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Antike-Schuhe

Bewege dich auf antiken Spuren, mit Schuhen aus echtem Bioleder.

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Veni, Vidi, Vici - der Römerschuh siegt bis heute

Die Römerschuhe, auch bekannt als Caligae (Singular: Caliga) waren die Stiefel des römischen Militärs, die von den Legionären getragen und geliebt wurden. Durch ihre Leichtigkeit und das anschmiegsame Leder konnten die Soldaten in der Kaiserzeit und römischen Republik damit mühelos lange Wegstrecken zurücklegen. Ein Legionär berichtete einst von der "Wohltat für seinen Fuße, wenn es Sommer wurde", denn in dieser Zeit konnten schwere Stiefel beiseite gestellt und gegen luftige Römerschuhe und Römersandalen getauscht werden. Aber nicht nur die Legionäre machten sich die Vorteile der Römerschuhe zu Nutze, auch die höheren Ämter bis hin zum Centurio traf man mit dieser Fußbekleidung an, während Tribunen und Legaten traditionelle und hochgeschlossene Stiefel trugen (auch bekannt als Calceus). Die vielseitige Einsetzbarkeit der Römerschuhe ermöglichte es auch den Auxiliartruppen (der berittenen Kavallerie) die Römerschuhe mit Sporen versehen, einzusetzen.

Die Caligae erwiesen sich damals wie heute, als robustes Schuhwerk, dass Staub, Dreck und Wasser zwar leicht eindringen lies aber auch ebenso rasch wieder verlassen konnten. Was muss es für eine Wohltat gewesen sein, nach einem langen Marsch der Legionen mit den Schuhen durch einen Fluss zu laufen. Letztendlich kennen wir alle das befreiende Gefühl aus einem Schuh herauszukommen, der wenig Belüftung bietet. Ganz anders waren die Caligae angelegt, bei der eine ständige Belüftung auch das Schwitzen vorbeugte und den Schuhträger in einen erfrischenden und ausgeglichenen Zustand versetzte. Auch wenn die Caligae den Fuß auf hartem Boden wenig schützen konnten, so wird ihnen nachgesagt, dass sie den Fuß in eine optimale Laufstellung bringen. Nachgewiesen in experimental archäologischen Versuchen besteht kein Zweifel, dass die Römerschuhe seinem Träger Halt gaben und unheimlich robust waren, auch wenn das Anlegen der Schuhe oftmals 4-5 Minuten in Anspruch nehmen konnte.

Die Herstellung der Caligae - eine überlieferte Kunst der Römerzeit

Die Herstellung der Caligae und die Verwendung der Materialien sind bis heute überliefert und bringt einige Besonderheiten mit sich. Dieses traditionelle Handwerk hatte damals einen entscheidenden Vorteil: man konnte die Römerschuhe jederzeit selbstständig reparieren, justieren oder sehr schnell ein neues Paar herstellen. Das Oberleder (gefertigt aus einem Stück Leder) in Verbindung mit einem komplexen System aus Laschen, bildete die Sohle des Römerschuhs.

Fast alle gefunden Caligae besitzen das gleiche Herstellungsverfahren und ähnliche Schnittmuster, was vermuten lässt, dass bereits die Römer in eine Art optimierte Massenschuhproduktion gingen, da es Geld und Zeit sparte und zeitweise vieler dieser Schuhe für die Legionen benötigt, wurden. Die Sohle der Schuhe wurde verstärkt verarbeitet mit 2 weiteren Lagen an Leder und mit ca. 70-90 Eisennägeln, die dem Schuh ein Profil gaben und auch das Leder vor zu starker Abnutzung schützten. Vermutet wird auch, dass das harte Unterprofil der Schuhe sehr effektiv im Tritteinsatz gegen Feinde und bei Kämpfen genutzt wurde.

Die Caligae - die Sommerschuhe der Römer

Man vermutet, dass die Caligae einem geschlossenen Schuh weichen musste, da Sie zwar sehr luftig und leicht waren, jedoch keinerlei Schutz bei kaltem Klima ermöglichten. Doch auch hier wussten sich die Römer und Legionäre zu helfen und verwendeten neben den Römerschuhen sogenannte Gamaschen oder auch eine Art Strumpf und stopften sich die Caligae mit wärmenden Materialien aus (z.B. Wolle oder Hanf), wenn Sie Wachestehen mussten oder in besonders kaltem Klima unterwegs waren.

Die Kavalleristen griffen ebenfalls auf die Gamaschen und Schutzleder zurück, da der Fuß mit den Caligae hoch zu Pferd, schnell anfing zu frieren. Die Legionäre erhielten bei langen Märschen im Sommer sogar einen sogenannten Oldbonus, der als clavarium bezeichnet wird, damit sie sich verbrauchte Sohlenägel ersetzen konnten. Dabei reichte ein Satz der Nägel ca. 500 - 1000 Kilometer. Genau wie bei den Schuhmodellen der Neuzeit hing dies aber auch von der Abnutzung und dem Laufverhalten des jeweiligen Römers ab. So konnte ein römischer Legionär auch gut und gerne auf 3-4 Paar Römerschuhe im Jahr kommen, wenn diese sich abgenutzt hatten und ersetzt wurden.

Die Reise der Caligae bis in die Neuzeit

Der klassische Caligae musste dem geschlossenen Schuh weichen und war im 4. Jahrhundert nicht mehr nur der Militärschuh, sondern auch der Römerschuh für Bauern, Maultiertreiber und kam des Öfteren in römischen Dörfern und beim Ackerbau zum Einsatz. Im 20. Jahrhundert ist der Römerschuh eine Erinnerung und Überbleibsel aus einer historischen und ruhmreichen Zeit der Römer und wird oftmals für historische Filme verwendet.

Liebhaber der Caligae gibt es bis heute, da dieser Schuh einem Barfuß Schuh sehr nahe kommt und die optimale Haltung des Fußes beim Laufen unterstützt. Der Caligae von heute ist dabei aus weichem, natürlichen Leder gefertigt, das anschmiegsam aber auch belastbar sein kann. Das flexible Anlegen des Schuhs ermöglicht bis heute eine individuelle Schnürung und Straffung des Römerschuhs und erdet seinen Träger beim Laufen. Das optimale Laufverhalten, das uns genetisch hinterlegt ist, wird in einem Caligae wieder trainiert und fördert die optimale Nutzung unserer Fuß- und Beinmuskulatur.