Römisches Weinset Cena: Ein Gastmahl in zwei Flaschen
Das Römische Weinset Cena vereint zwei Weine nach antikem Vorbild in je einer 0,75-Liter-Flasche: den Mulsum, einen weißen Honigwein mit Pfeffer und Lorbeer, wie ihn die Römer zur Vorspeise tranken, und den Conditum Paradoxum, einen roten Gewürzwein mit Honig, Pfeffer, Safran, Lorbeer und Datteln nach dem ersten Rezept im Kochbuch des Apicius. Beide Weine haben 12,5 % vol, schmecken gekühlt oder leicht erwärmt und begleiten einen römischen Abend vom ersten bis zum letzten Gang. Abgabe nur an Personen ab 18 Jahren.
Weiß zum Auftakt, Rot zum Gewürz: der Bogen eines römischen Abends
Vom ersten Becher bis zum letzten Gang
Die cena war der Höhepunkt des römischen Tages. Man lag auf Speisesofas, oft schon am späten Nachmittag, und aß in einer festen Abfolge. Am Anfang stand die gustatio: Eier, Oliven, Salate, kleine Fischgerichte, alles leicht und appetitanregend. Dazu reichte man Mulsum, Wein mit Honig. Die Verbindung war so eng, dass der erste Gang einen zweiten Namen bekam: promulsis, wörtlich das, was zum Mulsum gehört. Cicero verwendet das Wort ganz selbstverständlich, wenn er in seinen Briefen von Einladungen zum Essen erzählt.
Wie man guten Mulsum herstellt, beschreibt der Landwirtschaftsautor Columella im 1. Jahrhundert n. Chr.: frischer Most, bester Honig, sorgfältig vermischt und in Gefäßen gereift. Plinius der Ältere empfiehlt dagegen alten Wein als Grundlage, weil sich der Honig damit am besten verbindet. Ein festes Einheitsrezept gab es nicht, jeder Haushalt hatte seine eigene Art.
Später am Abend, zu den kräftigeren Gerichten der primae mensae, kam gewürzter Wein auf den Tisch. Der bekannteste ist der conditum paradoxum, der „erstaunliche Gewürzwein“. Er eröffnet das Kochbuch, das unter dem Namen des Feinschmeckers Apicius überliefert ist, als allererstes Rezept: Honig, in Wein erhitzt, gewürzt mit Pfeffer, Mastix, Lorbeer, Safran und gerösteten Dattelkernen. Pfeffer und Safran kamen über weite Handelswege nach Rom und waren teuer. Wer seinen Gästen einen solchen Wein servierte, zeigte, was er sich leisten konnte.
Das Weinset Cena folgt diesem Bogen. Der weiße Mulsum gehört an den Anfang, zur Vorspeise und zum Ankommen. Der rote Conditum begleitet den Hauptgang und den langen Abend danach. Zwei Flaschen, ein Gastmahl.
Zwei Flaschen, zwei Charaktere
Was im Weinset steckt
Der Mulsum ist ein weißer Honigwein. Die Süße des Honigs trifft auf die leichte Schärfe von Pfeffer und die Kräuternote von Lorbeer. Gekühlt passt er als Aperitif zu Oliven, Käse oder Eiern, ganz wie zur römischen gustatio.
Der Conditum Paradoxum ist ein roter Gewürzwein. Honig, Pfeffer, Safran, Lorbeer und Datteln geben ihm Wärme und Tiefe. Er folgt dem ersten Rezept im Apicius-Kochbuch als Interpretation auf Rotweinbasis, ohne den dort genannten Mastix. Leicht erwärmt entfaltet er seine Gewürze besonders deutlich und begleitet kräftige Speisen oder einen langen Abend.
Beide Weine stammen aus Deutschland und haben 12,5 % vol. Als Geschenk eignet sich das Set für alle, die sich für die Antike interessieren, und als Grundlage für ein römisches Abendessen oder eine Verkostung.
-
Inhalt: 1 × Mulsum, 1 × Conditum Paradoxum, je 0,75 l
-
Mulsum: Weißwein, Honig, Pfeffer, Lorbeer, 12,5 % vol
-
Conditum Paradoxum: Rotwein, Honig, Pfeffer, Datteln, Safran, Lorbeer, 12,5 % vol
-
Allergenhinweis: beide Weine enthalten Sulfite
-
Herkunft: Wein aus Deutschland
-
Genuss: gekühlt als Aperitif oder leicht erwärmt
-
Abgabe: nur an Personen ab 18 Jahren, Altersprüfung durch den Zusteller vorbehalten
Vom Römerfest bis zur Weinprobe: wo das Weinset seinen Platz hat
Auf Römerfesten und bei Reenactment-Gastmählern gibt das Set dem Abend seine Ordnung. Der Mulsum wird zur Begrüßung und zur Vorspeise ausgeschenkt, der Conditum kommt mit dem Hauptgang. Wer die Speisefolge der cena nachstellt, hat damit für beide Phasen den passenden Wein und für die Gäste gleich einen Gesprächsanlass: Warum heißt die Vorspeise promulsis?
In der Museumspädagogik für Erwachsene eignen sich beide Weine für Verkostungen im Rahmen von Führungen. Gerade Menschen, die sonst wenig Wein trinken, nähern sich über Honig und Gewürze dem Geschmack der Antike an. Die beiden Flaschen zeigen nebeneinander, wie unterschiedlich römischer Wein sein konnte: hell und mild zum Auftakt, dunkel und würzig zum Essen.
Für ein römisches Abendessen zu Hause reicht das Set für eine Runde mit Freunden. Dazu passen einfache Gerichte nach antikem Vorbild, etwa gefüllte Eier, Oliven und Brot zur Vorspeise und ein kräftiges Fleisch- oder Pilzgericht zum Hauptgang.
Als Geschenk bringt das Set Geschichte in die Flasche, zu Geburtstagen, Jubiläen oder zur Weihnachtszeit. Die Römer feierten im Dezember die Saturnalien, ein Fest der Geschenke und der Gastmähler.
Praxistipps für den Ausschank: Den Mulsum gut gekühlt servieren, den Conditum nach Geschmack gekühlt oder sanft erwärmt, dabei nicht kochen lassen, damit Alkohol und Aromen erhalten bleiben. Ungeöffnete Flaschen kühl und dunkel lagern, angebrochene Flaschen verschlossen im Kühlschrank aufbewahren und zügig genießen.
Set, Einzelflasche oder ganze Kiste? So findest Du die passende Menge
Zum Kennenlernen ist das Set der einfachste Einstieg. Beide Weine nebeneinander zu probieren zeigt sofort, wie verschieden römischer Wein schmecken konnte, und hilft bei der Entscheidung, welcher Stil Dir besser liegt.
Als Geschenk spart das Set die Auswahl. Weiß und Rot, mild und würzig: Für Menschen, deren Geschmack Du nicht genau kennst, ist damit beides dabei.
Bei größeren Runden, auf Römerfesten oder für Verkostungen mit mehreren Gruppen lohnt der Blick auf die Einzelflaschen. Wenn klar ist, welcher Wein besser ankommt, lassen sich Mulsum oder Conditum gezielt in größerer Menge nachbestellen.
Stilecht wird der Abend mit passenden Trinkgefäßen. In der Kategorie Becher, Krüge & Gläser findest Du Repliken römischer Gefäße, aus denen beide Weine serviert werden können. Und wer den römischen Wein selbst ansetzen möchte, greift zur römischen Gewürzmischung für Weißwein.
So beginnt das berühmteste Kochbuch Roms
Wer das Kochbuch des Apicius aufschlägt, stößt nicht auf Brot, Suppe oder Braten. Das allererste Rezept ist ein Wein:
„Conditi paradoxi compositio: mellis pondo XV in aeneum vas mittuntur, praemissis vini sextariis duobus, ut in coctura mellis vinum decoquas.“
„Zusammensetzung des erstaunlichen Gewürzweins: Fünfzehn Pfund Honig gibt man in ein Bronzegefäß, in das zuvor zwei Sextarien Wein gegossen wurden, damit beim Kochen des Honigs der Wein mit einkocht.“
Apicius, De re coquinaria I, 1, 1
Die Mengen verraten, wie üppig das gedacht war. Fünfzehn römische Pfund sind knapp fünf Kilo Honig, gekocht in gut einem Liter Wein. Erst danach kommen Pfeffer, Mastix, Lorbeer, Safran und Datteln hinzu, und zum Schluss weitere achtzehn Sextarien Wein, rund zehn Liter. Das Ergebnis war ein dicker, süßer Würzwein für große Gesellschaften, der wohl verdünnt getrunken wurde.
Der Conditum Paradoxum im Set ist ein trinkfertiger Wein für den heutigen Genuss. Die Idee dahinter ist dieselbe geblieben: Honig, Wein und kostbare Gewürze, zu einem Getränk verbunden, das schon beim ersten Schluck überrascht.
Vor dem ersten Becher: Fragen zum Römischen Weinset Cena
Trinkt man die Weine warm oder kalt?
Beides ist möglich. Den Mulsum serviert man am besten gut gekühlt, als Aperitif zur Vorspeise. Den Conditum Paradoxum kannst Du gekühlt trinken oder sanft erwärmen, dann treten Pfeffer und Safran deutlicher hervor. Beim Erwärmen nicht kochen lassen, damit Alkohol und Aromen erhalten bleiben.
Wie schmecken die beiden Weine?
Der Mulsum ist hell und mild, der Honig gibt ihm eine weiche Süße, Pfeffer und Lorbeer setzen eine feine würzige Note. Der Conditum ist dunkler und kräftiger: Honig und Datteln bringen Süße, Pfeffer und Safran Wärme, dazu kommt die herbe Note des Rotweins. Beide schmecken ungewohnt und gerade deshalb interessant.
Sind das originalgetreue römische Weine?
Es sind Weine nach antikem Vorbild, hergestellt mit heutiger Kellertechnik. Der Mulsum folgt der römischen Tradition von Wein mit Honig, wie sie Columella und Plinius beschreiben, ergänzt um Pfeffer und Lorbeer. Der Conditum ist eine Interpretation des ersten Rezepts im Apicius-Kochbuch auf Rotweinbasis, ohne den dort genannten Mastix. Wie römischer Wein vor 2.000 Jahren genau schmeckte, lässt sich nicht rekonstruieren, die Zutaten und die Idee dagegen schon.
Wie bewahre ich eine geöffnete Flasche auf?
Verschlossen im Kühlschrank und zügig genießen. Ungeöffnete Flaschen lagerst Du kühl und dunkel.
Wer kann das Set bestellen, und wohin wird geliefert?
Alkoholische Getränke verkaufen wir nur an Personen ab 18 Jahren, eine Altersprüfung durch den Zusteller behalten wir uns vor. Ein Versand nach Großbritannien und Kanada ist für Wein leider nicht möglich.
Innen Mulsum, außen Öl
Plinius der Ältere erzählt von einem Mann namens Romilius Pollio, der über hundert Jahre alt war und noch erstaunlich rüstig. Kaiser Augustus, bei ihm zu Gast, wollte wissen, wie er sich Körper und Geist so frisch erhalten habe. Die Antwort war kurz: intus mulso, foris oleo, innen mit Mulsum, außen mit Öl.
Ob Pollio das ernst meinte oder den Kaiser nur gut unterhalten wollte, verrät Plinius nicht. Ein Gesundheitsversprechen ist das natürlich nicht, wohl aber der Beweis, dass Mulsum für die Römer weit mehr war als ein Getränk: ein Stück Lebensart, das man sogar einem Kaiser empfahl.
Quelle: Plinius der Ältere, Naturalis Historia XXII, 114
Quellenverzeichnis
Titel: De re coquinaria
Autor: Apicius
Veröffentlichung: hrsg. von Cesare Giarratano und Friedrich Vollmer, Teubner, Leipzig
Datum: 1922 (Rezepte I, 1, 1 und I, 1, 2)
Titel: De re rustica
Autor: Columella (Lucius Iunius Moderatus Columella)
Stelle: XII, 41 (Mulsum-Rezept)
Datum: 1. Jahrhundert n. Chr.
Titel: Naturalis Historia
Autor: Plinius der Ältere (Gaius Plinius Secundus Maior)
Stelle: XXII, 113–114 (Mulsum, Romilius Pollio)
Datum: um 77 n. Chr.
Titel: Epistulae ad familiares
Autor: Cicero (Marcus Tullius Cicero)
Stelle: IX, 16 und IX, 20 (promulsis)
Datum: 1. Jahrhundert v. Chr.
Weiterführende Links
Aktualisiert am: 04.11.2026
Der Römer Shop · Forum Traiani® · Wir machen Geschichte begreifbar!
Lebensmittelunternehmer und Abfüller: Schreiber-Kiebler, Hauptstraße 42, 55270 Klein-Winternheim