Papyrusrolle 100x30 cm blanko mit Holzstangen nach römischem Vorbild
Kurz erklärt
Die blanko Papyrusrolle ist eine 100 cm lange und 30 cm breite Schriftrolle aus echtem ägyptischem Papyrus, geleimt auf zwei gedrechselte Buchenholzstäbe nach dem Vorbild des römischen volumen. Aus zwei zusammengeklebten Papyrusbögen ermöglicht sie das beidseitige Auf- und Abrollen wie in antiken Bibliotheken und dient als authentische Grundlage für Urkunden, Einladungen und Unterrichtsprojekte. Gefertigt wird jede Rolle in Handarbeit in Deutschland unter der Marke Forum Traiani ®.
Papyrusrolle 100x30 cm auf einen Blick
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Material: zwei Bögen Premium-Papyrus aus Ägypten zusammengeklebt, Endstäbe aus naturbelassenem Buchenholz, gedrechselt
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Datierung des Vorbilds: römische Buchrolle (volumen), 3. Jh. v. Chr. bis 4. Jh. n. Chr.
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Archäologisches Referenzobjekt: rund 1.800 karbonisierte Papyrusrollen der Villa dei Papiri in Herculaneum, verschüttet beim Vesuvausbruch 79 n. Chr.
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Antike Quelle: Plinius der Ältere, Naturalis Historia XIII, 74–82 (Papyrusherstellung und neun Qualitätsstufen)
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Nutzfläche: ca. 100 × 30 cm, beliebig oft ent- und wieder aufrollbar
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Herstellung: Handarbeit in Deutschland, Marke Forum Traiani ®
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Verbreitung im Shop: über 3.200 verkaufte Exemplare (Stand 2026)
Was ist eine römische Papyrusrolle eigentlich?
Die römische Papyrusrolle, lateinisch volumen, war vom 3. Jahrhundert v. Chr. bis ins 4. Jahrhundert n. Chr. die dominierende Buchform im Mittelmeerraum. Das deutlichste archäologische Zeugnis dafür liegt bis heute in der Biblioteca Nazionale di Napoli: die rund 1.800 karbonisierten Rollen aus der Villa dei Papiri in Herculaneum, die der Vesuvausbruch am 24. Oktober 79 n. Chr. konservierte. Die Rollen sind so verkohlt, dass ihr Inhalt erst seit 2023 mithilfe von Mikro-CT und KI wieder lesbar wird (Vesuvius Challenge). Wie der Archäologe Horst Blanck in seiner Standardarbeit Das Buch in der Antike (C.H. Beck, München 1992) festhält, waren solche Rollen selten länger als zehn Meter und zwischen 20 und 25 Zentimeter hoch.
Vom ägyptischen Papyrus zur römischen Buchrolle
Papyrus wurde aus den Stängeln der Staude Cyperus papyrus hergestellt. Einzelne Blätter, die Griechen kollemata nannten, wurden zu einer durchgehenden Bahn verklebt. Die im Pflanzensaft enthaltene Flüssigkeit diente dabei als natürlicher Klebstoff. Die detaillierteste antike Anleitung für diesen Vorgang liefert Plinius der Ältere, dessen Beschreibung noch heute als Referenz dient (Ad fontes, Universität Zürich). Von Ägypten übernahmen die Griechen das Material, in Rom war die Papyrusrolle erst ab dem 3. und 2. Jahrhundert v. Chr. verbreitet.
Die Rolle des umbilicus
Zum Schutz des Endstücks klebten römische Buchhersteller einen dünnen Holzstab an den Rand der letzten kollema. Dieser Stab hieß umbilicus, also Nabel, und wurde bei teureren Ausgaben farbig bemalt. Antike Originalrollen hatten in der Regel nur einen solchen Stab am Ende. Unsere Replik folgt einer moderneren Interpretation mit beidseitig geleimten Stäben, weil sie das Auf- und Abrollen im Unterricht und auf dem Ausstellungstisch stabiler macht. Nicht jedes Detail ist historisch bis ins Letzte gesichert: Ob Stäbe an beiden Enden in Einzelfällen vorkamen, lässt sich aus den verkohlten Herculaneum-Funden nicht abschließend beweisen.
Das römische Lesebild
Wie das Lesen einer Rolle in der Praxis aussah, zeigt das Fresko des Terentius Neo aus Pompeji (1. Jh. n. Chr.), heute im Museo Archeologico Nazionale di Napoli. Der Mann hält eine rotulus an sein Kinn und signalisiert damit Bildung und bürgerlichen Status. Gelesen wurde mit beiden Händen: rechts wurde abgerollt, links wieder aufgerollt. Nach der Lektüre musste die Rolle vollständig zurückgerollt werden, damit der Titel wieder am Anfang stand.
Welcher Beschreibstoff passt zu welcher Epoche?
| Beschreibstoff |
Epoche und Region |
Material und Herstellung |
Passende Replik im Shop |
| Papyrusrolle (volumen) |
3. Jh. v. Chr. bis 4. Jh. n. Chr., römisches Mittelmeergebiet |
kollemata aus Cyperus papyrus, auf umbilicus geleimt |
Papyrusrolle 100x30 cm (Art.-Nr. 10176) |
| Pergament (membrana) |
ab 2. Jh. v. Chr., Pergamon, später Europa |
gegerbte und geschabte Tierhaut von Schaf, Ziege oder Kalb |
Pergament-Rolle |
| Wachstafel (tabula cerata) |
1. Jh. v. Chr. bis Mittelalter, Römisches Reich |
Holzrahmen mit schwarzer Bienenwachsfüllung, Stilus aus Metall |
Wachstafel mit Stilus |
| Ostrakon |
5. Jh. v. Chr. bis Spätantike, Ägypten und Griechenland |
Tonscherbe mit Tinte beschrieben oder mit Griffel geritzt |
(nicht im Sortiment) |
| Eisengallustinte |
3. Jh. v. Chr. bis 20. Jh. n. Chr. |
Eichengallus, Eisenvitriol, Gummi arabicum, Wasser |
Eisengallustinte für Papyrus |
Wie setzen Lehrkräfte die Papyrusrolle im Unterricht ein?
In der Museumspädagogik und im Latein- sowie Geschichtsunterricht der SEK I und SEK II hat sich die blanko Papyrusrolle in den letzten Jahren als haptischer Anker für das Thema antikes Buchwesen etabliert. Unsere Erfahrung aus der Zusammenarbeit mit Schulen und Einrichtungen wie dem Archäologischen Park Carnuntum und dem Dominikanermuseum Rottweil zeigt: Sobald Schüler eine echte Papyrusbahn in der Hand halten, verstehen sie binnen Minuten, warum ein Codex im 4. Jahrhundert praktischer wurde als das volumen. Der Stoff fühlt sich rauer an als erwartet, er riecht pflanzlich, und er bricht sichtbar entlang der Faserrichtung. Genau dieser Reibungsmoment bleibt im Gedächtnis.
Unser konkreter Tipp für Lehrkräfte lautet: Lassen sie die Rolle zuerst einmal quer zur Klasse weitergeben, bevor sie beschrieben wird. Die meisten Kinder haben noch nie einen pflanzlichen Beschreibstoff in den Händen gehabt, und das stille Staunen vor dem ersten Schriftzug ist der beste Einstieg in eine Stunde über Plinius, Cicero oder Caesar.
Für wen lohnt sich die blanko Papyrusrolle?
Die Schriftrolle bedient mehrere klar trennbare Nutzungsszenarien, und der Kauf lohnt sich nicht für jeden gleichermaßen. Wer eine Geburtstagskarte oder eine Hochzeitseinladung im antiken Rollenformat gestalten will, bekommt mit dem 100x30-cm-Format reichlich Schreibfläche und ein Geschenk, das der Empfänger sicher nicht wegwirft. Bist du Lateinlehrer oder Museumspädagoge, dient die Rolle als Anschauungsmaterial für das römische Buchwesen und lässt sich mit einem Schreibrohr aus Schilf (calamus) und Eisengallustinte zu einem dreistündigen Projekt ausbauen. Reenactor und Living-History-Darsteller schließlich nutzen die Rolle als Requisite für zivile Szenen, etwa für eine Bürgerrolle, ein Testament oder eine Wahlkampfbotschaft.
Häufige Fragen zur Papyrusrolle 100x30 cm
Was ist der Unterschied zwischen Papyrus und Pergament?
Papyrus ist ein pflanzlicher Beschreibstoff aus Cyperus papyrus, hergestellt durch Kreuzlegen und Verpressen feuchter Stängelstreifen. Pergament ist ein tierischer Beschreibstoff aus gegerbter, geschabter Haut von Schaf, Ziege oder Kalb. Pergament setzte sich ab dem 4. Jahrhundert n. Chr. zusammen mit dem Codex durch, weil es beidseitig beschreibbar, faltbar und in Mitteleuropa klimatisch haltbarer war.
Wie beschreibe ich die Papyrusrolle authentisch?
Schwarze oder braune Tinte wirkt am nächsten am antiken Vorbild. Antike Schreiber nutzten rußbasierte Tusche (atramentum) oder später Eisengallustinte, aufgetragen mit einem Schilfrohr (calamus) oder einer geschnittenen Feder. Moderne Fasermaler funktionieren ebenfalls, wirken aber farblich nicht authentisch. Schreibe nur auf der glatten Innenseite (recto), denn der Papyrus verläuft auf einzelnen Faserstellen bei zu viel Tinte.
Woran erkenne ich echten ägyptischen Papyrus?
Echter Papyrus zeigt ein deutlich sichtbares Kreuzmuster aus horizontalen und vertikalen Faserstreifen, wenn du ihn gegen das Licht hältst. Die Oberfläche ist leicht uneben, die Ränder wirken organisch. Bananenblatt-Imitate aus dem Souvenirhandel haben ein gleichmäßigeres, papierähnliches Muster. Unser Papyrus stammt aus ägyptischer Manufaktur und wird in Deutschland zur Rolle weiterverarbeitet.
Warum hat meine Rolle zwei Holzstäbe statt einem?
Antike Originalrollen trugen in der Regel nur einen umbilicus am hinteren Ende. Die zweiseitige Befestigung ist eine didaktische Anpassung für Schule, Museum und Reenactment, weil sie das Auf- und Abrollen stabiler macht und das Liegen auf dem Tisch erleichtert. Für eine rein archäologisch korrekte Einzelstab-Variante empfehlen wir auf Anfrage eine Sonderanfertigung.
Wie lagere ich eine unbeschriebene Papyrusrolle richtig?
Lagere die Rolle trocken, dunkel und bei Zimmertemperatur zwischen 18 und 22 °C. Direkte Sonne bleicht den Papyrus aus, Feuchtigkeit über 60 Prozent Luftfeuchte begünstigt Schimmel. Rolle sie locker auf, nicht stramm, und bewahre sie in einer Papphülse oder einem Stoffbeutel auf. Antike Römer nutzten für den gleichen Zweck zylindrische Bücherkästen, capsae genannt.
Kann ich die Rolle für Kalligraphie-Workshops verwenden?
Ja. Die Nutzfläche von rund 100 × 30 cm bietet Platz für Römische Kapitalis, Uncialis oder Kursivschrift. Plane pro Teilnehmer mindestens 30 Minuten ein, da Papyrus mehr Auflagedruck verzeiht als Papier und die Tinte länger trocknet. Für größere Gruppen empfehlen wir die Kombination mit dem calamus aus Schilf, damit der historische Duktus stimmt.
Quellen und weiterführende Literatur
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Horst Blanck: Das Buch in der Antike (Beck's archäologische Bibliothek). C.H. Beck, München 1992, ISBN 978-3-406-36686-4. Standardwerk zur Materialität, Produktion und Nutzung antiker Buchrollen. Recherche im Zenon-Katalog des DAI
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David Sider: The Library of the Villa dei Papiri at Herculaneum. J. Paul Getty Museum, Los Angeles 2005, ISBN 0-89236-799-7. Monographie zur einzigen vollständig erhaltenen Bibliothek der Antike.
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Wikipedia: Schriftrolle sowie Herculaneum papyri (wissenschaftlich bequellt, Stand 2026).
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Papyrussammlung der Universitätsbibliothek Gießen, u.a. P. Iand. inv. 20 (Cicero, In Verrem II.2, 20 v. Chr. bis 100 n. Chr.): Ad fontes, Universität Zürich
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Antike Primärquelle: Plinius der Ältere, Naturalis Historia Buch XIII, Kapitel 21–26 (74–82). Lateinischer Originaltext online bei Perseus Digital Library, Tufts University
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Vesuvius Challenge: scrollprize.org, internationales Forschungsprojekt zur Entzifferung der verkohlten Herculaneum-Rollen mittels KI und Mikro-CT (seit 2023).
„Den Rücken der Buchrolle bildete ein dünner Stab, der Nabel (umbilicus), um den herum die Rolle gewickelt wurde."
— Forum Traiani ®, Römische Bibliotheken
Forum Traiani ® | Der Römer Shop - Wir machen Geschichte begreifbar!
Aktualisiert am: 21.04.2026