Herecura Relief, thronende Unterweltsgöttin, antike römische Wanddeko
Kurz erklärt
Das Herecura Relief ist eine handgefertigte Nachbildung einer thronenden gallo-römischen Unterweltsgöttin aus der römischen Kaiserzeit. Die Figur sitzt frontal, trägt Unter- und Obergewand und hält mit beiden Händen einen gefüllten Fruchtkorb im Schoß. Das Motiv folgt einem Original aus Stuttgart-Bad Cannstatt, das die chthonische Göttin Herecura als Gefährtin des Dis Pater zeigt.
Herecura Relief auf einen Blick
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Authentizitätsgrad: Historische Replik (Stufe 2), Alabastergips statt antikem Schilfsandstein, moderne Fertigung mit Handpatinierung
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Material: Alabastergips, handpatiniert, mit rückseitiger Aufhängung
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Bemalungsbeispiel: Das colorierte Bild dient als mögliche Bemalungsrekonstruktion des Reliefs.
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Abmessungen: circa 30 x 17 x 9 cm, Gewicht 2,97 kg
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Vorbild-Datierung: römische Kaiserzeit, 2. bis 3. Jahrhundert n. Chr.
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Ikonographischer Typus: thronende Göttin mit Fruchtkorb, gallo-römischer Thron-Typ
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Archäologischer Vergleich: Votivrelief der thronenden Herecura aus Stuttgart-Bad Cannstatt, Landesmuseum Württemberg
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Antike Quelle: Tertullian, Ad Nationes 2, 9 (Erwähnung von Aeracura und Dis Pater)
Wer war Herecura eigentlich?
Herecura, auch als Aericura oder Erecura überliefert, ist eine gallo-römische Unterweltsgöttin, deren Kult im 2. und 3. Jahrhundert n. Chr. vor allem entlang von Oberrhein, Neckar und Donau nachweisbar ist. Die Göttin tritt häufig paarweise mit Dis Pater auf, dem römischen Herrscher der Unterwelt, und übernimmt ikonographisch die Rolle der Proserpina. Das hier nachgebildete Votivrelief aus dem Gräberfeld der Höferschen Ziegelei in Stuttgart-Bad Cannstatt zeigt sie fast vollplastisch auf einem Thron, mit Früchtekorb im Schoß vor glattem Hintergrund.
Fruchtkorb und Unterwelt, ein Widerspruch?
Viele halten jedes gallo-römische Relief mit Fruchtkorb reflexartig für eine Darstellung der Pferdegöttin Epona. Der Fruchtkorb bei Herecura gehört aber in den chthonischen Kontext (Zusammenhang mit Erde, Unterwelt, Totenreich oder allgemein mit „unterirdischen“ Mächten), also in den Bereich der Erde und der Totenwelt. Er verweist auf das Prinzip des wiederkehrenden Wachstums aus dem Boden, vergleichbar mit dem griechischen Persephone-Demeter-Kult. Im Cannstatter Gräberfeld passt das Relief präzise in diesen Zusammenhang, da es als Grabbeigabe oder Votivstein im Bereich gefunden wurde.
Welche antiken Quellen belegen ihren Kult?
Tertullian nennt in Ad Nationes 2, 9 die Göttin Aeracura zusammen mit Dis Pater im Zusammenhang mit den Totengottheiten. Die archäologische Basis ist allerdings breiter als die literarische: Weihinschriften aus Stockstadt am Main, Sulzbach am Neckar und aus Bad Cannstatt bezeugen, dass die Göttin in den Provinzen Germania Superior und Raetien regelmäßig verehrt wurde. Wie die Kuratorin Nina Willburger (Landesmuseum Württemberg) im Datenblatt zum Cannstatter Relief festhält, beschreibt Filtzinger in Hic saxa loquuntur das Stück als fast vollplastische Arbeit aus Schilfsandstein, was auf eine hochwertige provinzialrömische Werkstatttradition verweist.
Wo wurde Herecura im Imperium Romanum verehrt?
Das Verbreitungsgebiet konzentriert sich auf den nordwestlichen Teil des Reiches, mit Schwerpunkt in Obergermanien. Einzelne Weihungen reichen bis Noricum und Dacia, dort meist in Verbindung mit Terra Mater oder Dis Pater. Die Forschung ist uneinig, ob Herecura ursprünglich eine keltische Göttin war, deren Name später latinisiert wurde, oder ob sie als gallo-römische Neuschöpfung im Provinzialkult entstand.
Wichtige Herecura-Belege im Überblick
| Fundort |
Provinz |
Objekttyp und Material |
Begleitgottheit |
Passende Shop-Ergänzung |
| Stuttgart-Bad Cannstatt |
Germania Superior |
Thronrelief aus Schilfsandstein, 30 x 17 x 8 cm |
allein dargestellt |
dieses Relief |
| Sulzbach (Württemberg) |
Germania Superior |
Thronrelief aus Sandstein, Paarbild |
Dis Pater |
Götter & Statuen |
| Stockstadt am Main |
Germania Superior |
Weihealtar aus Sandstein, Inschrift CIL XIII |
Dis Pater |
Lararium-Zubehör |
| Sarmizegetusa |
Dacia |
Inschrift auf Kalkstein |
Terra Mater |
Räucherwerk |
| Perugia (CIL XI) |
Italia |
Inschrift auf Marmor |
allein |
Forschungsliteratur (siehe unten) |
Zeigt das Relief wirklich Herecura oder doch Epona?
Die Quellenlage ist dünn, und das ist kein Defekt der Replik, sondern ein ehrlich zu nennendes Problem der Originalforschung. Ohne dazugehörige Weihinschrift überschneidet sich der Thron-Typus mit Fruchtkorb zwischen Herecura, Epona und den gallo-römischen Matronen so stark, dass die Zuweisung Deutungssache bleibt. Für das Cannstatter Original spricht der Fundkontext klar für Herecura: ein Gräberfeld ist der klassische Aufstellungsort für Unterweltsgottheiten, nicht für eine Pferdegöttin. Der Artikel zu Aericura fasst die Forschungslage nüchtern zusammen und verweist auf die enge Kopplung an Dis Pater im germanisch-gallischen Kultkreis. Im Shop trägt das Produkt historisch zusätzlich den Epona-Namen, weil diese Zuweisung in älterer Literatur verbreitet ist.
Wie setzen Lehrkräfte das Herecura Relief im Unterricht ein?
Als Anbieter historisch fundierter Unterrichtsmaterialien im Bereich Römische Geschichte wissen wir aus der Zusammenarbeit mit namhaften Museen und Schulen in Deutschland und Europa, dass genau dieser Göttinnentyp im Unterricht besonders nützlich ist. In Sekundarstufe I und II wird der Synkretismus zwischen keltischer und römischer Religion regelmäßig anhand weiblicher Gottheiten verhandelt, weil sich daran zeigen lässt, wie Rom fremde Kulte ins eigene Pantheon einfügte. Das Relief eignet sich außerdem als haptisches Anschauungsstück im Projektunterricht zu Grabkultur und Jenseitsvorstellungen am Obergermanisch-Rätischen Limes.
Unser konkreter Tipp für Lehrkräfte lautet: Legen Sie das Relief neben ein unbeschriftetes Bild einer Epona-Darstellung und einen Abdruck einer Herecura-Weihinschrift, und lassen Sie die Klasse protokollieren, welche Attribute welche Zuweisung stützen. So erarbeiten die Schülerinnen und Schüler das methodische Kernproblem antiker Ikonographie selbst: ohne Inschrift bleibt jede Identifikation ein Deutungsvorschlag.
Für wen lohnt sich der Kauf des Herecura Reliefs?
Reenactor einer gallo-römischen Einheit am Limes finden hier ein passendes Objekt für das private Lararium oder die Ausstattung eines Grabkult-Bereichs im Lagerleben. Für Museumsshops und Schulkollegien bietet das Relief einen optisch ruhigen Einstieg in das Thema gallo-römischer Synkretismus, ohne die fachliche Tiefe zu verlieren. Wer als Geschichtsinteressierter eine Wanddekoration mit Gesprächsanlass sucht, bekommt mit diesem Stück genau jenes Objekt, an dem sich die Unterscheidung zwischen Epona, Herecura und Matronen konkret diskutieren lässt.
Häufige Fragen zum Herecura Relief
Was ist der Unterschied zwischen Herecura und Epona?
Herecura, auch als Aericura oder Erecura überliefert, ist eine gallo-römische Unterweltsgöttin, die paarweise mit Dis Pater verehrt wurde. Epona ist dagegen die Göttin der Pferde, Maulesel und Stallungen, angebunden an die römische Kavallerie. Beide können thronend mit Fruchtkorb dargestellt werden, weshalb ohne Weihinschrift nur der Fundkontext eine sichere Zuweisung erlaubt. Bei Herecura ist es der Gräberfeld-Bezug, bei Epona der Stall- oder Kavalleriekontext.
Woran erkenne ich, ob ein Herecura Relief historisch plausibel aussieht?
Ein historisch korrekt gestaltetes Relief zeigt die Göttin in bodenlangem Unter- und Obergewand, frontal auf einem Thron sitzend, mit Fruchtkorb auf dem Schoß. Faltenwurf und Sitzhaltung orientieren sich an griechisch-römischen Göttinnentypen. Unser Relief folgt dem Cannstatter Vorbild, bleibt aber als Alabastergips-Nachbildung in der Kategorie Historische Replik und ersetzt nicht den Schilfsandstein-Guss eines Museumsobjekts.
Warum wurde Herecura gerade in Obergermanien so häufig verehrt?
Die Nordwestprovinzen rekrutierten ihre Bevölkerung aus keltisch-germanischen Wurzeln, in denen chthonische, erdgebundene Gottheiten eine starke Tradition hatten. Der römische Dis Pater-Kult fand im Gebiet zwischen Rhein und Donau keine direkte Entsprechung, sodass sich Herecura als gallo-römische Gefährtin etablierte. Weihinschriften aus Stockstadt, Sulzbach und Bad Cannstatt belegen diese Koppelung.
Wie hänge ich das Relief an die Wand?
Auf der Rückseite ist eine vorgefertigte Aufhängung integriert, sodass das Relief mit einem handelsüblichen Wandhaken oder einer Schraube montiert werden kann. Bei einem Gewicht von knapp drei Kilogramm empfehlen wir eine belastbare Befestigung im Dübel. Alternativ lässt sich das Stück auf einer Kommode oder einem Sims frei stehend platzieren, da die Unterseite flach gearbeitet ist.
Eignet sich das Relief für den Außenbereich?
Nein, Alabastergips ist ein Innenraum-Material und reagiert empfindlich auf Feuchtigkeit und Frost. Für die Dauer-Aufstellung im Garten oder auf einer unüberdachten Terrasse ist das Relief nicht geeignet. In Innenräumen mit normaler Luftfeuchte hält die Patinierung jahrzehntelang stabil, das bestätigen uns Museumsshops und Reenactment-Kunden aus über zwei Jahrzehnten Zusammenarbeit.
Was bedeutet der Fruchtkorb auf dem Schoß der Göttin?
Der Fruchtkorb steht bei Herecura für chthonische Fruchtbarkeit, also für das Prinzip des wiederkehrenden Wachstums aus der Erde. Er verknüpft Unterwelt und Ernte zu einer Einheit, ähnlich wie im griechischen Persephone-Kult. Bei Epona dagegen deutet derselbe Korb auf die Ernährerrolle für Nutztiere und Reitergemeinschaften. Dasselbe Attribut, zwei komplett unterschiedliche Bedeutungsfelder: genau deshalb ist der Fundkontext für die Deutung entscheidend.
Externe Quellen und Literatur zum Herecura Relief
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Wikipedia: Aericura, Überblick zu Etymologie, Verbreitung und Kultgeschichte der gallo-römischen Unterweltsgöttin.
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Ubi Erat Lupa, Objekt 7423: Thronende Herecura, Datenblatt zum Cannstatter Originalrelief im Landesmuseum Württemberg, bearbeitet von Nina Willburger.
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Hic saxa loquuntur. Kleiner Führer zu den Steindenkmälern im Lapidarium des Württembergischen Landesmuseums Stuttgart, Philipp Filtzinger, 1980, Stuttgart. Eintrag im DAI Zenon-Katalog.
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Die römischen Steindenkmäler von Stuttgart-Cannstatt und Umgebung, Gerhard Meyr, in: Fundberichte aus Baden-Württemberg, zur Einordnung des Cannstatter Gräberfeldes und seiner Votivreliefs.
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Tertullian, Ad Nationes 2, 9 bei The Latin Library, lateinischer Originaltext mit der Erwähnung von Aeracura und Dis Pater.
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Aktualisiert am: 24.04.2026