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Baumwolle Stoff und Wirklichkeit

Schwarzweiss Dienstleistungs GmbH
2017-06-01 11:20:00 / Kommentare 0

Kannten Römer Baumwolle?

Ja!

Aus China kam damals die Baumwolle, die in der antiken Welt Gefallen fand. Anfangs wurden Wollgewebe und Leinen zur Herstellung von Kleidungsstücken verwandt, was durch den wenig entwickelten Handel bedingt war. Mit zunehmenden Möglichkeiten wurden feinere und leichtere Gewebe wie die aus China eingeführte Seide und Baumwolle bevorzugt. Die beliebtesten Farben, neben schlichtem Weiß, waren alle Töne zwischen rot und blau, wie beispielsweise violett oder purpur.
Besonders dunkles Rosa (nigrantis rosae) sowie helles Scharlachrot (nimiae eius nigritiae austeritas illa nitorque) scheinen Favoriten der römischen Frauenmode gewesen zu sein. Prinzipiell galt, dass helle Farben bei dunklerer Hautfarbe bevorzugt wurde und umgekehrt.

Plinius, 3. Band, 12. Buch, 38ff

...Auf einem erhabenen Theile dieser Insel stehen Wolle tragende Bäume, jedoch von anderer Art als die bei den Serern vorkommenden. Sie haben unfruchtbare Blätter, welche man, wenn sie nicht zu klein wären für Weinblätter halten könnte, tragen Fruchtköpfe (Cucubitae) von dem Umfang eines Quittenapfels, welche bei der Reife bersten und Ballen zarter Wolle enthalten, aus denen man Kleider von köstlichem Gewebe fertigt. Man nennt die Bäume Gossypini (G. arboreum, von denen die Baumwolle kommt). Auf der kleineren Insel Tylos, welche von der grösseren 10.000 Schritte entfernt ist, finden sie sich in noch zahlreicher Menge.
Juba berichtete, die zarte Wolle komme von einem Strauche, und die daraus bereiteten Zeuge seien besser als die indischen. Die Bäume in Arabien aber, aus denen man Kleider mache, hießen Chynas, und ihre Blätter seien denen der Palmen ähnlich. 
So kleiden sich die Indier durch Hilfe ihrer Bäume. Auf den beiden Inseln Thylus aber wächst noch ein anderer Baum, dessen Blüthe der weissen Viole gleicht, aber viermal größer ist, und - was bei einer Blume in jenen Ländern merkwürdig erscheint - keinen Geruch hat.
Baumwolle Baumwollzweig
(Baumwollzeig mit Dolden)
Andreas Hopson Autor - Experte für experimentelle Archäologie seit über 25 Jahren
Andreas Hopson - Der Römer Shop

Über den Autor:

Andreas Hopson ist Experte für römische Alltagskultur und antike Mosaiktechniken und verfügt über mehr als 25 Jahre Erfahrung in der experimentellen Archäologie.

Im Rahmen der experimentellen Archäologie forscht, rekonstruiert und vermittelt Andreas Hopson römische Alltagsgegenstände und die Handwerkstechniken antiker Mosaizisten. Seine Expertise stützt sich auf Quellenstudium, praktische Umsetzung und vernetzte Arbeit in Fachverbänden.

Mit seinen Publikationen, Workshops und Rekonstruktionen unterstützt er Museen, Schulen und Forschungseinrichtungen dabei, antikes Handwerk lebendig und nachvollziehbar zu vermitteln.

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