Jupiter Statue 30 cm: bronzepatinierte Replik des berühmten Bavayer Götterhortfundes
Kurz erklärt
Die Jupiter Satue zeigt eine gallorömische Bronzestatuette des 1. Jahrhunderts n. Chr. aus dem Trésor des bronzes de Bavay (Nordfrankreich) im Maßstab 1:1 wieder. Material der Replik ist stabiler Alabastergips mit Bronzepatina; das Original mit der Inventarnummer 1969 BR 15 zeigt einen nackten, kontrapostal (ausgleichende Gewichtsverlagerung) stehenden Olympier, traditionell als Jupiter, in der jüngeren Forschung auch als Neptun diskutiert.
Die Jupiter Statue auf einen Blick
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Authentizitätsgrad: Historische Replik (Stufe 2). Offizielle Reproduktion (RMN-Code PG003623) eines konkreten archäologischen Fundes mit publiziertem Forschungsapparat. Materialwahl Alabastergips statt Originalmaterial Bronze.
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Material: stabiler Alabastergips mit aufgesetzter Bronzepatina
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Maße: Gesamthöhe ca. 30 cm; Sockel 4,5 x 10 cm; Gewicht ca. 1 kg
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Datierung des Vorbildes: 1. Jahrhundert n. Chr., gallorömisch (Hoch-Empire); Vergrabung des Hortfundes am Übergang vom 3. zum 4. Jh. n. Chr.
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Bekanntestes Vorbild: gallorömische Bronzestatuette aus dem Trésor des bronzes de Bavay (Inventar 1969 BR 15), geborgen am 12. Juli 1969 durch Abbé Henri Biévelet im Nordostwinkel der zivilen Basilika von Bagacum
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Antike Quelle: Plinius d. Ä., Naturalis Historia XXXIV (über antike Bronzeplastik und ihre Legierungstechnik)
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Passender Vermittlungskontext: private Sammlung antiker Repliken, Latein- und Geschichtsunterricht, lararium-Aufbau bei der Hausgötter-Darstellung, Museumsshop-Sortiment
Wie kommt eine 30-cm-Jupiter-Statue aus Bavay in einen deutschen Römer Shop?
Bavay liegt nicht zufällig im Spiel. Das antike Bagacum war im 1. und 2. Jahrhundert n. Chr. die Hauptstadt der gallischen Nervier, ein Knotenpunkt von sieben Römerstraßen zwischen Reims, Trier und Köln, mit dem größten zusammenhängend ausgegrabenen Forum Frankreichs. Genau hier, im Nordostwinkel der zivilen Basilika, stieß der Geistliche Henri Biévelet am 12. Juli 1969 auf einen außergewöhnlichen Hortfund: rund 370 Bronzeobjekte, darunter Götterstatuetten von Jupiter, Mercurius und Minerva, Möbelbeschläge, Lampen und Fragmente monumentaler Statuen.
Die Statuette ist seither das Glanzstück der Sammlung im Forum antique de Bavay. Sie misst 26,4 cm zuzüglich 5 cm Sockel, exakt das Format, das die Reproduktion als handhabbare Tischfigur abbildet. Die französische Replik der Réunion des musées nationaux trägt den Katalogcode PG003623 und stammt aus den Ateliers d'art des Musées nationaux, derselben Werkstatt, die auch für den Louvre und das Musée d'Orsay reproduziert.
Warum die Datierung „4. Jh. v. Chr." in vielen Online-Beschreibungen falsch ist
Die ikonografische Tradition des nackten, bärtigen Donnergottes mit Wurfarm reicht bis in die griechische Klassik des 5. und 4. Jh. v. Chr. zurück; hier liegen die formalen Wurzeln. Das Bavayer Stück selbst entstand jedoch fünf bis sechs Jahrhunderte später in einer gallorömischen Werkstatt der frühen Kaiserzeit. Die offizielle Inventarisierung im Musenor-Verbund der Hauts-de-France-Museen datiert die Statuette unter Verweis auf die Standardpublikation von Stéphanie Boucher und Hélène Oggiano-Bittar (1993) ins 1. Jahrhundert n. Chr. Vergraben wurde der gesamte Hortfund laut den 2017 abgeschlossenen Untersuchungen erst rund zweihundert Jahre später, am Übergang vom 3. zum 4. Jahrhundert.
Das Detail, das niemand erwartet: Augen aus Silber
Das Original ist alles andere als ein einfacher Bronzeguss. Die Augen sind mit Silber inkrustiert, die Pupillen waren ehemals aus Glaspaste oder Stein. Der runde Sockel trägt einen Eierstab-Fries oben und unten, dazwischen Weinblätter aus eingelegtem Silber und Kupfer-Rinceaux in Rot auf Goldgelb. So entstand keine massenhafte Werkstattware, sondern ein qualitätsvolles Stück lokaler Andachtsausstattung, vermutlich aus dem Inventar eines städtischen Heiligtums oder einer wohlhabenden Privatkapelle. Die Reproduktion gibt diese Polychromie nicht im Detail wieder, übernimmt aber Haltung, Proportionen und den charakteristischen Sockel.
Was den Mythos bricht: Ist es überhaupt Jupiter?
Die Identifikation als Jupiter ist in der Forschung nicht unstrittig. Boucher und Oggiano-Bittar weisen darauf hin, dass der Donnerkeil normalerweise fest umschlossen in der Hand gehalten wird, nicht offen präsentiert wie hier. Außerdem erinnern die ins Genick fallenden Locken an die boucles mouillées der Neptun-Statue im Musée Lugdunum in Lyon. Das offizielle Inventar des Bavayer Museums führt die Statuette daher unter dem Schlagwort Neptune. Die populäre Verkaufsbezeichnung „Jupiter de Bavay" geht auf die ältere Forschung und die RMN-Reproduktionspolitik zurück. Mehr dazu im FAQ-Abschnitt.
Eckdaten des Originals 1969 BR 15
- Höhe: 26,4 cm Statuette + 5 cm Sockel = 31,4 cm gesamt
- Sockel-Durchmesser: 11 cm, mit Eierstab und Silber- bzw. Kupfer-Inkrustationen
- Material: Bronze jaune (Gelbbronze, kupfer-zinkhaltige Legierung)
- Augen: Silber-Inkrustation, Pupillen Glaspaste oder Stein
- Fundkontext: Hortfund mit ca. 370 Bronzeobjekten, Trésor des bronzes de Bavay
Vergleich: der Jupiter de Bavay und seine Geschwister im gallorömischen Götterpantheon
| Statuette / Werk |
Aufbewahrung & Inventar |
Datierung |
Material und Detail |
Identifikation |
| Jupiter de Bavay |
Forum antique de Bavay, Inv. 1969 BR 15 // RMN-Reproduktion: PG003623 |
1. Jh. n. Chr. |
Bronze jaune, 26,4 cm, Silber-Augen, Sockel mit Edelmetall-Einlagen |
traditionell Jupiter, in der Forschung auch Neptun diskutiert |
| Jupiter Heliopolitanus |
Musée du Louvre, Sammlungsportal |
2. bis 3. Jh. n. Chr. |
Bronze, kalathos-Kopfschmuck, Stierflanken, syrische Tradition |
Jupiter Heliopolitanus, syrische Reichsversion des höchsten Gottes |
| Jupiter mit himation und Adler |
Musée du Louvre, De Clercq-Sammlung |
1. bis 2. Jh. n. Chr. |
Bronze mit Silber-Inkrustation, sitzend, foudre in der Linken |
kanonischer Jupiter Capitolinus-Typus |
| Tête colossale de Jupiter |
Lugdunum Lyon, Inv. 2001.0.322 |
spätes 2. bis frühes 3. Jh. n. Chr. |
Carrara-Marmor, Originalstatue ca. 5 m, Eichenkranz mit Adler-Medaillon |
Jupiter, nach griechischem Vorbild des 4. Jh. v. Chr. |
| Zeus von Olympia (Phidias) |
verloren, beschrieben bei Pausanias V.11 |
ca. 435 v. Chr. |
chryselephantin (Gold und Elfenbein), 12,4 m, Adler-Szepter, Nike in der Rechten |
der ikonografische Urahn aller bärtigen Olympier |
Die Jupiter Statue im Sammlungs- und Vermittlungseinsatz
Die Replik ist als Tischfigur konzipiert. Auf 30 cm Höhe wirkt das Original-Kontrapost mit Standbein rechts und Spielbein links sichtbar; der vorgestreckte rechte Arm bricht aus der Frontalsymmetrie aus und macht die Figur aus jedem Blickwinkel räumlich lesbar. Aufgestellt im Bücherregal, auf dem Schreibtisch oder in einer Vitrinenecke trägt sie den ikonografischen Marker eines konkreten archäologischen Fundes ins Sichtfeld, nicht eine generische Götterfigur aus dem Designhandel.
Passende Darstellungsart: Sammlung antiker Repliken; Latein- und Geschichtsunterricht zur römischen Religion und gallorömischen Provinz; lararium-Aufbau bei der Hausgötter-Darstellung in der Reenactment-Szene | Einsatzbereich: ausschließlich Standdarstellung im Innenraum; nicht für Außenaufstellung, mechanische Belastung oder den Tragebetrieb in Mehrtageslagern geeignet | Aufstellungsempfehlung: auf Augenhöhe oder leicht darunter, von vorn beleuchtet, damit der vorgestreckte Wurfarm und das Kontrapost lesbar bleiben
- Anker im Schul- oder Universitätskontext: das Stück erlaubt es, am gegenständlichen Objekt die Identifikationsdebatte Jupiter gegen Neptun durchzuspielen und damit archäologische Methodik zu vermitteln (Attribut, Haltung, Vergleichsfunde).
- Bestandteil eines lararium: in der gallorömischen Hausgötter-Darstellung war Jupiter Optimus Maximus Pflichtfigur; eine Bavay-Replik liefert hier eine regional verankerte Variante statt einer generischen Italien-Vorlage.
- Anschauungsobjekt für Bavay-Themen: für jede Beschäftigung mit dem Trésor des bronzes oder der Civitas Nerviorum ist die Statuette der visuelle Anker schlechthin.
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Bekannte Schwächen der Rekonstruktion: die Replik gibt das Material des Originals (Bronze jaune mit Silber-Inkrustation an den Augen, Silber- und Kupfereinlagen am Sockel) durch Alabastergips mit Bronzefarbe wieder. Auch die Datierungsfrage und die Identifikationsdebatte Jupiter / Neptun sind in der Replik nicht visuell auflösbar.
Für welche Anwendungen eignet sich die Bavay-Replik konkret?
- Wer eine streng fundbezogene gallorömische lararium-Darstellung aufbaut und keine generische Italien-Vorlage nutzen möchte, findet hier eine zur römischen Provinz Belgica passende Statuette mit publizierter Fundgeschichte.
- Im Latein- oder Geschichtsunterricht zu „römische Religion" oder „Gallien unter Rom" liefert das 30-cm-Format eine handhabbare Anschauungsfigur, die nicht im Klassenraum-Schrank verschwindet.
- Für eine Sammlung antiker Repliken mit dokumentierbarer Provenienzkette ist der Reproduktionscode PG003623 das entscheidende Glied; die Werkstatt steht in derselben Tradition wie die offiziellen Louvre-Repliken.
Für die Reenactor-Szene: in einer Lager-lararium-Aufstellung mit weiteren Hausgöttern, Räucherschale und Opfergaben setzt die Bavay-Statuette einen gallorömischen Akzent gegenüber günstiger Mainstream-Ware.
Häufige Fragen zur Jupiter Statue Bavay
Stellt diese Statuette tatsächlich Jupiter dar oder ist es Neptun?
Die Identifikation ist in der Forschung umstritten. Die populäre Bezeichnung „Jupiter de Bavay" geht auf die ältere Literatur und die offizielle RMN-Reproduktion zurück. Das Inventar des Bavay-Museums führt das Stück inzwischen unter dem Schlagwort Neptune, weil der Donnerkeil des Jupiter normalerweise fest in der Hand gehalten wird (nicht offen wie hier), die nassen Locken im Nacken an Neptun-Darstellungen erinnern und der pathetische Gesichtsausdruck eher zum Wassergott passt. Die offene rechte Hand könnte einen Delfin getragen haben, ein Neptun-Attribut. Marktüblich wird die Statuette als Jupiter / Zeus geführt.
Aus welchem Material besteht das Original, und warum gibt die Replik es in Alabastergips wieder?
Das Original ist Bronze jaune mit Silber-Inkrustation an den Augen und polychromen Edelmetall-Einlagen am Sockel. Die Replik besteht aus stabilem Alabastergips mit aufgesetzter Bronzepatina, einer Materialwahl in der seit dem 18. Jahrhundert etablierten Gipsabguss-Tradition akademischer Sammlungen. Goethe ließ sich 1786 aus Rom einen Gipsabguss des Zeus von Otricoli in sein Weimarer Schlafzimmer stellen; Tausende vergleichbarer Abgüsse antiker Werke füllen heute Universitäts- und Museumssammlungen weltweit.
Wie alt ist das Originalstück wirklich?
Die Statuette selbst entstand laut der Standardpublikation von Boucher und Oggiano-Bittar (1993) im 1. Jahrhundert n. Chr. in einer gallorömischen Werkstatt der frühen Kaiserzeit. Der gesamte Hortfund wurde laut den C2RMF-Untersuchungen von 2017 erst rund zweihundert Jahre später, am Übergang vom 3. zum 4. Jahrhundert, im Boden vergraben. Verbreitete Online-Angaben „4. Jh. v. Chr." beziehen sich auf die griechische Bildtradition, nicht auf die Datierung der Statuette.
Was ist der Trésor des bronzes de Bavay?
Ein Hortfund von rund 370 Bronzeobjekten, geborgen 1969 im Nordostwinkel der zivilen Basilika des Forums von Bagacum (heute Bavay, Hauts-de-France). Er enthält Götterstatuetten, Möbelbeschläge, Lampen, Geschirr und Fragmente monumentaler Statuen, die zur Ausstattung des Forums gehört haben dürften. Heute ist er das Glanzstück des Forum antique de Bavay, ergänzend untersucht durch das C2RMF mit dem Teilchenbeschleuniger AGLAE.
Was bedeutet die Reproduktionsnummer PG003623?
Es ist der offizielle Katalogcode der Ateliers d'art des Musées nationaux der Réunion des musées nationaux Grand Palais. Diese Werkstatt produziert lizenzierte Reproduktionen für die französischen Nationalmuseen einschließlich Louvre und Forum antique de Bavay. Der Code dokumentiert den direkten Bezug zur Originalvorlage und ist über das RMN-Portal recherchierbar.
Eignet sich die Statue für die Außenaufstellung?
Nein. Alabastergips ist feuchtigkeits- und stoßempfindlich. Die Replik ist für die Innenraumaufstellung konzipiert: Vitrine, Bücherregal, Schreibtisch, lararium. Trockenstaub mit weichem Pinsel entfernen, keine feuchten Tücher, keine Reinigungsmittel mit Lösungsmitteln verwenden.
Externe Quellen und Literatur zur Jupiter Statue Bavay
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Wikipedia: Forum antique de Bavay – Übersicht zu Fundort, Geschichte und Bedeutung des größten zusammenhängend ausgegrabenen Forums Frankreichs.
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Musenor (Verband der Konservatoren der Hauts-de-France-Museen): offizielle Inventarseite Statuette 1969 BR 15 – autoritative Sammlungsdaten mit ausführlicher Beschreibung und Identifikationsdebatte.
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Réunion des musées nationaux Grand Palais: Reproduktionsblatt Jupiter de Bavay PG003623 – offizieller Katalog der lizenzierten RMN-Replik.
- Boucher, Stéphanie / Oggiano-Bittar, Hélène: Le trésor des bronzes de Bavay, in: Revue du Nord, Hors-Série, collection archéologie, n° 3, 1993, Université Charles de Gaulle / Lille III, S. 54–55. Standardpublikation mit ausführlicher Beschreibung und Diskussion der Identifikation.
- Chavagnac, Laure de / Mille, Benoît (Hrsg.): Nouveaux regards sur le Trésor des bronzes de Bavay, Ausstellungskatalog Forum antique de Bavay 2018/19, Mailand: Silvana Editoriale 2019. Aktualisierte Forschung mit den C2RMF-Analysen am Beschleuniger AGLAE.
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DAI-Zenon: Bibliografische Recherche zum Trésor de Bavay – Zugriff auf weiterführende archäologische Literatur des Deutschen Archäologischen Instituts.
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Plinius d. Ä., Naturalis Historia, Liber XXXIV (lateinischer Volltext, The Latin Library) – antike Hauptquelle zur römischen Bronzeplastik, ihren Legierungen und Werkstatttechniken.
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Aktualisiert am: 30.04.2026