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Götter der Römer - Römische Gottheiten

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Götter der Römer - Römische Gottheiten - Römische Götter einfach erklärt – Mythologie & Bedeutung im alten Rom

Römische Götter

Das Wichtigste in Kürze

Entdecke das faszinierende Pantheon der alten Römer – von Jupiter bis Vesta. Der Glaube verschmolz griechische Götter mit römischer Identität, Opfer, Feuerkult und Hausgöttern bestimmten Alltag und Staat. Ein lebendiges Zeugnis antiker Weltanschauung.

Aquarell zur römischen Religion: Jupiter-Tempel, Opferritual, Statuen von Zeus und Jupiter sowie Naturgeister in antiker Landschaft.

Alles über römische Götter erfahren

Wenn du dich sehr für Geschichte interessierst, wirst du auch unbedingt viel über die römischen Götter lesen, und das wird bestimmt sehr interessant für dich. Die gesamte Bevölkerung Roms hatte einen besonders starken Glauben an die römischen Götter. Ihre Religion hat viele wunderbare Dinge von den Menschen aus Griechenland übernommen.

So kam es, dass ein Gott heute zwei Namen hat. Bei den alten Griechen wurde der höchste Gott Zeus genannt, bei den Römern Jupiter. Die römischen Götter werden in beiden Ländern immer in menschlicher Gestalt dargestellt.

Ursprünglich entwickelte sich die Religion aus dem Glauben, dass die gesamte Natur von verschiedenen Geistern beseelt sei. Das hat den Menschen Angst gemacht. Sie versuchten, alles richtig zu machen und alle Rituale einzuhalten. So waren sie von allen Seiten gut geschützt.

Die römischen Götter waren eng verbunden mit der Sonne, den Feldern und dem Meer. Die Bevölkerung wollten die römischen Götter stets gnädig stimmen, taten ihnen Gutes, baten sie um ihren Segen und brachten reichlich Opfer. Die Menschen errichteten für die Götter sogar große, wunderschöne Tempel, in denen sie sie gebührend verehrten.

Aquarell zum Kaiserkult: Apotheose des Augustus auf einem Adler, Gebet am Lararium-Schrein und öffentliches Opfer vor einem Tempel

Zu einem Gott ernannt

Es gab unterschiedliche römische Götter, darunter auch besonders wichtige. Man nannte zwölf, die eine große Bedeutung hatten. In Rom kam es sehr oft vor, dass Kaiser nach ihrem Tod zu Gottheiten erklärt wurden. So wurde beispielsweise Kaiser Augustus zu einem Gott ernannt. Zu seinen Ehren hatte man einen schönen Tempel erbaut. Wenn ein Kaiser merkte, dass sein Tod naht, war er nicht traurig, im Gegenteil, er freute sich, bald ein Gott zu werden. Auch die Angehörigen nahmen es so hin, denn es war eben ein besonderer Tod.

Es gab einige römische Götter, die als Hausgötter galten. Sie schützten das Haus vor Krankheiten und anderem Unheil. Natürlich bat man auch die römischen Götter um ihr Wohlwollen. Die Familie betete zum Beispiel jeden Tag vor dem Hausschrein, der Lararium genannt wurde. Die römischen Götter bekamen Speiseopfer; jeder legte ihnen etwas von seinem Essen hin, denn niemand wollte sie verärgern.

Um den Göttern ein Opfer zu bringen, musste man unbedingt an den Altar gehen, der vor dem Tempel einer bestimmten Gottheit stand. Für die Gläubigen wurde vor dem Tempel immer ein Gottesdienst durchgeführt. Dabei gab es noch eine interessante Besonderheit. Der Tempel selbst zählte als Wohnung der Gottheit, daher durfte er nur für die Priester geöffnet sein.

Aquarell römischer Rituale: Priester bei der Leberschau, das Oktoberpferd am Streitwagen, eine Suovetaurilia-Prozession und ein rauchendes Trankopfer.

Opfer für römische Götter

Zu den für die römischen Götter vorbereiteten Opfern gehörten verschiedene Tiere: Rinder, Hühner, Schweine, Schafe und andere. Die Innereien spielten dabei eine große Rolle, da sie für die Orakelbefragung verwendet wurden. Besonders gut eignete sich dafür die Leber. Am fünfzehnten Oktober opferte man ein Oktoberpferd.

Dies geschah in einer bestimmten Situation. Dazu wurden Wagenrennen veranstaltet und im Anschluss töteten die Männer das rechte Pferd eines siegreichen Zweigespanns mit einem Speer. Es musste ein Tier sein, das zu den besten gehörte und somit auch wirklich eine gute Leistung bringen konnte. Nun wird es immer der Sieger sein.

Es gab noch eine andere Variante, wie ein Tier geopfert werden konnte. Auch diese war stets mit einem Ritual verbunden. Um eine Person wurden ein Schwein, ein Stier oder ein Widder ein paar Runden herumgeführt, damit das Unheil von ihr abgewendet wird. Anschließend wurden die Tiere geschlachtet und gegessen. Es wurden nicht nur Tiere geopfert, sondern auch Getränke an den Altar gebracht. Zum Trankopfer für die römischen Götter gehörten nicht selten Wein, Milch und sogar Öl.

All dies brachten die Leute von zu Hause mit und stellten es in einem großen Krug auf den Altar. Die Flüssigkeiten wurden auch oft in ein Altarfeuer gegossen. Dadurch entstand viel Rauch, der eine besondere Funktion hatte. Damit sollte erreicht werden, dass der Rauch zu den Göttern zog und sie gnädig stimmte. Für die römischen Götter opferten die Leute auch gern Weihrauch. Dieser musste aber noch angezündet werden.

Aquarell vom Rundtempel der Vesta: Vestalinnen nähren das ewige Feuer, während eine Priesterin den Boden mit heiligem Wasser aus einem Krug reinigt

Römische Götter und der besondere Wert des Feuers

Das Feuer war den Menschen besonders wichtig, denn es verband sie mit ihrem Heim und Herd. Auch in dem Tempel konnten die Einwohner das ewige Licht sehen. Die Priesterinnen hielten das Feuer am Brennen, damit es die Menschen mit Wärme und Licht umgeben würde. Das war ihre Aufgabe, und sie hatten sie mit Bravour gemeistert.

Aus der Quelle der Egeria holten sie jeden Tag auch Wasser, um damit den Tempel zu reinigen. Viele Menschen kennen den Tempel der Vesta. Im Haus der Vestalinnen wohnten jeweils sechs Priesterinnen. Die Vestalinnen durften leider keine Ehe eingehen. Schon im frühen Kindesalter, also von 6 bis 10 Jahren, wurden sie zur Vestalin berufen. So konnten sie ungefähr 30 Jahre der Vesta dienen.

Vestalinnen hatten mehrere Privilegien. So konnten sie im Theater und im Zirkus auf den Ehrenplätzen sitzen, die für Senatoren bestimmt waren. 

Und noch etwas sehr Erfreuliches: Gefangene, die auf dem Weg zu ihrer Hinrichtung einer Vestalin begegneten, wurden freigesprochen.

Das Pantheon der griechischen Götter und der römischen Götter mit Beschreibung

Das vollständige Pantheon der Römer umfasst weit mehr als die zwölf Hauptgottheiten. Die folgende Übersicht gliedert 54 Götter und Göttinnen in sieben thematische Gruppen: vom kanonischen Götterrat über römische Tugendgötter, Hausgötter und Naturkräfte bis zu den orientalischen Mysterienkulten und den Provinzialgottheiten aus Gallien und Germanien. Jeder Block ist alphabetisch sortiert und eigenständig zitierfähig.

1. Die zwölf Hauptgötter Roms (Dii Consentes)

Die Dii Consentes sind die zwölf Hauptgötter des römischen Pantheons, wie sie der Dichter Ennius im 3. Jahrhundert v. Chr. in seinen Annales festgehalten hat. Sechs Götter und sechs Göttinnen bildeten den göttlichen Rat. Ihre vergoldeten Statuen standen auf dem Forum Romanum.

Kategorie Götter Roms Griechische Götter Beschreibung Symbole Kurzinfo
🎭 Kunst Apollo Phoebus Apollo Sonne, Poesie, Musik, Orakel Leier, Lorbeerkranz geweiht Delphi Orakel
🌿 Natur Ceres Demeter Göttin der Landwirtschaft Ähren, Fackel Göttin des Getreides
🌿 Natur Diana Artemis Göttin der Jagd Bogen, Hirsch Beschützerin der Natur
🔵 Himmel Juno Hera Göttin der Heirat Pfau, Krone Ehefrau von Jupiter
🔵 Himmel Jupiter Zeus Himmelsgott und König der Götter Blitz, Adler Oberster Gott im Olymp
⚔️ Krieg Mars Ares Gott des Krieges Speer, Helm Wichtiger Schutzgott Roms
🎭 Kunst Merkur Hermes Götterbote und Gott des Handels Flügelschuhe, Stab Schnellster der Götter
🎭 Kunst Minerva Pallas Athena Göttin der Weisheit Eule, Schild Göttin der Klugheit
🌊 Meer Neptun Poseidon Gott der See und der Meere Dreizack Bruder von Jupiter
❤️ Liebe Venus Aphrodite Göttin der Liebe und Schönheit Muschel, Taube Sehr verehrte Göttin in Rom
🔵 Himmel Vesta Hestia Herd, Heimat, Staat Flamme, Herd Beschützerin des Hauses
🔥 Feuer Vulcanus Hephaistos Feuer und Schmiede Hammer, Amboss Schmied der Götter

2. Weitere bekannte Götter des römischen Pantheons

Neben den zwölf Hauptgottheiten kannten die Römer eine breite Schicht weiterer Götter mit eigenem Kult, Tempel und Festtag. Einige stammen aus der italischen Urzeit wie Janus oder Saturn, andere wurden über die interpretatio Romana aus Griechenland übernommen und an die römische Staatsreligion angepasst.

Kategorie Götter Roms Griechische Götter Beschreibung Symbole Kurzinfo
⚕️ Heilung Aesculapius Asklepios Gott der Heilkunst und Medizin Schlangenstab, Schale Tempel auf der Tiberinsel seit 291 v. Chr.
🎭 Kunst Bacchus Dionysos Gott des Weines Weinrebe, Becher Gott der Feste und Feiern
❤️ Liebe Cupido Eros Gott der Liebe Pfeil und Bogen Sohn der Venus
🌿 Natur Faunus Pan Gott der Wälder, Hirten und Herden Bocksfüße, Flöte, Hirtenstab Altitalischer Waldgott
🌿 Natur Flora Chloris Göttin der Blumen und des Frühlings Blumenkranz Symbol für Neubeginn
🚪 Schicksal Fortuna Tyche Göttin des Glückes Glücksrad, Füllhorn Entscheidet über Schicksal
💪 Heros Hercules Herakles Halbgott der Stärke und der zwölf Heldentaten Keule, Löwenfell, Köcher Ara Maxima am Forum Boarium, ältester griech. Kult in Rom
🚪 Schicksal Janus Nicht vergleichbar Gott des Anfangs und des Endes Zwei Gesichter, Schlüssel Nur im römischen Glauben
🌑 Unterwelt Pluto Hades Gott der Unterwelt und des Todes Helm, Zepter Herrscher über die Toten
🌑 Unterwelt Proserpina Persephone Göttin der Unterwelt und des Frühlings Granatapfel, Ähren, Zepter Gemahlin Plutos, Tochter der Ceres
🌿 Natur Saturn Kronos Zeit, Ernte und Landwirtschaft Sense Vater von Jupiter

3. Staatsgötter und Tugendpersonifikationen

Die Römer vergöttlichten abstrakte Werte wie Treue, Frieden und Sieg und errichteten ihnen eigene Tempel. Diese Staats- und Tugendgottheiten sind eine typisch römische Besonderheit ohne kultisches griechisches Gegenstück. Sie verkörperten das politische und moralische Selbstverständnis der res publica.

Kategorie Götter Roms Griechische Götter Beschreibung Symbole Kurzinfo
🤝 Tugend Concordia Homonoia Göttin der Eintracht und des innerstaatlichen Friedens Füllhorn, Ölzweig, zwei verbundene Hände Tempel am Forum Romanum, 121 v. Chr. neu errichtet
🤝 Tugend Fides Pistis Göttin der Vertragstreue und des Wortes Weiße Hand, Ähren Tempel auf dem Kapitol seit 254 v. Chr.
🕊️ Frieden Pax Eirene Göttin des Friedens Füllhorn, Ölzweig, Caduceus Ara Pacis Augustae, 13 bis 9 v. Chr.
🏛️ Staat Quirinus Nicht vergleichbar Gott der römischen Bürgerschaft Lanze, Myrtenkranz Teil der archaischen Trias mit Jupiter und Mars
🏛️ Staat Roma (Dea Roma) Nicht vergleichbar Personifikation der Stadt Rom selbst Helm, Speer, Globus Tempel der Venus und Roma unter Hadrian, 135 n. Chr.
🏛️ Staat Salus Hygieia Göttin des Staatswohls und der Gesundheit Schlange, Patera, Steuerruder Tempel auf dem Quirinal seit 302 v. Chr.
🌱 Tugend Spes Elpis Göttin der Hoffnung auf Gelingen Blume, gehobener Rocksaum Tempel am Forum Holitorium seit 258 v. Chr.
🏆 Sieg Victoria Nike Göttin des Sieges und des kaiserlichen Schutzes Palmzweig, Lorbeerkranz, Flügel Kultstatue in der Kurie seit Augustus

4. Haus- und Alltagsgötter

Jedes römische Haus hatte einen eigenen Hausschrein, das Lararium. Dort wurden die Schutzgötter der Familie täglich mit Speiseopfern verehrt. Zusammen mit Laren, Penaten, Manen und dem persönlichen Genius bildeten diese Götter die di familiares, die den Alltag des Paterfamilias begleiteten.

Kategorie Götter Roms Griechische Götter Beschreibung Symbole Kurzinfo
🏠 Haushalt Genius Nicht vergleichbar Persönlicher Schutzgeist des Mannes und der Orte Toga mit verhülltem Haupt, Patera, Füllhorn, Schlange Weibliches Pendant ist die Iuno jeder Frau
🏠 Haushalt Laren (Lares) Nicht vergleichbar Schutzgötter von Haus, Herd und Kreuzungen Trinkhorn, Patera, Hund Standen im Lararium jedes römischen Hauses
🕯️ Ahnen Manen (Di Manes) Nicht vergleichbar Vergöttlichte Seelen der Ahnen Grabopfer, Kürzel D M auf Grabsteinen Parentalia-Fest vom 13. bis 21. Februar
🏠 Haushalt Penaten (Penates) Nicht vergleichbar Schutzgötter der Vorräte und des Staates Krüge, Speiseopfer Aeneas rettete sie aus Troja nach Rom
🍎 Haushalt Pomona Nicht vergleichbar Göttin der Baumfrüchte und Obstgärten Fruchtschale, Gartenmesser (falx) Gefährtin des Vertumnus, Ovid Metamorphosen XIV
🚪 Schicksal Terminus Nicht vergleichbar Gott der Grenzsteine und Eigentumsgrenzen Steinerner Grenzpfeiler Terminalia-Fest am 23. Februar

5. Gottheiten der Himmelskörper und der Erde

Sonne, Mond und Erde galten den Römern als göttliche Mächte mit eigenem Kult. Ihre Namen leben bis heute in den Planetennamen und den Wochentagen (Sonntag, Montag) weiter. Auch Wälder, Weiden und Morgenröte erhielten eigene Gottheiten mit festem Platz im römischen Kalender.

Kategorie Götter Roms Griechische Götter Beschreibung Symbole Kurzinfo
🌅 Himmel Aurora Eos Göttin der Morgenröte Safrangelbes Gewand, Viergespann Zieht täglich dem Sonnengott Sol voraus
🌙 Himmel Luna Selene Göttin des Mondes und der Nacht Mondsichel auf der Stirn, Fackel Tempel auf dem Aventin seit dem 6. Jh. v. Chr.
🐑 Natur Pales Nicht vergleichbar Göttin der Hirten, Herden und Weiden Milch, Hirtenstab Parilia-Fest am 21. April, dem Gründungstag Roms
🌲 Natur Silvanus Keine direkte Entsprechung Gott der Wälder, Grundstücksgrenzen und der Wildnis Sichelmesser, Pinienzweig, Hund Hunderte Weihesteine in Germanien und Pannonien
☀️ Himmel Sol Helios Gott der Sonne Strahlenkrone, Viergespann Ab 274 n. Chr. als Sol Invictus Staatsgott
🌍 Natur Tellus Mater Gaia Göttin der Erde und der Fruchtbarkeit Füllhorn, Kinder, Früchte Ikonisches Relief an der Ara Pacis

6. Orientalische Mysterienkulte im Imperium

Mit der Expansion Roms wanderten fremde Götter ins Imperium ein. Magna Mater kam 204 v. Chr. aus Phrygien, Isis aus Ägypten, Mithras über römische Soldaten aus dem persischen Osten. Diese Mysterienkulte boten persönliche Heilserfahrungen, die die alte Staatsreligion nicht bot.

Kategorie Götter Roms Griechische Götter Beschreibung Symbole Kurzinfo
🦁 Orient Cybele (Magna Mater) Rhea Phrygische Göttermutter der Natur und der Erde Mauerkrone, Löwen, Tympanon Offiziell in Rom seit 204 v. Chr.
🪔 Orient Isis Hellenistisch-ägyptisch Göttin der Mutterschaft, Magie und Seefahrt Sistrum, Situla, Isis-Knoten Offiziell anerkannter Kult seit Caligula
⚡ Orient Iuppiter Dolichenus Nicht vergleichbar Orientalischer Blitz- und Himmelsgott aus Doliche Stier als Thron, Doppelaxt, Blitzbündel Militärkult am Limes (Pfünz, Zugmantel, Saalburg)
🐂 Orient Mithras Nicht vergleichbar Gott des Lichts und Mysterienkult der Soldaten Stier, phrygische Mütze, Höhle (Mithräum) Mithräen u. a. in Mainz, Frankfurt, Dieburg
🌾 Orient Serapis Hellenistisch-ägyptisch Synkretistischer Gott aus Osiris und Apis Modius (Kornmaß), Zepter, Kerberos Iseum Campense auf dem Marsfeld, eng mit Isis verbunden

7. Provinzialgottheiten in Gallien und Germanien

In den Provinzen Gallien, Germanien und Britannien behielten die Einheimischen ihre Gottheiten. Die römische Verwaltung erkannte sie offiziell an, römische Soldaten und Beamte stifteten ihnen Weihesteine. Besonders im Rheinland sind über 800 Matronensteine belegt, die diese religiöse Vermischung eindrucksvoll dokumentieren.

Kategorie Götter Roms Griechische Götter Beschreibung Symbole Kurzinfo
🌲 Provinz Abnoba Keltischer Ursprung Göttin des Schwarzwaldes und der Donauquellen Hirsch, Pfeil, Bogen Weihesteine in Badenweiler und Mühlenbach
🐴 Provinz Epona Keltischer Ursprung Schutzgöttin der Pferde, Reiter und Fohlen Reitende Frau, Patera, Füllhorn Fest am 18. Dezember, einzige keltische Gottheit im röm. Kalender
⚔️ Provinz Mars Lenus Keltisch-römisch (als Mars) Treverischer Heilgott, identifiziert mit Mars Speer, Helm, Gans Heiligtum am Irminenwingert bei Trier (Augusta Treverorum)
👩 Provinz Matronae Aufaniae Germanisch-keltisch Muttergottheiten-Trias als Schutz für Familie und Fruchtbarkeit Drei thronende Frauen mit Fruchtschalen und Hauben Über 800 Weihesteine, u. a. Nettersheim und Bonner Münster
🚢 Provinz Nehalennia Germanisch-keltisch Göttin der Schifffahrt, des Handels und der Fruchtbarkeit Pelerine, Fruchtkorb, Hund, Schiffsbug Über 200 Weihesteine aus Colijnsplaat und Domburg
♨️ Provinz Sulis Minerva Athena (als Minerva) Keltisch-römische Göttin der heißen Heilquelle Eule, Helm, Wasser Heiligtum und Thermen in Aquae Sulis (Bath, Britannien)

Noch mehr römische neue Gottheiten der Antike

Die römische Göttin Vesta war aus dem Griechischen entlehnt und entsprach der Hestia, der Göttin des Herdfeuers. Im Vesta-Tempel auf dem Forum wurde sie verehrt. Ihr Rundtempel entsprach der antiken italischen Rundhütte. In dem Tempel mit 20 Säulen brannte das ewige Feuer, das von sechs vestalischen Jungfrauen beschützt wurde. Sie lebte in einem benachbarten Haus und ihr „Dienst“ dauerte 30 Jahre. Die römischen Jungfrauen zur Bewachung des Tempels mussten keuch leben. Verstieß eine von ihnen gegen das Gebot, wurde sie bei lebendigem Leib eingemauert. Ließ eine der Jungfrauen das ewige Feuer verlöschen, wurde sie vom pontifex maximus zu Tode gegeißelt.

Begegnete ein zum Tode verurteilter Verbrecher auf seinem Weg zur Hinrichtung einer Vestalin, wurde er begnadigt. Die Vesta-Vestalinen genossen ein so hohes Ansehen, dass selbst Senatoren auf der Straße für sie zur Seite traten. Ihr Testament hinterlegten die römischen Herrscher im Tempel der Vesta.

Römer huldigten ihren Göttern

Der Kult der Ceres, der Göttin des Ackerbaus wurde erneut gehuldigt, als 496 v. Chr. in Rom eine Hungersnot ausbrach. Mit ihr wurden Liber (gr. Dionysos) und Libera (gr. Persephone) ein Tempel gestiftet. Mars war der Kriegsgott und damit der Gott der Soldaten und des Militärs. Ihm ist der Monat März geweiht, denn ursprünglich war er der altlatinische Gott des Ackerbaus und des Frühlings. Am 1. März hielten die römischen Marspriester, die aus zwölf vornehmen Familien stammten, ihre Feiern zur Ehren des Mars ab. Die Bauern gingen in seinem Namen mit Stier, Schwein und Schafbock über die Felder und opferten die Tiere der Gottheit Mars. Merkur war der Gott der Händler. Beim Circus Maximus, der zugleich auch die Getreidebörse von Rom war, hatte er seinen Tempel. Hier war auch der Sitz des Gremiums der römischen Kaufleute (mercuriales). Venus ist die Göttin der Liebe und der Schönheit.

Sie ist die Mutter des Aeneas und damit die Stammmutter der Iulier, die sie als Generix verehrten. Für die Bauern galt sie auch als die römische Göttin des Gartens. Dem griechischen Poseidon entsprach in der römischen Götterwelt Neptun als Gott des Wassers. Apollo galt zunächst als Heilgott, wurde später zum Gott der Künste, der Weissagung, der Verbannten und der Vertriebenen. In der römischen Kaiserzeit wurde er auch Sol, Sonnengott der Römer. Seine Schwester war Diane, die als Göttin der Jagd dem griechischen Gott Artemis entsprach.

Römische Schutzgötter

Zusätzlich zu den alten und neuen Gottheiten, verehrten die Römer weitere göttliche Wesen, die Laren, Penaten und Manen. Die Laren waren als lares familiares die Schutzgötter des Hauses und die Geister der Verstorbenen, die über das Haus wachten. Die Laren blieben zurück, wenn eine römische Familie ihr Haus verließ. Die penaten waren die Schutzgötter der Bewohner der Häuser. Sie wachten über deren Gesundheit und Wohlstand. Ihr Name leitet sich ab von dem lateinischen Wort penus: Vorräte. Die Penaten begleiteten die Familien und auch der Staat hatte seine Penaten.

Die Manen waren die Seelen der Toten, welche die Römer verehrten. Sie wurden nicht nur verehrt, auch ein Fest am 21. Februar (feralia) sollte die Manen gegenüber den Lebenden gütlich stimmen. Heiraten war an diesem Tag verboten, die Tempel waren geschlossen und römische Beamte durften keine Amtskleidung tragen. Die Manen sind oft auf römischen Grabsteinen erwähnt unter dem Kürzel DM – dis manibus – den Totengöttern.

Welche zwölf Götter bildeten das Hauptpantheon?

Die folgende Übersicht zeigt die Dii Consentes in der Paarordnung, die der Historiker Titus Livius in seinem Werk Ab urbe condita XXII,10,9 für das Lectisternium des Jahres 217 v. Chr. überliefert (lateinischer Originaltext in The Latin Library). Bei diesem sechstägigen Götterbankett wurden die sechs Götterpaare auf Liegepolster gesetzt und symbolisch bewirtet. Jedes Paar deckte einen eigenen Funktionsbereich des römischen Lebens ab.

Die sechs Götterpaare des Lectisterniums im Überblick

Götterpaar (Livius 22,10,9) Griechische Entsprechung Gemeinsamer Funktionsbereich Heiligtum in Rom
Iuppiter & Iuno Zeus & Hera Staatsgewalt, Ehe und Schwur Kapitolinischer Tempel auf dem Mons Capitolinus
Neptunus & Minerva Poseidon & Athene Meer, Handwerk und Strategie Tempel des Neptunus im Circus Flaminius
Mars & Venus Ares & Aphrodite Krieg, Liebe und Gründungsmythos Tempel des Mars Ultor auf dem Augustusforum
Apollo & Diana Apollon & Artemis Licht, Heilung, Jagd und Orakel Tempel des Apollo Palatinus auf dem Palatin
Vulcanus & Vesta Hephaistos & Hestia Feuer in Schmiede und Herd Vesta-Rundtempel am Forum Romanum
Mercurius & Ceres Hermes & Demeter Handel, Getreide und Versorgung Tempel am Circus Maximus (Merkur), Aventin (Ceres)

Drei dieser zwölf Gottheiten, nämlich Iuppiter, Iuno und Minerva, bildeten zusammen die Kapitolinische Trias. Diese Dreiheit war das höchste Staatsheiligtum Roms. Außerhalb der Stadt wurde jede römische Kolonie mit einem eigenen Capitolium ausgestattet, beispielsweise in Pompeji, Brescia oder Dougga in Tunesien.

Häufige Fragen zu den römischen Göttern

Was ist der Unterschied zwischen den römischen und den griechischen Göttern?

Die römischen und griechischen Götter teilen zwar Attribute und Mythen, unterscheiden sich aber in Kultpraxis und Staatsfunktion deutlich. Die Römer legten größeren Wert auf exakten Ritus, formelhafte Gebete und die pax deorum, also das vertragliche Gleichgewicht zwischen Menschen und Göttern. Griechische Kulte waren stärker polis-bezogen und mythenlastig, während römische Kulte staats- und familienzentriert waren.

Wie betete ein Römer im Alltag zu seinen Göttern?

Der römische Hausvater (paterfamilias) trat morgens vor das Lararium, streckte die Handflächen nach oben (Gestus der supplicatio) und rief den jeweiligen Gott namentlich mit allen Beinamen an. Danach folgte ein Trankopfer aus Wein oder Milch in die Flamme oder auf den Altarstein. Der Ritus musste wortgetreu erfolgen, da schon ein Versprecher das Opfer ungültig machte und eine Wiederholung (instauratio) erforderlich wurde.

Woran erkenne ich eine historisch fundierte Götter-Replik?

Eine seriöse Replik nennt den archäologischen Vorlagetypus, Fundort und Aufbewahrungsort des Originals, das Material (Bronze, Marmorguss, Ton) und die Epoche. Anhaltspunkte sind die korrekten Attribute: Iuppiter ohne Adler ist keine Iuppiter-Replik, Minerva ohne Eule oder Aegis ebenso wenig. Phantasie-Statuen mit historisch unpassender Gewandung oder frei erfundenen Attributen sind moderne Esoterik-Ware, keine archäologischen Repliken.

Welche römischen Götter hatten kein griechisches Vorbild?

Eigenständig römische Gottheiten ohne direkte griechische Entsprechung sind Ianus (Gott aller Anfänge und Türen), Quirinus (Schutzgott der römischen Bürgerschaft), Terminus (Gott der Grenzsteine) sowie die Sammelgottheiten der Laren, Penaten und Manen. Auch Fortuna, Fides und Victoria entwickelten in Rom eine eigene Kultgestalt, die weit über die griechischen Urbilder Tyche oder Nike hinausging.

Was war ein Lectisternium?

Das Lectisternium war ein öffentliches Götterbankett, bei dem die Statuen der Götter auf Liegepolster (lectus) gesetzt und mit einem realen Mahl bewirtet wurden. Das erste große Lectisternium für die zwölf Dii Consentes fand 217 v. Chr. nach der römischen Niederlage am Trasimenischen See statt. Livius beschreibt den Ritus in Ab urbe condita XXII,10,9 als Versuch, die erzürnten Götter mit sechs Paar-Arrangements wieder versöhnlich zu stimmen.

Warum endete der offizielle Kult der römischen Götter?

Mit dem Edikt von Thessaloniki im Jahr 380 n. Chr. erhoben Kaiser Theodosius I., Gratianus und Valentinianus II. das nizänische Christentum zur Staatsreligion. Ab 391/392 verbot Theodosius alle heidnischen Kulte und ließ Tempel schließen oder umwidmen. Der letzte große Restaurator des Pantheons, Stadtpräfekt Vettius Agorius Praetextatus, hatte bereits 367 n. Chr. versucht, die Porticus Deorum Consentium noch einmal wieder aufzurichten.

Quellen und weiterführende Literatur

Forum Traiani ® | Der Römer Shop - Wir machen Geschichte begreifbar!

Aktualisiert am: 20.04.2026

Andreas Hopson Autor - Experte für experimentelle Archäologie seit über 25 Jahren
Andreas Hopson - Der Römer Shop

Über den Autor:

Andreas Hopson ist Experte für römische Alltagskultur und antike Mosaiktechniken und verfügt über mehr als 25 Jahre Erfahrung in der experimentellen Archäologie.

Im Rahmen der experimentellen Archäologie forscht, rekonstruiert und vermittelt Andreas Hopson römische Alltagsgegenstände und die Handwerkstechniken antiker Mosaizisten. Seine Expertise stützt sich auf Quellenstudium, praktische Umsetzung und vernetzte Arbeit in Fachverbänden.

Mit seinen Publikationen, Workshops und Rekonstruktionen unterstützt er Museen, Schulen und Forschungseinrichtungen dabei, antikes Handwerk lebendig und nachvollziehbar zu vermitteln.

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