Fortuna Statuette, 18 cm, Alabastergips: römische Glücksgöttin als Hausschrein-Replikat
Kurz erklärt
Diese Fortuna Statuette gibt ein römisches Tonstatuetten-Vorbild aus dem 1. bis 2. Jahrhundert n. Chr. wieder. Der Vorbildfund stammt aus einem Brandgrab in Hottenbach im Landkreis Birkenfeld und wird heute im Rheinischen Landesmuseum Trier verwahrt. Höhe 18 cm, Material Alabastergips mit heller Patinierung, gefertigt in Deutschland.
Fortuna Statuette auf einen Blick
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Authentizitätsgrad: Historische Replik (Stufe 2). Alabastergips ersetzt das antike Tonmaterial, Form und Maß folgen dem Originalfund
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Material: Alabastergips, hell patiniert
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Maße: 18 cm Höhe, 3 × 3 cm Standfläche, 170 g Gewicht
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Datierung des Vorbildes: 1. bis 2. Jahrhundert n. Chr.
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Bekanntestes Vorbild: Tonstatuette der Fortuna aus einem Brandgrab in Hottenbach (Landkreis Birkenfeld), Rheinisches Landesmuseum Trier
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Antike Quelle: Petronius, Satyrica 60.8 (Lares und Fortuna im Hause Trimalchios)
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Passende Darstellung: Pater Familias, Matrona oder Provinzialhandwerker im treverisch-niedergermanischen Hausstand, 1. bis 2. Jh. n. Chr.
Was zeigt die Fortuna Tonstatuette eigentlich?
Die Vorlage stammt aus dem 1. bis 2. Jahrhundert n. Chr. und wurde 1954 in einem Brandgrab im Landkreis Birkenfeld geborgen. Plausibler Fundort ist das römische Brandgräberfeld am Hottenbacher Flurstück Langmes, wo zwischen 60 und 70 Brandgruben dokumentiert sind. Die Göttin trägt das Füllhorn im linken Arm und hält in der rechten Hand einen Apfel als Frucht- und Glückssymbol. Vergleichsstücke der nordwestprovinziellen Pfeifenton-Werkstätten beschreibt Hannelore Rose in ihrer Untersuchung zu den Terrakotten der Nordwestprovinzen, die das Töpfereiviertel am Kölner Rudolfplatz als Hauptproduktionszentrum identifiziert (Universität zu Köln, Volltext).
Wie kam die Fortuna in ein Brandgrab?
Tonstatuetten der Hausgötter wurden nicht für die Bestattung gefertigt, sondern aus dem häuslichen Lararium der Verstorbenen mitgegeben. Petronius beschreibt in der Satyrica, wie Trimalchios silberne Lares zusammen mit einer Fortuna ins Triclinium getragen werden, was die Verzahnung von Hauskult und persönlichem Statussymbol gut sichtbar macht (Petronius, Satyrica, lateinischer Volltext). Die Pfeifenton-Variante war Massenware: Wer sich keinen Bronzeguss leisten konnte, kaufte beim Töpfer eine weißtonige Replik. Eine gängige Fehlannahme im Hobby-Bereich verbindet Hausschrein-Statuetten reflexhaft mit Bronze, übersieht dabei aber, dass Pfeifenton-Figuren der Nordwestprovinzen den überwältigenden Anteil der überlieferten Lararium-Bestände stellen.
Welche Vergleichsfunde gelten als typologisch nächstliegend?
Die direkte typologische Verwandte der Birkenfelder Fortuna ist die Sitzstatuette aus dem Limeskastell Saalburg im Taunus, Mitte 2. Jh. n. Chr., 12,9 cm hoch, weißer Pfeifenton, Inventar P 1104 im Archäologischen Landesmuseum Hessen. Eine zweite gut belegte Vergleichsfigur liegt im Römisch-Germanischen Museum Köln und ist über die Arachne-Datenbank des DAI Köln zugänglich. Beide Vergleichsstücke zeigen die Göttin thronend, was eine offene Reibung zur stehenden Variante dieser Replik bildet.
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Material des Originals: Ton, vermutlich weißer Pfeifenton aus Kölner oder Trierer Werkstattumfeld
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Datierung: 1. bis 2. Jahrhundert n. Chr.
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Fundkontext: Brandgrab im Landkreis Birkenfeld, Beigabe aus dem häuslichen Lararium
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Aufbewahrung: Rheinisches Landesmuseum Trier
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Replikatmaße: 18 cm Höhe, 3 × 3 cm Standfläche, 170 g
Wie unterscheiden sich die nordwestprovinziellen Fortuna Statuetten?
| Fundstück |
Datierung |
Material und Maße |
Aufbewahrung |
Passende Zuordnung |
| Fortuna aus Hottenbach (Landkreis Birkenfeld) |
1. bis 2. Jh. n. Chr. |
Ton, ca. 18 cm |
Rheinisches Landesmuseum Trier |
Treverischer Hausstand, ländlich-provinzial |
| Sitzstatuette Fortuna Saalburg P 1104 |
Mitte 2. Jh. n. Chr. |
weißer Pfeifenton, 12,9 cm |
Saalburg-Museum (ALM Hessen) |
Limeskastell-Vicus, ziviler Hausstand |
| Sitzstatuette Fortuna Köln |
1. bis 2. Jh. n. Chr. |
Terrakotta, Massenware vom Rudolfplatz |
Römisch-Germanisches Museum Köln |
CCAA-Bürger, urbaner Provinzialhausstand |
| Marmor-Fortuna Pölich |
1. bis 2. Jh. n. Chr. |
Marmor, kleinformatig |
Rheinisches Landesmuseum Trier |
Wohlhabender Villenbesitzer an der Mosel |
Fortuna Statuette in der Darstellungspraxis
Die 18 cm hohe Fortuna passt in der Größenklasse genau zum üblichen Lararium-Aufbau. Auf einer Tribunal-Brett-Höhe von 80 bis 90 cm und einer Distanz von 2 bis 3 m zum Publikum bleibt die helle Patina gut lesbar; Füllhorn und Apfel werden ab 5 m Entfernung allerdings flach. Die Standfläche von 3 × 3 cm wirkt knapp, hält aber bei mittlerer Wackeligkeit eines Holzbretts ohne weitere Unterlage; bei stärkerer Erschütterung empfiehlt sich eine Filzunterlage oder ein Antirutsch-Pad unter dem Sockel. Der Alabastergips ist deutlich leichter als ein Bronzeguss derselben Maße (170 g gegenüber etwa 1,5 kg) und damit windempfindlich auf offener Lagerbühne.
Passende Darstellungsart: Pater Familias oder Matrona im treverisch-niedergermanischen Hausstand, 1. bis 2. Jh. n. Chr. | Einsatzbereich: reines Hausaltar-Display im überdachten Lararium-Aufbau, kein Außenstand bei Regen, keine Marsch- oder Tragebelastung | Stellfläche: 3 × 3 cm Sockel, mittlere Standfestigkeit auf trockenem Holz
- Im Lararium-Aufbau zwischen Lar-Figur und Genius-Bilderrahmen positioniert; die Fortuna übernimmt die rechte oder linke Flanke je nach Familientradition
- Bei Saturnalien- oder Compitalia-Inszenierungen mit Räucherwerk auf einer eigenen Brettstufe leicht erhöht, damit Rauch und Hitze nicht direkt auf die patinierte Oberfläche ziehen
- Im Schul- und Museumsworkshop als Anschauungsobjekt für die häusliche Götterverehrung; die offene Hand mit Apfel lässt sich gut als didaktischer Anker für das Fruchtbarkeitsthema nutzen
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Bekannte Schwächen der Rekonstruktion: Die meisten erhaltenen nordwestprovinziellen Pfeifenton-Fortunas der Saalburg- und Köln-Werkstätten zeigen die Göttin thronend; die stehende Variante dieser Replik vertritt einen selteneren Typus, der für den Birkenfelder Fund angenommen wird, ohne dass online ein objektgenauer Datensatz mit Inventarnummer für den 1954er Birkenfeld-Fund verfügbar ist. Wer streng fundbezogen darstellt, sollte die Forschungslücke offen kommunizieren
Für welche Anwendungen eignet sich die Fortuna Statuette?
- Für eine Lararium-Präsentation im Villa- oder Domus-Setting reicht die Replik in Größe und Farbwirkung vollkommen aus; sie bleibt sichtbar, ohne Lar- und Genius-Hauptfiguren zu erschlagen
- Wer eine eng datierte Saalburg-Vicus-Impression um Mitte 2. Jh. fährt, sollte zur Sitzstatuette nach Saalburger Pfeifenton-Vorbild greifen statt zur stehenden Variante
- Für vermittlungsorientierte Schul- und Museumsformate ist die Statuette ein robustes Display-Objekt: Patina sichtbar, Attribute eindeutig zuordenbar, Größe gruppenfreundlich auf Augenhöhe
Für sekundäre Zielgruppen (Antikensammler und museumspädagogische Vermittler): Die Replik eignet sich als Vitrinenstück zum Thema Pfeifenton-Hausstatuetten der Nordwestprovinzen und als Anker für Vermittlungsformate zu römischer Hausreligion.
Häufige Fragen zur Fortuna Statuette
Wie pflegt man Alabastergips-Statuetten zwischen den Saisons?
Alabastergips ist hygroskopisch und nimmt Luftfeuchte auf. Lagern sie die Fortuna im Innenraum bei moderater Luftfeuchte unter 60 Prozent, eingewickelt in säurefreies Seidenpapier in einem Pappkarton mit Polsterung. Vermeiden sie Plastiktüten, weil sich darin Kondensfeuchte bildet, die langfristig Salzausblühungen begünstigt.
Welcher Fortuna-Typus passt zu welcher Provinzialdarstellung?
Für eine Köln-Vicus-Darstellung des 1. bis 2. Jh. greifen Reenactor zur sitzenden Pfeifenton-Fortuna der Rudolfplatz-Werkstätten. Für Saalburg und Limestaunus passt der Saalburg-Pfeifenton-Typ mit Strahlenkrone. Stehende Fortunas sind im niedergermanisch-treverischen Hausstand belegt, aber typologisch weniger streng definiert als die Sitzvariante.
Worin unterscheidet sich diese Replik vom antiken Pfeifenton-Original?
Der wichtigste Unterschied liegt im Material: Alabastergips wird im modernen Formguss geschöpft, weißer Pfeifenton wurde antik geformt und gebrannt. Die helle Patinierung der Replik bringt die Oberfläche optisch in die Nähe des Tons, ersetzt aber nicht die fein verziehbare Brennstruktur des Originals. Eine streng fundbezogene Vitrinenposition fordert das Originalmaterial; hier ist das Stück Stufe 2.
Wie kombiniert man die Fortuna stilsicher im Lararium?
Die klassische Kombination ist Lar (links und rechts), Genius (Mitte) und mindestens eine weitere Schutzgottheit der Familie wie Fortuna, Venus oder Mercurius. Halten sie die Datierungsgrenzen ein: Wer die Fortuna mit Sirona oder Epona kombiniert, baut einen explizit gallo-römischen Hausstand auf, was im Treverer-Gebiet stimmig ist, im italischen Hauskontext jedoch nicht passt.
Was passiert mit der Patina bei direkter Sonnenstrahlung?
Die helle Patinierung ist im Innenraum lichtecht, bleicht aber bei direkter UV-Bestrahlung im Außenbereich über mehrere Saisons hinweg sichtbar aus. Stellen sie die Statuette nicht ungeschützt ans Südfenster und bei Outdoor-Lararium-Aufbauten im Festivalkontext nur unter Dachschutz oder im Zelt.
Wie repariert man Bruchstellen am Alabastergips?
Kleinere Absplitterungen lassen sich mit handelsüblichem Modellbau-Sekundenkleber (Cyanacrylat) wieder ansetzen, sofern beide Bruchflächen plan und sauber sind. Größere Abbrüche brauchen einen Restaurator, der das Stück mit reversiblem Material wie Paraloid B-72 stabilisiert. Eigenversuche mit Heißkleber sind tabu, weil sich die thermische Belastung in Mikrorissen rächt.
Externe Quellen und Literatur zur Fortuna Statuette
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Wikimedia / Wikipedia: Pfeifenton-Fortuna aus Köln, 2. Jh. n. Chr. — Bilddokument einer ostgallisch-kölnischen Pfeifenton-Statuette, ikonographisch nahe am Birkenfelder Fundtypus
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Archäologisches Landesmuseum Hessen: Sitzstatuette Fortuna Saalburg P 1104 — der typologisch nächstliegende Pfeifenton-Vergleichsfund, Mitte 2. Jh., 12,9 cm
- Arachne (DAI Köln): Sitzstatuette Fortuna aus Terrakotta, Römisch-Germanisches Museum Köln, Datensatz 601762
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museum-digital: Statuette der Isis-Fortuna, Rheinisches Landesmuseum Trier — Bronze-Variante zum Vergleich des Trier-Bestandes
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Roswitha Neu-Kock / Werner Schäfke (Hrsg.): Heilige & Gaukler. Kölner Statuetten aus Pfeifenton. Akademische Verlagsgesellschaft, Köln 1988 — Standardwerk zu den nordwestprovinziellen Pfeifenton-Statuetten
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Heinz Cüppers (Hrsg.): Die Römer in Rheinland-Pfalz. Theiss Verlag, Stuttgart 1990 — Regionalmonografie inklusive Hottenbach und Hunsrück-Vorland
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Petronius, Satyrica 60.8 (lateinischer Volltext, The Latin Library) — Lares und Fortuna in Trimalchios Triclinium
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Aktualisiert am: 07.05.2026