Minerva Statuette aus Alabastergips, 14 cm, sitzende Schutzgöttin der Weisheit und der Handwerker
Kurz erklärt
Die sitzende Minerva Statuette aus Alabastergips ist die formentreue Replik einer römischen Terrakotte des 2. Jahrhunderts n. Chr. Das Vorbild folgt einer antoninischen Tonfigur, die Klaus Stemmer 1988 im Berliner Ausstellungskatalog Kaiser Marc Aurel und seine Zeit als Kat. K 10 publiziert hat. Ein Gipsabguss in Originalgröße liegt in der Abguss-Sammlung Antiker Plastik der Freien Universität Berlin (Inv. ST 192).
Minerva Statuette auf einen Blick
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Authentizitätsgrad: Historische Replik (Stufe 2) — formentreu nach FU-Berlin-Abguss ST 192, Material Alabastergips weicht von der antiken Tonsubstanz ab.
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Material: Alabastergips, hell patiniert, kommt der eierschalenfarbenen Oberfläche des Berliner Gipsabgusses farblich nahe.
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Maße und Gewicht: Höhe 14 cm, Standfläche kompakt für Vitrinenposition, Artikelgewicht unter 0,3 kg.
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Datierung des Vorbildes: antoninisch, drittes Viertel 2. Jh. n. Chr. (Regierungszeit Marc Aurels, 161–180 n. Chr.).
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Bekanntestes Vorbild: sitzende Minerva-Terrakotte, publiziert bei Stemmer 1988, Kat. K 10; Gipsabguss FU Berlin Inv. ST 192.
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Antike Quelle: Ovid, Fasti III, 809–848 (Quinquatrus, das Minerva-Fest vom 19. bis 23. März).
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Passende Sammlungsausrichtung: provinzialrömische Hausreligion, antoninische Idealplastik, Vergleichssammlung Minerva-Ikonographie.
Wer war Minerva im römischen Hauskult der antoninischen Zeit?
Im Pantheon der römischen Kaiserzeit gilt Minerva als Schutzgöttin der Weisheit, der Handwerker und der Lehrer. Die sitzende Tonfigur des 2. Jahrhunderts n. Chr., die Klaus Stemmer im Berliner Ausstellungskatalog von 1988 unter Kat. K 10 aufgenommen hat, gehört in den häuslichen Kontext der antoninischen Hausreligion. Sie zeigt die Göttin nicht als kämpferische Schutzherrin der Polis, sondern in ruhiger Sitzhaltung mit den klassischen Attributen Helm, Aegis und Gorgoneion.
Die Aegis mit Gorgoneion als ikonographischer Anker
Das diagnostische Merkmal der Minerva ist die Aegis, ein über die Brust gespannter Schuppenpanzer mit zentralem Gorgoneion-Kopf. Eine ausführliche Beschreibung dieses Bildelements liefert die Kapitolinische Trias im Rheinischen Landesmuseum Trier, deren sitzende Minerva denselben Schuppenpanzer mit Reliefkopf trägt. Die Trier-Trias geht ikonographisch auf das Giebelprogramm des kapitolinischen Tempels zurück, den Kaiser Domitian im späten 1. Jh. n. Chr. nach einem Brand wiederaufbauen ließ. Damit verbindet die Bildtradition stadtrömische Staatsreligion und provinzialrömischen Hauskult über mehr als ein Jahrhundert hinweg.
Verbreitete Fehlannahme: Minerva als reine Kriegsgöttin
Häufig wird Minerva pauschal als römisches Pendant zu Athena Promachos verstanden, also als bewaffnete Stadtbeschützerin. Für den antoninischen Hausaltar greift das zu kurz. Ovid betont in den Fasti, dass die Quinquatrus vom 19. bis 23. März besonders den Handwerkern, Wollarbeitern und Schullehrern galt. Die sitzende Pose der Replik bildet genau diesen friedlichen Aspekt ab, nicht den martialischen.
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Höhe der Replik: 14 cm, kompakt für Vitrinenposition.
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Material der Replik: Alabastergips, hell patiniert.
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Datierung des Vorbildes: drittes Viertel 2. Jh. n. Chr.
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Vergleichsobjekt: sitzende Minerva-Terrakotte, RGM Köln Inv. Ton 3618, Werkstatt Lucius (LUCIUS FECIT), Datierung Mitte bis 3. Viertel 2. Jh. n. Chr. nach Lange 1994, S. 239.
Wie ordnet sich die Vorlage in die provinzialrömische Lararium-Plastik ein?
| Vergleichsobjekt |
Aufbewahrungsort |
Datierung |
Material und Befund |
| Sitzende Minerva-Terrakotte, Kern-Vorbild |
FU Berlin, Abguss-Sammlung Antiker Plastik (Inv. ST 192) |
antoninisch, 2. Jh. n. Chr. |
Pfeifenton (Original), Gipsabguss in Originalgröße |
| Sitzende Minerva, Werkstatt Lucius |
Römisch-Germanisches Museum Köln (Inv. Ton 3618) |
Mitte bis 3. Viertel 2. Jh. n. Chr. |
Ton, Töpferstempel LUCIUS FECIT auf der Rückseite |
| Kapitolinische Trias, sitzende Minerva mit Aegis |
Rheinisches Landesmuseum Trier (Museum-digital RLP Obj. 3727) |
spätes 1. bis 2. Jh. n. Chr. |
Marmor, Höhe ca. 40,5 cm, Schuppenpanzer mit Reliefkopf |
| Bronze-Minerva, mid-imperial |
Metropolitan Museum of Art New York (Acc. 250784) |
2. Jh. n. Chr. |
Bronzeguss, sitzend, Helm und Aegis |
Minerva Statuette in der Sammlung: Vitrinenposition und Vergleichsbezug
Wer eine Vergleichssammlung zur antoninischen Hausreligion aufbaut, bekommt mit dieser 14-cm-Replik ein kompaktes Objekt, das neben Münzen Marc Aurels, Lararium-Bronzen und gallorömischen Tonfiguren als ikonographischer Bezugspunkt funktioniert. Die helle Patina liest sich gut bei Vitrinenbeleuchtung von oben, weil das zentrale Gorgoneion auf der Aegis den Lichtpunkt aufnimmt. Wer Klaus Stemmers Katalog von 1988 im Regal hat, erkennt die Vorlage auf Anhieb.
Passende Sammlungsausrichtung: provinzialrömische Hausreligion, antoninische Idealplastik, Vergleichssammlung Minerva-Ikonographie.
Einsatzbereich: Vitrinenposition mit Lichteinfall von oben, Studientisch im Direktvergleich zu Fachliteratur, Geschenk an Sammlerkollegen mit Schwerpunkt 2. Jh. n. Chr.
Tragezeit: entfällt, reines Display-Objekt.
- Aufstellung neben Stemmer 1988 oder Lange 1994 als Vergleichsstück zur Forschungsliteratur.
- Kombination mit anderen Lararium-Repliken (Lar, Juno, Genius) zu einem thematischen Hausaltar-Ensemble in der Vitrine.
- Lichtsetzung von oben oder vorne-oben, weil die Aegis und das Gorgoneion das zentrale Bildmotiv tragen.
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Bekannte Schwächen der Rekonstruktion: Das antike Original ist über den Stemmer-Katalog 1988 (Kat. K 10) und einen Gipsabguss der FU Berlin (Inv. ST 192) gesichert dokumentiert. Fundort und museumsseitiger Aufbewahrungsort des Tonoriginals sind in der frei zugänglichen Forschungsliteratur jedoch nicht eindeutig nachgewiesen. Der Helmbusch wirkt an der Replik zu einer Spitze zusammengeführt, während vergleichbare Lararium-Terrakotten (etwa RGM Köln Ton 3618) einen klar gegliederten dreiteiligen Helmbusch zeigen.
Für welche Sammlungskontexte eignet sich die Minerva Statuette?
- Privatvitrine mit Schwerpunkt provinzialrömische Hausreligion: ideal als zentrales Bildobjekt, weil die sitzende Pose den häuslichen Charakter trägt.
- Studiensammlung antoninische Plastik: brauchbar als kompaktes Vergleichsstück, ergänzt aber nicht die Detailtreue eines musealen Tonoriginals.
- Streng fundbezogene Replikat-Sammlung: hier nur als typologischer Verweis sinnvoll, weil das Material vom antiken Pfeifenton abweicht.
Für Museumspädagogen und Lehrkräfte eignet sich die Statuette zusätzlich als Anschauungsobjekt für die Quinquatrus und für die Aegis-Ikonographie im Latein- oder Geschichtsunterricht.
Häufige Fragen zur Minerva Statuette
Aus welchem Material besteht die Replik und wie unterscheidet sie sich vom antiken Original?
Die Replik ist aus Alabastergips gefertigt und hell patiniert. Das antike Vorbild bestand aus Pfeifenton mit weiß-hellbrauner Oberfläche. Die Farbgebung der Replik orientiert sich am Gipsabguss der FU Berlin (Inv. ST 192), nicht direkt am Tonoriginal.
Wie pflege ich eine Alabastergips-Statuette in der Vitrine?
Alabastergips ist hygroskopisch und reagiert empfindlich auf Feuchtigkeit. Staub trocken mit weichem Naturhaarpinsel abnehmen, niemals feucht wischen. Lagerung bei stabilem Raumklima zwischen 18 und 22 Grad, relative Luftfeuchte 40 bis 55 Prozent. Direktes Sonnenlicht meiden, weil die Patina ausbleichen kann.
Wie alt ist das antike Vorbild genau?
Stemmer 1988 datiert die Tonterrakotte unter Kat. K 10 in die Zeit Marc Aurels, also etwa 161 bis 180 n. Chr. Das ist das dritte Viertel des 2. Jahrhunderts, eine Hochphase provinzialrömischer Lararium-Plastik mit klar identifizierbaren Werkstätten in Köln, Trier und Mainz.
Lässt sich die Statuette restaurieren, wenn die Patina verblasst?
Eine professionelle Nachpatinierung ist möglich, sollte aber einem Restaurator überlassen werden. Selbst aufgebrachte Lasuren auf Alabastergips können die Saugfähigkeit ungleichmäßig verändern und den Wert der Replik mindern. Bei kleineren Abplatzungen am Sockel hilft Acrylkitt in passender Tönung.
Welcher Aufstellort schadet der Statuette?
Direkte Wärmequellen wie Heizkörper oder Halogenstrahler trocknen den Gips aus und führen zu Haarrissen. Außenfensterbänke mit Tau- oder Kondenswasserbildung sind ebenfalls ungeeignet. Eine geschlossene Vitrine mit indirekter Beleuchtung schützt die Patina über Jahre hinweg.
Welche Vergleichsobjekte aus deutschen Museen passen ikonographisch?
Drei Stücke eignen sich besonders gut: die Werkstatt-Lucius-Terrakotte im Römisch-Germanischen Museum Köln (Inv. Ton 3618), die Kapitolinische Trias im Rheinischen Landesmuseum Trier und der Gipsabguss in der FU-Berlin-Sammlung (Inv. ST 192). Alle drei zeigen Minerva sitzend mit Aegis und Gorgoneion.
Externe Quellen und Literatur zur Minerva Statuette
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Wikipedia: Minerva (Mythologie) — Übersichtsartikel zu Kult und Ikonographie der Göttin.
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Arachne 1226933 — Gipsabguss FU Berlin Inv. ST 192, formentreue Reproduktion der antoninischen Tonterrakotte.
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Arachne 6862132 — sitzende Minerva-Terrakotte aus Köln-CCAA, RGM Köln Inv. Ton 3618, Werkstatt Lucius.
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Museum-digital Rheinland-Pfalz Obj. 3727 — Kapitolinische Trias im Rheinischen Landesmuseum Trier mit ausführlicher Beschreibung der Aegis.
- Stemmer, Klaus (Hrsg.), Kaiser Marc Aurel und seine Zeit. Das römische Reich im Umbruch, Ausstellungskatalog Berlin 1988, S. 168, Kat. K 10. DAI-Zenon-Eintrag — Standardpublikation des hier verwendeten Vorbildes.
- Schauerte, Günther, Terrakotten mütterlicher Gottheiten, Beihefte der Bonner Jahrbücher 45, Bonn 1985 — typologische Studie zu rheinischen Lararium-Terrakotten, kontextueller Rahmen.
- Ovid, Fasti III, 809–848 (Quinquatrus, Minerva-Fest 19. bis 23. März). Lateinischer Volltext: The Latin Library. Englische Übersetzung mit Werknavigation: ToposText.
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Aktualisiert am: 04.05.2026