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Baumwolle Stoff und Wirklichkeit

Kannten Römer Baumwolle?

Ja!

Aus China kam damals die Baumwolle, die in der antiken Welt Gefallen fand. Anfangs wurden Wollgewebe und Leinen zur Herstellung von Kleidungsstücken verwandt, was durch den wenig entwickelten Handel bedingt war. Mit zunehmenden Möglichkeiten wurden feinere und leichtere Gewebe wie die aus China eingeführte Seide und Baumwolle bevorzugt. Die beliebtesten Farben, neben schlichtem Weiß, waren alle Töne zwischen rot und blau, wie beispielsweise violett oder purpur.
Besonders dunkles Rosa (nigrantis rosae) sowie helles Scharlachrot (nimiae eius nigritiae austeritas illa nitorque) scheinen Favoriten der römischen Frauenmode gewesen zu sein. Prinzipiell galt, dass helle Farben bei dunklerer Hautfarbe bevorzugt wurde und umgekehrt.

Plinius, 3. Band, 12. Buch, 38ff

...Auf einem erhabenen Theile dieser Insel stehen Wolle tragende Bäume, jedoch von anderer Art als die bei den Serern vorkommenden. Sie haben unfruchtbare Blätter, welche man, wenn sie nicht zu klein wären für Weinblätter halten könnte, tragen Fruchtköpfe (Cucubitae) von dem Umfang eines Quittenapfels, welche bei der Reife bersten und Ballen zarter Wolle enthalten, aus denen man Kleider von köstlichem Gewebe fertigt. Man nennt die Bäume Gossypini (G. arboreum, von denen die Baumwolle kommt). Auf der kleineren Insel Tylos, welche von der grösseren 10.000 Schritte entfernt ist, finden sie sich in noch zahlreicher Menge.
Juba berichtete, die zarte Wolle komme von einem Strauche, und die daraus bereiteten Zeuge seien besser als die indischen. Die Bäume in Arabien aber, aus denen man Kleider mache, hießen Chynas, und ihre Blätter seien denen der Palmen ähnlich. 
So kleiden sich die Indier durch Hilfe ihrer Bäume. Auf den beiden Inseln Thylus aber wächst noch ein anderer Baum, dessen Blüthe der weissen Viole gleicht, aber viermal größer ist, und - was bei einer Blume in jenen Ländern merkwürdig erscheint - keinen Geruch hat.
Baumwolle Baumwollzweig
(Baumwollzeig mit Dolden)