Purpurschnecke - Murex indivia

Artikelnummer: 68137

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Die Purpur Farb Schnecke

Purpurschnecken sind meeresbewohnende Schnecken, die ein Drüsensekret ausscheiden, aus dem man Purpurfarbstoff gewinnen kann.

Alte Legende

Einer alten Legende nach, die in mehreren Versionen mit unterschiedlichen Detailvarianten durch die Literatur geistert, soll der Hund eines Fischers am Strand eine Purpurschnecke zerbissen haben, woraufhin sich seine Lefzen und Schnauze intensiv rot färbten. Der Fischer glaubte zunächst, sein Hund habe sich verletzt. Als er die vermeintliche Wunde abwaschen wollte, erwies sich die Farbe jedoch als unerwartet zäh und beständig. Dadurch kam er erst auf die Idee, dass die Färbekraft von der zerbissenen Schnecke stammen musste.

Purpur bei den Römern

Purpur war bei den Römern ein Symbol der Macht. Da jede Purpurschnecke nur einen winzigen Tropfen jenes Sekretes liefert, aus dem der Farbstoff gewonnen wird, sind zur Herstellung von einem einzigen Gramm reinen Purpurs rund 8000 Purpurschnecken nötig. Zur Färbung der Tunika eines Herrschers benötigte man, hoch gerechnet, rund 12000 Purpurschnecken. Im alten Rom war der teure Purpurfarbstoff den Kaisern und Senatoren vorbehalten. Nur der Kaiser durfte einen purpurnen Mantel (Toga) tragen. Die Senatoren und Magistrate mussten sich mit einem purpurnen Besatzstreifen an ihrer Toga begnügen.

  • 3 gereinigte Purpurschnecken
  • Im Bio Beutel
  • Murex indivia

Kulturgeschichliches

Die Purpurfärbung unter Verwendung von Purpurschnecken war schon den Phöniziern bekannt. Sie lebten in der Gegend des heutigen Libanon und gelten als das bedeutendste Färbervolk der Antike und überhaupt. Wahrscheinlich ist das Färbeverfahren aber mehrfach an verschiedenen Orten der Erde erfunden und ausgeübt worden. Man geht heute davon aus, dass die Purpurgewinnung aus Purpurschnecken bereits ab dem 19. bis 18. Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung bekannt war.

Purpur Farbstoff

Der legendäre Purpur galt und gilt noch heute als der teuerste Farbstoff der Welt. Für ein Gramm dieses Farbstoffes muss man zwischen 2000 und 2500 Euro hinblättern. Das entspricht einem Preis von zwei Millionen Euro für ein Kilogramm reinen, natürlichen Farbstoff!

Erfreuen Sie sich an dem auch optisch vollendet formschönen Gehäuse der Pupurschnecke., z.B. als Briefbeschwerer auf Ihrem Schreibtisch oder als Zierde im Blumentopf!

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Die Purpurschnecke - Das Tier für eine besondere Farbe

Die Purpurschnecke gehört zur Gruppe der Stachelschnecken. Das erkärt ihre besondere Form und ihr Aussehen.
Eine weitere Besonderheit ist eine Drüse, die sie besitzt, um sich zu verteidigen oder bei der Beuteergreifung hilft. Dabei wird ein gelbliches Sekret abgesondert. Dieses Sekret ist die Grundlage für den Farbstoff Purpur.

Purpur- Eine Farbe mit Geschichte

Die Purpurschnecke kommt hauptsächlich im Mittelmeer vor und dort beginnt auch die Geschichte der Farbe Purpur.
Die Sage berichtet, dass Herakles der Nymphe Tyros nachstellte.
Die Nymphe sah, wie sich die Lefzen von Herakles Hund purpur färbten, als er auf eine Schnecke biss. Begeistert von dem neuen Farbton, verlangte sie von Herakles ein Kleid in diesem Farbton.

Deshalb gilt die Stadt Tyros im antiken Phönizien als Entdecker des Purpur, denn Herakles wird im antiken Griechenland als Gott verehrt. So auch in Tyros, das heute im Libanon liegt, allerdings in der Gestalt des phönizischen Gottes Melkarth.
Archäologische Funde belegen, dass diese Farbe im gesamten Mittelmeerraum bekannt und sehr begehrt war. Phönizien allerdings war für seine Textilfärbereien besonders berühmt, und deshalb vermutet man, dass dort die Herstellung und Verbreitung des Farbstoffes begann.

Und wie wird aus einer Schnecke Purpur?

In späteren Schriften von Aristoteles und Plinius wird von der Herstellung des Farbstoffs berichtet. Doch wie kann eigentlich eine Schnecke für den Farbstoff Purpur in Kleidern verantwortlich sein? In der Antike benutzte man nämlich hauptsächlich Pflanzenstoffe und Mineralien zum Färben von Kleidern.

Als ein Hund am Strand auf eine Schnecke biss, färbten sich die Haare um sein Maul rötlich. Sein phönizischer Herr dachte, sein Hund würde bluten, und versuchte das vermeintliche Blut abzuwaschen. Das gelang ihm nicht. Auch bekam er die Farbe nicht aus dem Fell. Die Farbe aus der Schnecke erwies sich als sehr haltbar.
Da Phönizien für seine kostbaren farbigen Stoffe bekannt war, setzten die Phönizier diese Erfahrung um. Sie sammelten Schnecken, entfernten die Drüsen mit dem Sekret und in einem mehrere Tage andauernden chemischen Prozess veränderte sich dieses erst gelbliche Sekret über andere Farbtöne wie kräftig Grün, mehrere Blautöne, grau zu schließlich purpur. Unbedingt notwendig zur Veränderung ist das Tageslicht.
Farbvarianten erzielte man über die Dauer des Vorganges, Zusätze anderer roter Farbstoffe oder Doppelfärbungen.

Purpur - Altbekannt und doch schwer zu bestimmen

Erstaunlich ist, dass man erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts die chemische Zusammensetzung des Stoffes herausfand. Weniger verwunderlich wird es vielleicht, wenn man in den Berichten von Plinius und Aristoteles nachliest, welche Stoffe noch zu dem Schneckensekret hinzugefügt worden sein sollen.
Außerdem soll sich bei dem chemischen Prozess, der bei der Umwandlung des Sekrets unter Sonnenlichteinwirkung stattfindet, ein äußerst unangenehmer Geruch entstanden sein.

Wie dem auch sei, man fand heraus, dass bei der 'Umwandlung' Kaliumsalze eines Schwefelsäureesters, die im Schneckensekret enthalten sind, mit einem ebenfalls im Sekret enthaltenen Enzym reagieren. Bei Lichteinwirkung oxidiert der Stoff und die Farbe Purpur entsteht. Durch Redoxreaktionen kommen die verschiedenen Farben während der Herstellung zustande.

Und die Herkunft des Wortes?

Wenig verwunderlich mag nun auch die Herkunft des Namens 'Purpur' erscheinen. Es handelt sich um einen altgriechischen Begriff, der soviel wie 'mischen, anrühren' bedeutet. Die Römer übernahmen diesen Begriff in ihre lateinische Sprache.
Genau passend, denn durch Mischen des Sekretes mit Zusätzen, 'Mischen' von Esterderivaten mit Enzymen und Sonnenlicht, und schließlich durch 'Anrühren' von Textilien in der Farbe entsteht das gefärbte Keidungsstück.

Vom kleinen Tier zum Luxusartikel

Bedenkt man die Größe einer einzelnen Schnecke, kann man sich leicht vorstellen wie wenig Sekret man von einer Schnecke erhalten kann. Für ein ganzes Kleidungsstück müssen bis zu 10.000 Tausend Schnecken gefangen werden. Man kann sich vorstellen wie wertvoll so ein purpurgefärbtes Kleidungsstück ist.
Dieses aufwendige Herstellungsverfahren war teuer und zeitraubend und abhängig vom Schneckenfang. Deshalb konnten sich nur wenige Menschen Kleidungstücke mit dieser Farbe leisten.

Hinzu kommt aber noch ein sozialer Aspekt. Farben hatten schon immer eine stark symbolische Bedeutung. Man denke nur an das Marienblau. So war es auch mit der Farbe Purpur.

Purpur - Die Farbe des Kaisers

Im antiken Rom war das Tragen dieser Farbe den Senatoren vorbehalten. Ein breiter Streifen auf ihrer Toga zeigte allen, wen sie vor sich hatten.
Ein dünnerer Streifen zeichnete einen anderen Stand aus. Und mit zunehmendem Alter, sprich Erfahrung, durfte man die Toga mit einem anfangs grünen Streifen in eine mit einem purpurfarbenen Streifen wechseln.

Dennoch waren Kleidungsstücke in purpur begehrt. Das führte schließlich dazu, dass
der römische Kaiser ein Gesetz erließ, welches nur ihm erlaubte, eine purpurfarbene Toga zu tragen.
Konnte er dieses Gesetzt auch nicht vollständig durchsetzten, so blieb Purpur in nachfolgenden Zeiten immer ein Privileg. Anfangs der byzantinischen Kaiser, später dann dann des Papstes, darauf hier und da im Kaisertum.

Während im antiken Rom, in der katholischen Kirche und in manchen Adelsgeschlechtern das Purpur auf den besonderen Stand der Person hinweist, hatten purpurfarbene Kleidungsstücke im antiken Griechenland eine andere Funktion. So trugen die Hopliten, die Krieger im Heer, Hemden in purpur. Einerseits boten sie so einen beeindruckenden Anblick, andererseits konnte man so das Blut von Verletzungen auf dem ähnlichen Farbton des Hemdes schwer erkennen.
Aber auch aus dieser Zeit gibt es eine Geschichte über das Herausstellungs Merkmal der Farbe Purpur. Als im trojanischen Krieg der große Held Hektor, der zugleich der älteste Sohn des trojanischen Königs Priamos war, starb, bedeckte sein Vater ihn mit einem purpurfarbenen Tuch und beerdigte ihn damit.

Die verschiedenen Farbtöne von Purpur

Während es uns leicht fällt, rot, blau und gelb zu bestimmen, ist das mit purpur nicht ganz so einfach.
Solange es sich um den reinen Naturfarbstoff aus dem Sekret der Schnecke handelt, gibt es eine ganze Bandbreite von Farbvarianten. Sie reicht von himbeer-rosa bis nahezu tiefblau und dunkelviolett.

Das liegt daran, dass Schnecke nicht gleich Schnecke ist, sondern sich, wie andere Lebewesen auch, unterscheiden. Außerdem spielt die Dauer der Herstellung eine Rolle, denn je nach Länge von Lichteinwirkung und Sauerstoffzufuhr verändert sich die chemische Reaktion des Sekrets und somit die Farbe.
Heutzutage wird in den allermeisten Fällen purpur synthetisch hergestellt. Dabei wird versucht, den antiken Vorgang nachzuahmen. Nur zur Restauration von musealen Textilien wird auf den Farbstoff der Schnecke zurückgegriffen.

Übrigens verwendete man auch schon in der Antike aus Kostengründen Ersatzfarbstoffe. Obwohl diese Farbstoffe einen anderen Farbton aufwiesen, sprach man trotzdem von purpur. Hier kam es nicht auf die exakte Farbwahl wie wir es heute kennen an, sondern auf die Funktion des Farbstoffes.

Artikelnr. 68137
Gewicht 0,1200 kg
Material Reines Naturprodukt
Länge approx. 3-6cm
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