Relief Epona Pferdegöttin, gallo-römische Wanddeko aus Alabasterstuck
Kurz erklärt
Das Relief Epona zeigt die gallo-römische Göttin Epona thronend zwischen zwei Pferden, mit einem Fruchtkorb auf dem Schoß. Das Vorbild stammt aus dem Kastell Grinario im heutigen Köngen (Baden-Württemberg) und wird im Landesmuseum Württemberg in Stuttgart aufbewahrt. Unsere Replik bildet den Typus der thronenden Epona im Maßstab 22 x 21 x 5 cm in Alabasterstuck mit antiker Patina nach.
Relief Epona auf einen Blick
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Material: Alabasterstuck mit handaufgetragener antiker Patina, Aufhängung rückseitig
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Bemalungsbeispiel:: Das colorierte Bild dient als mögliche Bemalungsrekonstruktion des Reliefs.
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Maße: ca. 22 x 21 x 5 cm, Artikelgewicht 2,08 kg
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Darstellung: thronende Epona zwischen zwei Pferden mit Fruchtkorb (gallischer Sitztypus)
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Archäologisches Vorbild: Epona-Relief aus dem Kastell Grinario (Köngen), Germania Superior, um 200 n. Chr.
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Aufbewahrt im: Landesmuseum Württemberg, Stuttgart
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Antike Textquelle: Juvenal, Saturae 8, 155–157 und Apuleius, Metamorphoses 3, 27, 2
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Kulttag: 18. Dezember (einziger keltischer Göttinnenfeiertag im römischen Staatskult)
Was ist Epona und warum ist sie die einzige keltische Göttin im römischen Pantheon?
Epona ist eine gallo-römische Göttin der Pferde, Fruchtbarkeit und Reisenden, deren Kult sich ab dem 1. Jahrhundert n. Chr. vom gallischen Raum bis an Rhein, Donau und nach Rom selbst ausbreitete. Der Name leitet sich vom gallischen epos (Pferd) ab und bedeutet so viel wie „göttliche Stute" oder „große Reiterin". Rund 300 Weihedenkmäler und etwa 60 Inschriften bezeugen ihre Verehrung vom heutigen Portugal bis Bulgarien. Die Kölner Archäologin Marion Euskirchen hat den Denkmälerbestand 1993 in den Berichten der Römisch-Germanischen Kommission (Band 74) systematisch erfasst und damit die bis heute maßgebliche Materialsammlung vorgelegt.
Woher kommt der Epona-Kult?
Der Ursprung liegt im keltischen Gallien, archäologisch greifbar wird Epona jedoch erst in gallo-römischer Zeit ab dem frühen 1. Jahrhundert n. Chr. Über die berittenen Hilfstruppen der römischen Armee, darunter Treverer und Bataver, gelangte ihr Bild an die Grenzen des Imperiums. Besonders dicht streuen die Fundorte entlang des rätisch-germanischen Limes, des Rheins und der Donau, wie der Überblick bei Mos Maiorum zeigt.
Welches Vorbild bildet die Replik nach?
Unser Relief orientiert sich am Hochrelief aus dem Kastell Grinario in Köngen bei Stuttgart, das 1896 bei der Ausgrabung der Principia in einem Nebenraum an der Nordwand gefunden wurde. Epona sitzt frontal auf einem gepolsterten Stuhl, flankiert von zwei Pferden, die nach außen blicken. In den Händen hält sie einen mit Früchten gefüllten Korb. Das Original besteht aus lokalem Schilfsandstein und misst 48 x 43 x 28 cm. Es gilt als eines der qualitätvollsten Epona-Reliefs nördlich der Alpen und ist in der Schausammlung „LegendäreMeisterWerke" im Alten Schloss zu sehen.
Myth-Busting: Anders als in neuheidnischen Texten oft behauptet, lässt sich die angebliche Gleichsetzung mit der walisischen Göttin Rhiannon weder literarisch noch archäologisch belegen. Bernhard Maier hält im Lexikon der keltischen Religion und Kultur (Kröner 1994) fest, dass die Parallele auf einer viel späteren mittelalterlichen Erzähltradition beruht und für die gallo-römische Epona keine Aussagekraft besitzt.
- Vorbild-Typus: thronende Epona zwischen zwei Pferden (gallischer Sitztypus)
- Datierung des Vorbilds: um 200 n. Chr., hochkaiserzeitlich
- Fundregion: Limes-Kastell Grinario, Germania Superior
- Attribute: Fruchtkorb (Fertilitas), flankierende Pferde (Schutz der Reiterei)
- Verbreitungsraum in Baden-Württemberg: 45 bekannte Epona-Denkmäler, davon 6 im Herrensitz-Typus
Welche Darstellungstypen der Epona gibt es?
| Darstellungstyp |
Fundregion und Datierung |
Attribute und Ikonographie |
Bekanntes Vorbild (Aufbewahrung) |
| Thronende Epona (gallischer Typ) |
Süddeutschland, Moselraum, 2.–3. Jh. n. Chr. |
Frontal sitzend, flankierende Pferde, Fruchtkorb auf den Knien |
Relief aus Köngen (Landesmuseum Württemberg) |
| Reitende Epona im Damensitz |
Gallien, Britannien, 2.–3. Jh. n. Chr. |
Seitlich auf Pferd sitzend, Patera oder Füllhorn, Pferd nach rechts |
Relief aus Nassenfels (Willibaldsburg Eichstätt) |
| Epona mit mehreren Pferden |
Neckarraum, 3. Jh. n. Chr. |
Thronende Göttin zwischen bis zu sieben Pferden, Opferszene |
Weihrelief aus Beihingen (Landesmuseum Württemberg) |
| Stehende Epona mit Fohlen |
Nordgallien, Lothringen, 3. Jh. n. Chr. |
Mutter-Tochter-Motiv, Stute mit Fohlen zur Seite |
Stele aus Freyming-Merlenbach (Musée du Pays de Sarrebourg) |
| Epona im Herrensitz |
Baden-Württemberg, 2.–3. Jh. n. Chr. |
Rittlings auf Pferd, Mantel wehend, Fibel an der Schulter |
Relief aus Walheim (Landesmuseum Württemberg) |
Die Forschung ist sich uneinig, ob die vier bis fünf Haupttypen auf regionale Werkstätten oder auf zeitliche Entwicklung zurückgehen. Gisela Fellendorf-Börner hat in ihrer Arbeit Die bildlichen Darstellungen der Epona auf den Denkmälern Baden-Württembergs (Fundberichte Baden-Württemberg 10, 1986) gezeigt, dass beide Faktoren zusammenwirken und eine klare Trennung nicht möglich ist.
Wie setzen Lehrkräfte und Museumspädagogen das Epona-Relief im Unterricht ein?
Wir beliefern seit über 25 Jahren namhafte Museen in Deutschland und Europa sowie Schulen im Sekundarbereich I und II. In unserer Beratungspraxis hat sich gezeigt: Das Relief funktioniert im Unterricht besonders gut, wenn es als Einstieg in die Themen Romanisierung, Provinzialreligion und kulturelle Austauschprozesse eingesetzt wird.
Eine Lehrkraft einer Gemeinschaftsschule im Rhein-Main-Gebiet nutzte das Relief im Schuljahr 2025 für eine Projektwoche zum Thema „Götterwelt am Limes". Die Schülerinnen und Schüler verglichen Epona mit der römischen Ceres und der griechischen Demeter und arbeiteten heraus, welche Aspekte übernommen und welche keltisch blieben. Solche Vergleichsarbeiten an einem plastischen Objekt erreichen Lerngruppen erfahrungsgemäß deutlich tiefer als reine Textarbeit.
Unser konkreter Tipp für Lehrkräfte lautet: Kombinieren Sie das Relief mit einem kurzen Lateintext aus Juvenals achter Satire (Vers 155–157) und lassen Sie die Klasse herausarbeiten, warum der Dichter ausgerechnet diese Göttin für seine Sozialkritik gewählt hat. Das verbindet Bildquelle, Textquelle und Sozialgeschichte in einer Doppelstunde.
Für wen lohnt sich das Relief Epona?
Wenn Sie Ihren Geschichtsunterricht zur gallo-römischen Provinz anschaulicher gestalten wollen, liefert das Relief ein handfestes Objekt, das Ikonographie, Kulttopographie und Romanisierung auf einen Blick vermittelt. Reenactor und Living-History-Darsteller, die römische Reiterei oder Limes-Szenen darstellen, finden hier ein historisch stimmiges Ausstattungsstück für Pferdestall-Nachbauten und Lararien. Für Geschichtsinteressierte ohne pädagogischen Hintergrund ist das Relief eine fundierte Wandekoration, die Gespräche auslöst, ohne in Kitsch abzugleiten.
Drei typische Einsatzszenarien:
- Wenn Sie als Lehrkraft eine Projektwoche zum Limes oder zur Romanisierung planen, dient das Relief als zentrales Bildquellen-Objekt für Stationenlernen.
- Für die Ausstattung von Museumsshops oder Besucherzentren entlang des Obergermanisch-Raetischen Limes ist das Stück ein preislich angemessenes Replikat mit verlässlicher archäologischer Grundlage.
- Reenactor, die gallo-römische Reitertruppen darstellen, können das Relief in mobilen Lararien oder Stallnachbauten einsetzen, da die Kultpraxis bei Apuleius (Met. 3, 27, 2) ausdrücklich für Ställe bezeugt ist.
Häufige Fragen zum Relief Epona Pferdegöttin
Was ist der Unterschied zwischen Epona und der römischen Ceres?
Epona ist eine keltische Schutzgöttin der Pferde, der Reiterei und der Fuhrleute mit sekundären Fruchtbarkeitsaspekten. Ceres ist eine altitalische Ackerbaugöttin ohne Bezug zu Pferden. Die beiden Göttinnen teilen zwar Attribute wie Früchtekorb und Ähren, werden aber nie in einer Weihinschrift miteinander gleichgesetzt.
Woran erkenne ich ein echtes gallo-römisches Epona-Motiv?
Ein authentisches Epona-Motiv zeigt die Göttin immer in Verbindung mit einem oder mehreren Pferden, niemals allein. Typische Attribute sind Fruchtkorb, Patera (Opferschale), Füllhorn oder Schlüssel. Darstellungen ohne Pferd und mit Schwert oder Speer bilden nicht Epona ab, sondern andere Reitergottheiten.
Wie wurde Epona im Alltag verehrt?
Ihr Bild stand in kleinen Schreinen (aediculae) direkt in den Ställen, wie Apuleius in den Metamorphosen (3, 27, 2) beschreibt. Verehrer schmückten das Bild mit frischen Rosenkränzen und opferten Weihrauch und Salzgebäck. Juvenal spottet, römische Stallburschen schworen bei keiner anderen Gottheit häufiger.
Gibt es einen Feiertag der Epona?
Der einzige gesicherte Kulttag ist der 18. Dezember, überliefert für die Umgebung von Mantua in Italien. Damit ist Epona die einzige keltische Gottheit, die einen offiziellen Eintrag im römischen Festkalender erhielt. Ein zweiter, umstrittener Termin zu den Januarkalenden lässt sich aus einer Inschrift nicht sicher ableiten.
Passt das Relief zu einem Lararium-Nachbau im Reenactment?
Ja, sofern Sie einen gallo-römischen Reiter, einen Fuhrmann oder eine Darstellung aus einer Limes-Region darstellen. Für städtisch-italische Lararien des 1. Jahrhunderts ist Epona hingegen untypisch. Historisch belegt ist die Verehrung vor allem bei Reiterei-Einheiten, Maultiertreibern und Landwirten in den gallischen und germanischen Provinzen.
Wie hänge ich das Relief sicher an der Wand auf?
Auf der Rückseite ist eine stabile Aufhängung eingearbeitet, die auf eine Schraube oder einen Bildhaken aufgesetzt wird. Bei einem Artikelgewicht von rund zwei Kilogramm empfehlen wir einen Schwerlasthaken oder einen Dübel in tragender Wand. Auf Leichtbauwänden sollten Hohlraumdübel verwendet werden.
Externe Quellen und Literatur zum Relief Epona
Wikipedia: Epona (Mythologie) – Überblick zu Kult, Ikonographie und Verbreitung mit vollständigem Quellenapparat.
Ubi Erat Lupa Nr. 7391: Epona-Relief aus Köngen – archäologische Datenbank mit Foto, Maßen und Literaturangaben zum Vorbild unserer Replik.
Epona. In: Berichte der Römisch-Germanischen Kommission Band 74, Marion Euskirchen, 1993, S. 607–850. Die bis heute umfassendste wissenschaftliche Materialsammlung aller bekannten Epona-Denkmäler. Nachweis im Zenon-Katalog des Deutschen Archäologischen Instituts.
Lexikon der keltischen Religion und Kultur, Bernhard Maier, Kröner Verlag, 1994. Standardwerk mit klaren Begriffsdefinitionen und kritischer Quellenbewertung.
Im Schmelztiegel der Religionen. Göttertausch bei Kelten, Römern und Germanen, Roland Gschlössl, Verlag Philipp von Zabern, Mainz 2006. Populärwissenschaftlich fundierte Darstellung zum Epona-Kult auf S. 47–59.
Juvenal, Saturae 8, 155–157 (lateinischer Originaltext) – „iurat solam Eponam et facies olida ad praesepia pictas". Die Latin Library bietet den vollständigen Text der achten Satire im Original.
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Aktualisiert am: 24.04.2026