Mithras Relief: Tauroktonie als Kultbild des römischen Mysterienkultes
Kurz erklärt
Das Mithras Relief zeigt die Tauroktonie, also die kanonische Stiertötung des Mysteriengottes Mithras im 2. bis 4. Jahrhundert nach Christus. Es war das zentrale Kultbild in jedem römischen Mithraeum und steht für den Sieg über den kosmischen Urstier. Die hier angebotene Replik aus Alabastergips ist eine verkleinerte Wandfassung im Format 10 mal 10 Zentimeter.
Mithras Relief auf einen Blick
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Authentizitätsgrad: Historische Replik (Stufe 2). Optik am antiken Steinrelief orientiert, Material Alabastergips statt Sandstein, Format gegenüber den Vorbildern verkleinert.
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Material: Hochwertiger Alabastergips mit fein ziselierter Oberfläche, leicht steinähnliche Anmutung.
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Bemalungsbeispiel:: Das colorierte Bild dient als mögliche Bemalungsrekonstruktion des Reliefs.
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Abmessungen: 10 x 10 cm, 1 cm Tiefe, Gewicht 130 Gramm. Wandhängung über rückseitige Aussparung.
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Datierung des Vorbildes: 2. bis 4. Jahrhundert n. Chr., Hauptverbreitung in den Provinzen am Rhein und an der Donau.
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Bekanntestes Vorbild: Tauroktonie-Relief aus dem Mithraeum von Nida (Frankfurt-Heddernheim), Archäologisches Museum Frankfurt.
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Antike Quelle: Statius, Thebais I, 719 bis 720 (um 92 n. Chr., frühester literarischer Beleg für die Stiertötung).
Was zeigt das Mithras Relief eigentlich?
Das Bildmotiv stammt aus dem römischen Mithraskult, der sich zwischen dem späten 1. und dem 4. Jahrhundert n. Chr. vor allem entlang der Limites ausbreitete. Ein typisches Vergleichsstück liegt im Archäologischen Museum Frankfurt: das Tauroktonie-Relief aus dem Mithraeum von Nida, dem römischen Heddernheim. Es zeigt dieselbe Bildformel wie unsere Replik, das Niederringen und Töten des Stieres durch den Gott Mithras.
Die Bildformel der Tauroktonie
Mithras kniet mit dem rechten Bein auf dem Rücken des Stieres, der linke Fuß steht am Boden. Mit der linken Hand zieht er den Kopf des Tieres an den Nüstern zurück, mit der rechten stößt er ihm den Dolch in die Schulter. Er trägt die charakteristische phrygische Mütze und eine kurze Tunika unter einem im Wind wehenden Mantel.
Auf den vollständigen Reliefs treten weitere Figuren hinzu: Hund und Schlange lecken das Blut der Wunde, ein Skorpion greift den Genitalbereich an, ein Rabe sitzt als Bote des Sol auf Mithras' Mantel. Die Fackelträger Cautes (gehobene Fackel) und Cautopates (gesenkte Fackel) flankieren die Szene. Diese Begleitfiguren fehlen bei der kompakten Variante im Format 10 mal 10 Zentimeter.
Was Mithras nicht ist
Eine weit verbreitete Verwechslung: Mithras ist nicht selbst die Sonne. Auf den antiken Reliefs steht Sol als eigene Figur in der oberen linken Ecke, oft mit Strahlenkranz, daneben Luna. Erst in spätantiken Inschriften erscheint die Verbindungsformel Sol Invictus Mithras. Wie der Frankfurter Religionshistoriker Manfred Clauss in seinem Standardwerk Mithras. Kult und Mysterium (Darmstadt 2012) festhält, sind Mithras und Sol auf den Bildern zwei Personen, die einander begegnen. Die kosmologische Deutung des Religionshistorikers Roger Beck (Oxford 2006) liest die Tauroktonie als astrologisches Programm der Sternbilder Stier, Skorpion und Rabe. Die Quellenlage zur eigentlichen Lehre des Kultes bleibt dünn, weil die Mysten ihr Wissen nicht aufgeschrieben haben.
Bekannte Mithras-Reliefs im Vergleich
| Fundort |
Datierung |
Material und Maße |
Aufbewahrung |
| Heddernheim (Nida), Frankfurt |
um 200 n. Chr. |
Sandstein, ca. 110 x 95 cm |
Archäologisches Museum Frankfurt |
| Neuenheim, Heidelberg |
spätes 2. Jh. n. Chr. |
Sandstein, 355 x 255 cm, drehbares Bildprogramm |
Badisches Landesmuseum Karlsruhe |
| Osterburken (obergermanischer Limes) |
um 200 n. Chr. |
Sandstein, ca. 175 x 180 cm |
Römermuseum Osterburken |
| Königshoffen, Straßburg |
2. Jh. n. Chr. |
Sandstein, fragmentiert |
Musée Archéologique Strasbourg |
| Replik Römer Shop |
Vorbild 2. bis 4. Jh. n. Chr. |
Alabastergips, 10 x 10 cm |
verkleinerte Wandreplik für Innenraum |
Museumspädagogischer Impuls
In Workshops zur römischen Religion in namhaften Museen entlang des Limes hat sich das Mithras-Bild als Einstieg in das Thema Mysterienkulte bewährt. Während Jupiter, Mars oder Minerva den Schülern aus dem Lateinunterricht oft schon vertraut sind, öffnet die Tauroktonie ein zweites Religionssystem im selben Imperium und macht den Begriff Mysterienkult anschaulich.
Als Einzelstunden-Impuls für Klasse 9 bis 12 (Geschichte, Latein, Religion, Ethik): das Relief im Unterricht weiterreichen und drei Beobachtungsaufgaben verteilen.
- Was tut Mithras genau, und warum greift er den Stier nicht von vorn an?
- Welche Begleitfiguren fehlen auf der Replik gegenüber dem antiken Vollbild?
- Warum war der Kult nur unter Männern verbreitet, und welche sozialen Schichten haben sich darin getroffen?
Die Antworten erschließen Bildquellenkritik und Sozialgeschichte des Imperium Romanum in einem Schritt.
Wem nützt das Mithras Relief im Alltag?
Drei klare Anwendungsprofile zeigen, wann sich der Kauf lohnt und wann eher nicht.
- Für den Lateinunterricht oder das Fach Religion in der Sekundarstufe II ist die Replik ein dankbares Anschauungsobjekt: kleines Format, robust genug für die Hand-zu-Hand-Weitergabe in der Klasse, fachlich präzise zuzuordnen.
- Reenactor mit Fokus auf zivile römische Wohnkultur des 2. und 3. Jh. n. Chr. bekommen ein passendes Wand-Devotionale für Lager-Vitrinen oder die Inszenierung einer Schreibstube. Wer einen vollständigen Lararium-Aufbau plant, sollte allerdings zur größeren Variante mit den Begleitfiguren Cautes und Cautopates greifen.
- Sammler, die mehrere Götterreliefs nebeneinander hängen wollen, erhalten ein einheitlich formatiertes Stück, das sich mit Jupiter-, Diana- oder Bacchus-Repliken aus dem Sortiment harmonisch kombinieren lässt.
Weniger geeignet ist die kompakte Wandfassung, wenn ein vollständiges Kultbild mit allen ikonografischen Beifiguren (Hund, Schlange, Skorpion, Rabe, Cautes, Cautopates) gewünscht ist. Hier endet das Format 10 x 10 cm; das größere Format aus dem Sortiment ist dann die richtige Wahl.
Häufige Fragen zum Mithras Relief
Was ist der Unterschied zwischen Mithras und Sol Invictus?
Mithras ist eine eigenständige Gottheit des im Imperium Romanum verbreiteten Mysterienkultes, ikonografisch durch phrygische Mütze und Stiertötung gekennzeichnet. Sol Invictus ist der spätrömische Sonnengott, dessen offizieller Reichskult unter Kaiser Aurelian 274 n. Chr. eingeführt wurde. Auf den Tauroktonie-Reliefs erscheinen beide nebeneinander; erst in spätantiken Weihinschriften verschmelzen sie zur Formel Sol Invictus Mithras.
Wie hänge ich das Relief richtig an die Wand?
Auf der Rückseite befindet sich eine Aussparung als Aufhänger. Eine kleine Schraube oder ein Bildernagel reicht für die 130 Gramm Eigengewicht. Augenhöhe ist die historisch passende Position, weil antike Mithras-Reliefs in den Mithraeen ebenfalls auf Augenhöhe der knienden Gläubigen montiert waren, wie der Befund von San Clemente in Rom belegt.
Woran erkenne ich eine fachlich korrekte Mithras-Replik?
Drei Merkmale müssen stimmen: phrygische Mütze auf dem Kopf des Gottes, Dolchstoß in die Schulter (nicht in den Hals) des Stieres, kurze Tunika mit fliegendem Mantel. Häufige Fehler in billigen Repliken sind ein nach hinten gestreckter Stier statt der ringenden Pose oder eine offene Höhlenkulisse statt der angedeuteten Felswand. Antike Vorbilder folgen einem überraschend strengen Bildkanon.
War der Mithraskult eine Konkurrenz zum frühen Christentum?
Beide Religionen breiteten sich im 2. und 3. Jh. n. Chr. parallel aus, mit überlappendem Anhängerprofil bei Soldaten und unteren Beamten. Tertullian (De praescriptione haereticorum 40) sah Mithras-Riten als teuflische Nachahmung christlicher Sakramente. Die moderne Forschung relativiert diese Konkurrenz, weil der Mithraskult nur Männer aufnahm, nicht missionarisch arbeitete und nach dem 4. Jh. erlosch.
Aus welchem Material besteht die Replik genau?
Die Replik wird aus Alabastergips gegossen, einem feinkörnigen Spezialgips, der eine glatte, leicht steinähnliche Oberfläche ergibt. Anders als ein antikes Sandstein- oder Marmorrelief ist sie nicht witterungsbeständig und sollte im Innenraum platziert werden. Für den Innenbereich, etwa Wohnzimmer, Lehrerzimmer oder Vitrine, ist die Oberfläche jahrzehntelang stabil.
Externe Quellen und Literatur zum Mithras Relief
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Wikipedia: Mithraskult: Überblicksartikel mit Belegen zur Verbreitung und Ikonografie im Imperium Romanum.
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Archäologische Datenbank: Ubi Erat Lupa, Nr. 3025: Detailbeschreibung eines Tauroktonie-Reliefs aus dem norisch-pannonischen Raum mit Fundkontext.
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Clauss, Manfred (2012): Mithras. Kult und Mysterium, Darmstadt. Aktuelles Standardwerk eines Frankfurter Religionshistorikers, das Ikonografie und Ritualpraxis quellenkritisch entwickelt. DAI Zenon
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Merkelbach, Reinhold (1984): Mithras. Ein persisch-römischer Mysterienkult, Königstein im Taunus. Klassische philologisch-religionsgeschichtliche Synthese mit ausführlichem Bildkatalog.
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Beck, Roger (2006): The Religion of the Mithras Cult in the Roman Empire, Oxford. Kosmologisch-astrologische Deutung der Tauroktonie auf Basis der Zodiakal-Symbolik.
- Antike Primärquelle: Statius, Thebais I, 719 bis 720. Lateinischer Originaltext auf The Latin Library.
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Aktualisiert am: 25.04.2026