, Geschäften und Basiliken umgeben. Es gab mehrere Foren in Rom, aber das wichtigste ist das weltberühmte Forum Romanum. Die Einbeziehung des Senatssitzes machte das römische Forum Romanum zum wichtigsten aller Foren.

Antike römische Foren

Das Forum Romanum ist so berühmt, dass die meisten Menschen gar nicht wissen, dass es nur eines von vielen Foren in Rom war. Die römischen Kaiserforen (im Sinne von öffentlichen Plätzen) waren eine ganze Gruppe von Foren römischer Kaiser rund um das Forum Romanum herum. Die Reihe von Erweiterungen des Forum Romanums nach Norden und Osten wurde gegen Ende der römischen Republik und in der frühen Kaiserzeit vorgenommen. Die Foren wurden nach ihren römischen Erbauern benannt. Der Komplex aus insgesamt vier Kaiserforen (Caesarforum, Augustusforum, Nerva-Forum oder Transitorium und Trajansforum) war auf die Notwendigkeit zurück zu führen, dass das bisherige Zentrum für Politik und Verwaltung von Stadt und Staat den gestiegenen Anforderungen entsprechend erweitert werden musste. Zu diesem Zeitpunkt entwickelte sich auch der Wunsch nach einem großartigeren und vornehmeren Aussehen des Forums.

Das älteste römische Forum: Forum Romanum

Das Forum Romanum in Rom ist das älteste römische Forum und war Mittelpunkt des politischen, wirtschaftlichen, kulturellen und religiösen Lebens der antiken römischen Stadt. Es liegt in einer Senke zwischen den drei Stadthügeln, Kapitol, Palatin und Esquilin und war der Ort für viele öffentliche Gebäude und Denkmäler. Ursprünglich war das Gebiet ein von einem Bach durchzogenes, sumpfiges Tal. Erst unter dem legendären etruskischen König Lucius Tarquinius Priscus wurde es zu Beginn des 7. Jhd. v. Chr. in die Stadt einbezogen. Den Höhepunkt seines prächtigen Ausbaus erlebte das Forum Romanum während der Römischen Kaiserzeit. Heute ist es eine der wichtigsten Ausgrabungsstätten des antiken Roms. Ab Ende des 18. Jhd. wurden die Ausgrabungen am antiken Forum Romanum voran gebracht.

Die Entstehung des römischen Forum Romanum

Bis zum 6. Jhd. v. Chr. war der Ort, an dem das Forum Romanum angelegt wurde, eine sumpfige Ebene zwischen Palatin und Kapitol und von den frühen latinischen Siedlern der antiken Stadt Rom als Begräbnisstätte verwandt wurde. Erst durch Anlage des Kanalsystems, Cloaca Maxima, konnten der Sumpf und seine Verlängerung Richtung Tiber, das Velabrum, ausgetrocknet werden.

Nach den Worten von Ovid

Ovid beschreibt den Ort: „Hier, wo die Märkte jetzt sind, lagen früher morastige Sümpfe, Löcher mit Wasser gefüllt, stieg im Tiber die Flut. Das ist der Lacus Curtius, wo im Trockenen ein Altar jetzt steht: Festes Land heute, war es doch früher ein See. Wo das Velabrum jetzt den Festzug zum Circus geleitet, war einst nur Weidengestrüpp, wankendes Schilfrohr zu sehn.“ (Ovid: Fasten 6, 401–406).

Geburt des römischen Forum Iulium

Um 490 v. Chr. wurden im Tal zwei Tempel erbaut, die den Göttern Saturn und Castor gewidmet wurden. Dadurch entwickelte sich das Forum schnell zum Zentrum der jungen Stadt. Nördlich dieses Platzes wurde schon bald danach ein zweiter Platz angelegt: das Comitium. Hier wurde römische Politik gemacht, da der Senatssitz, die Curia, und die Rostra, die öffentliche Rednertribüne, direkt anrainten. 145 v. Chr. wurde das politische Geschehen vom Comitium wieder auf das Forum verlagert. Nach dem Tode Gaius Iulius Caesars wurde das Comitium endgültig aufgelöst und das Forum stark erweitert: Das sogenannte Forum Iulium war geboren.

Das Forum Romanum unter der Herrschaft des Kaisers Augustus

Kaiser Augustus gestaltete das antike Forum Romanum stark um. Ein prunkvoller, marmorner Platz entstand, durchaus vergleichbar mit der Akropolis in Athen. Mit geschickten Assoziationen verband Augustus die unter seiner Herrschaft neu errichteten Bauwerke mit der Familie der Julier und leitete so seinen Machtanspruch direkt von den Göttern ab. Besonders deutlich wurde dies bei der bewussten Parallel-Setzung von Pollux und Castor, den Dioskuren (Söhnen des Göttervaters Zeus), mit den Söhnen des Augustus. Zudem richtete er die Rednertribüne und den Tempel neu aus auf den Divus Iulius, den höchsten Staatsgott neben Iupiter Optimus Maximus.

Das antike Forum Romanum kommt in die Jahre

Unter den Kaiser Augustus nachfolgenden Herrschern wurde das Forum Romanum zu einem Ort für prächtige religiöse Zeremonien. Da das antike Forum Romanum zu Zeiten der späten Republik zu klein geworden war, errichteten ab Caesar einige Herrscher die sogenannten Kaiserforen (Caesarforum, Augustus-Forum, Friedensforum der Flavier, Nervaforum, Trajanforum). Diese römischen Foren übernahmen zwar einige Aufgaben des Forum Romanum, konnten es jedoch nie ersetzen.

Siegessäule aus Marmor als letztes Forum Romanum Bauwerk

Als letztes antikes Bauwerk wurde auf dem Forum Romanum im Jahr 608 zu Zeit von Papst Bonifatius IV die Phokas-Säule zu Ehren des oströmischen Kaisers Phokas, dem damaligen Oberherrn der Stadt Rom, errichtet. Seinerzeit war die römische Siegessäule im korinthischen Stil aus Carrara-Marmor, von einer vergoldeten Statue des Kaisers gekrönt. Die Säule ist 13,60 Meter hoch und stammt vermutlich ursprünglich von einem Gebäude aus dem 3. Jhd. Unweit fanden sich Reste von sieben weiteren Säulensockeln entlang der Via Sacra. Bei den Ausgrabungen 1813 kam am Fuß des Sockels eine Inschrift (ILS 837) zutage:

„Optimo clementiss[imo piissi]moque / principi domino n(ostro) / F[ocae imperat]ori / perpetuo a d(e)o coronato, [t]riumphatori / semper Augusto / Smaragdus ex praepos(ito) sacri palatii / ac patricius et exarchus Italiae / devotus eius clementiae / pro innumerabilibus pietatis eius beneficiis et pro quiete / procurata Ital(iae) ac conservata libertate / hanc sta[tuam maiesta]tis eius / auri splend[ore fulge]ntem huic / sublimi colu[m]na[e ad] perennem / ipsius gloriam imposuit ac dedicavit / die prima mensis Augusti, indict(ione) und(icesima) / p(ost) c(onsulatum) pietatis eius anno quinto“

Die deutsche Übersetzung lautet:

„Dem besten, mildesten und frommsten princeps, unserem Herren Phokas, dem ständigen, von Gott gekrönten Kaiser, dem Triumphator und immerwährenden Augustus hat Smaragdus, ehemaliger praepositus des Heiligen Palastes, Patricius und Exarch von Italien, ergeben Seiner Milde, als Dank für die unzähligen Wohltaten Seiner Frömmigkeit und für die Ruhe und Freiheit, die Italien erhalten wurden, diese Statue Seiner Majestät, blitzend vom Glanz des Goldes, hier auf die höchste Säule gestellt zu Seinem ewigen Ruhm und sie Ihm geweiht am ersten Tag des Monats August, in der elften Indiktion im fünften Jahr nach dem Consulat Seiner Frömmigkeit.“

Wiederentdeckung der Relikte des Forum Romanums im 18. Jhd.

Nach dem Zusammenbruch des Römischen Reichs geriet das Forum Romanum in Vergessenheit und wurde zu einer Legende. Einst so glanzvoll, wurde es zeitweilig sogar Campo Vaccino („Kuhweide“) genannt. Erst in der Renaissance gingen die meisten Bauwerke endlich durch Plünderung als Steinbruch verloren, unter anderem für den Bau des römischen Petersdoms. Mit dem wieder erwachenden Interesse an der Antike kehrte jedoch auch das Forum wieder in in die Erinnerung der Menschen zurück. Doch erst ab Ende des 18. Jhd. wurden Ausgrabungen an dem antiken römischen Bauwerk Forum Romanum unternommen.

Die Via Sacra und der Titusbogen – Arco di Tito

Die Via Sacra, der heilige Weg, führt als breitester Hauptweg durch das Forum Romanum. Der eintorige Titusbogen markiert ihren Beginn. Der Siegesbogen misst eine Höhe von 15,4 Metern und ist 13,5 Meter breit. Er ist der älteste erhaltene Triumphbogen Roms und wurde von Kaiser Domitian zu Ehren seines Vorgängers Kaiser Titus errichtet. Titus hatte als Feldherr 70 n.Chr. Jerusalem erobert, dort den Tempel zerstört, die Schätze geplündert und somit die Diaspora der Judäer eingeleitet. Die Darstellungen auf dem Bogen berichten von diesen Ereignissen. Der Bogen war für viele ähnliche Bauten in Europa Vorbild.

Erbaut wurde der Titusbogen aus pentelischem Marmor. Den Schlussstein des Gewölbes schmücken die Göttin Roma und der Genius des römischen Volkes. In der Mitte des Gewölbes ist in einer Kassette die Wandlung des Titus zum Halbgott dargestellt. Von einem Adler wird er zum Himmel getragen. Ein kleiner Fries auf dem Architrav (an der oberen Säule) ist nur an der Mitte der Ostseite erhalten. Dieser Fries zeigt den Sieg von Vespasian und Titus über die Judäer im Jahr 70. Im Gewölbe befinden sich zwei große Bildtafeln, die zwei Episoden vom Triumph über die Judäer darstellen. Das südliche Bild zeigt den Beginn der Triumphzeremonie mit der Prozession durch das Siegestor, bei der Diener Beutestücke aus dem Jerusalemer Tempel.

Der Höhepunkt des Triumphs

Die nördliche Darstellung zeigt den Höhepunkt des Triumphs. Kaiser Titus bewegt sich, bekränzt von der Siegesgöttin Victoria, auf einer Quadriga (einem viergespannten Streitwagen) vorwärts. Die kriegerisch gekleidete Virtus führt die Pferde an. Honos, die Verkörperung der ehrenvollen Bürgertugend, sowie zwölf Liktoren (Leibwachen) begleiten den Zug. Diese Reliefs stammen jedoch nicht aus der Bauzeit des Bogens. Sie wurden erst 100 Jahre später angebracht. Eine Nachricht Cassiodors verrät, dass der Bogen in der Antike das überlebensgroße Standbild von Kaiser Titus trug – vermutlich dargestellt als Lenker eines Elefanten-Gespanns.

Die an der Ostseite erhaltene Widmungsinschrift am römischen Titusbogen lautet:

SENATUS
POPULUSQUE ROMANUS
DIVO TITO DIVI VESPASIANI F(ILIO)
VESPASIANO AUGUSTO

Der Senat
und das römische Volk (haben diesen Bogen errichtet)
dem vergöttlichten Titus Vespasianus Augustus
dem Sohn des vergöttlichten Vespasian.

Die Tempel des Forums Romanum

Der Tempio di Antonio e Faustina

141 n. Chr. ließ der Senat einen Tempel zu Ehren der Kaiserin Faustina errichten. Nach dem Tode ihres Gatten wurde der römische Tempel 161 n. Chr. Antonius Pius geweiht. Von dem Tempel sind mehrere Säulen mit korinthischen Kapitellen erhalten.

Rundtempel der Vesta

Im Tempel der Vestalinnen hüteten römische Jungfrauen aus den angesehensten Patrizierfamilien, die zwischen zehn und 14 Jahre alt waren, das ewige und heilige Feuer. Am Neujahrstag nach römischem Kalender, am 1. März, löschten die Römer ihre Feuerstellen und entzündeten ein neues Feuer aus der Tempelflamme.

Dioskuren-Tempel des Kastor & Pollux

Der Sohn des Diktators Aulus Postumius stiftete dem Forum Romanum den ersten Bau des Kastor-Pollux-Tempels 484 v. Chr. Im 1. Jhd. n. Chr. wurde die Tempelanlage unter Tiberius erneuert. Aus dieser Zeit stammen drei zwölf Meter hohe korinthische Säulen mit Gebälk in Form eines Peripteros – als Ringhallen-Tempel gestaltet nach griechischem Vorbild.

Tempel des Saturns

Der älteste der religiösen Kultbauten auf dem Forum Romanum ist der 498 v. Chr. Saturn geweihte Tempel gleichen Namens. Saturn, wahrscheinlich eine Gottheit etruskischen Ursprungs, wurde von den Römern als oberster Gott verehrt. In republikanischer Zeit war der Tempel das bedeutendste und am meisten verehrte Heiligtum, in dem die Römer ihren Staatsschatz aufbewahrten. Das mehrfach durch Feuer zerstörte Gebäude wurde immer wieder aufgebaut. Die noch acht erhaltenen Säulen tragen ein ionisches Kapitel.

Basilica di Massenzio – Die Konstantinsbasilika

Wie alle römischen Basiliken wurde der imposante Bau der Basilica di Massenzio auf dem Forum Romanum als Gerichtsgebäude genutzt. Der Bau betrug die sagenhafte Fläche von 6.500 Quadratmetern. Unter der Herrschaft von Kaiser Maxentius begannen in den Jahren 306 bis 312 n. Chr. die Aufbauarbeiten, doch die Einweihung fand erst nach zahlreichen Umbaumaßnahmen zu Zeiten Kaiser Konstantins in 330 n. Chr. statt. Deshalb heißt die Basilika auch Konstantinsbasilika. Im Mittelschiff, das 60 auf 25 Meter misst, erreichte das Gebäude eine Höhe von 35 Metern, an den Seiten rund 25 Meter. Die Basilika verfiel, nachdem Papst Honorius I im 7. Jhd. die Bronzeziegel der alten römischen Basilika für das Dach der Peterskirche verbauen ließ. Schließlich beschädigte ein Erdbeben im 9. Jhd. einen Großteil der ehrwürdigen, antiken Basilika.