Steckkalender mit Tierkreiszeichen: Replik des Thermae Traiani Parapegmas aus Rom
Kurz erklärt
Ein römischer Steckkalender, antik parapegma, ist eine Kalendertafel mit gebohrten Löchern, in die Stifte gesteckt werden, um Wochentag, Tageszählung und Tierkreiszeichen anzuzeigen. Diese Replik bildet das Thermae Traiani Parapegma nach, ein Wandgraffito aus dem 3. Jahrhundert nach Christus vom Oppius-Hügel in Rom. Sieben Planetengötter stehen für die Wochentage, zwölf Zodiak-Felder für die Monate, römische Ziffern I bis XXX für die Tageszählung.
Steckkalender mit Tierkreiszeichen auf einen Blick
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Authentizitätsgrad: Historische Replik (Stufe 2). Modernes Material (Alabastergips), klar benanntes Vorbild.
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Material: Alabastergips, patiniert, mit Steckstiften und Aufhängung.
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Bemalungsbeispiel: Das colorierte Bild dient als mögliche Bemalungsrekonstruktion des Reliefs.
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Größe: 20 × 16 × 1 cm, Gewicht 0,45 kg.
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Datierung des Vorbildes: 3. Jahrhundert nach Christus, römische Kaiserzeit.
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Bekanntestes Vorbild: Thermae Traiani Parapegma, Wandgraffito eines Wohnhauses nahe den Trajansthermen am Oppius-Hügel in Rom.
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Schauobjekt: Museale Reproduktion im Museo della Civiltà Romana, Rom-EUR.
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Antike Quelle: Cassius Dio, Historia Romana XXXVII, 18-19.
Was ist ein römischer Steckkalender mit Tierkreiszeichen?
Der parapegma ist ein antiker Steckkalender aus dem 3. Jahrhundert nach Christus, der Wochengötter, Zodiak und Tageszählung in einem Objekt vereint. Das Vorbild dieser Replik wurde im frühen 19. Jahrhundert in Rom als Wandgraffito im Putz eines Wohnhauses entdeckt: nahe den Trajansthermen am Oppius-Hügel. Der kanadische Wissenschaftshistoriker Daryn Lehoux ordnet das Stück in seiner Studie Image, Text, and Pattern: Reconstructing Parapegmata als astrologisches Parapegma ein und nennt es "Thermae Traiani Parapegma".
Mythos Trier oder Ägypten
Im Netz kursiert die Behauptung, das Original stamme aus Trier oder aus Ägypten. Das ist sachlich falsch. Die Erstpublikationen von Stefano Piale (1816, in Guattani 1817) und Filippo de Romanis (1822) belegen den Fundort eindeutig in Rom. Die Quellenlage zum erhaltenen Wandgraffito ist dünn: Das Original existiert heute nicht mehr, nur Zeichnungen und ein späterer Gipsabguss von Mariano Ruspi haben überdauert.
Drei Schichten von Information auf einer Tafel
Auf dem Stein lassen sich drei Lese-Ebenen erkennen, die ineinandergreifen:
- Sieben Götterbüsten oben: Saturn, Sol, Luna, Mars, Mercurius, Jupiter, Venus, je eine Bohrung darunter.
- Zwölf Tierkreiszeichen im Innenring, mit zwei Bohrungen je Zeichen.
- Römische Ziffern I bis XV links und XVI bis XXX rechts: die Tageszählung.
Wie liest man die Wochengötter und den Zodiak auf dem Parapegma?
Jeden Morgen wandert ein Stift zur nächsten Götterbüste oben: Saturn entspricht dem Samstag (dies Saturni), Sol dem Sonntag, Luna dem Montag, Mars dem Dienstag, Mercurius dem Mittwoch, Jupiter dem Donnerstag, Venus dem Freitag. Der Reihenfolge liegt nicht die Helligkeit der Planeten zugrunde, sondern eine antike Stunden-Planeten-Theorie. Cassius Dio erläutert die Logik in seiner Historia Romana (XXXVII, 18-19): Jede Stunde des Tages ist einem Planeten zugeordnet, und der Planet der ersten Stunde gibt dem Tag den Namen.
Tierkreis und Tageszählung getrennt halten
Im Zodiak-Ring markiert ein zweiter Stift das aktuelle Tierkreiszeichen, beginnend bei Aries oben rechts und gegen den Uhrzeigersinn fortschreitend. Ein dritter Stift wandert die römischen Ziffern I bis XXX entlang und zählt den Tag. Ob die Tageszählung dem Mondzyklus oder dem Sonnenmonat folgt, ist in der Forschung umstritten: Albert Rehm (1941) las einen Mondkalender, andere Forscher den bürgerlichen Monat.
Vergleichstabelle: Wie unterscheidet sich der Steckkalender von anderen römischen Kalendertypen?
| Kalendertyp |
Funktion in der Antike |
Archäologisches Beispiel |
Datierung |
Im Sortiment |
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Parapegma (Steckkalender) |
Tageszählung mit Wochengöttern und Zodiak, Stifte werden täglich versetzt |
Thermae Traiani Parapegma, Rom |
3. Jh. n. Chr. |
Diese Replik (Art. 50102) |
| Mondkalender mit Göttern |
Mondphasen mit Bezug zu den Wochengöttern |
Wandreliefe der Kaiserzeit |
Kaiserzeit |
Relief Mondkalender mit Göttern |
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Fasti (Steinkalender) |
Jahreskalender mit Festtagen, Gerichtstagen, Marktrhythmus |
Fasti Praenestini, Praeneste |
6 v. Chr. bis 9 n. Chr. |
nicht im Sortiment |
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Calendarium (Codex) |
Illustrierter Festkalender in Buchform mit Konsuln und Heiligen |
Chronograph von 354, Stadtkalender Roms |
354 n. Chr. |
nicht im Sortiment |
| Horologium solarium |
Tageszeit, kein Datum |
Solarium Augusti auf dem Marsfeld |
10 v. Chr. |
Sonnenuhr-Replikate |
Wie setze ich das Parapegma im Geschichtsunterricht ein?
Beim Auspacken fällt sofort die Tiefe der Reliefierung auf: Die Götterbüsten sind detailiert gearbeitet, die Stecklöcher sauber gebohrt, das Gewicht von 450 Gramm liegt fest in Schülerhand. Damit eignet sich das Stück für haptisches Arbeiten am Tisch, ohne Schiene oder Ständer.
Einsatz: Sek I Klasse 6-9 und Sek II | Dauer: Einzelstunde oder Stationenlernen | Thema: Alltag im Imperium, Religion und Astronomie der Kaiserzeit
- Tagesablauf am Objekt nachvollziehen: Schüler stecken eine Woche lang täglich die Stifte um und protokollieren ihre Beobachtungen.
- Wochengötter mit modernen Wochentagsnamen vergleichen: Saturday und Saturn, lundi und Luna, mercredi und Mercurius, anschließend auf das deutsche Wochenwort übertragen.
- Tierkreiszeichen mit dem Geburtsdatum jedes Schülers verbinden und so den Zodiak als Lebensraster der Kaiserzeit erlebbar machen.
Welche Variante passt zu meiner Klasse?
- Geht es um Quellenarbeit in der Oberstufe? Der parapegma liefert eine materielle Primärquelle als Einstieg in die Cassius-Dio-Lektüre zur Wochenstruktur.
- Liegt der Fokus auf Freiarbeit oder Stationenlernen? Das Stück hält einer Klassenrotation stand und überträgt Geschichte direkt über Augen und Hände.
- Soll Religionsgeschichte im Vordergrund stehen? Die sieben Planetengötter sind ein direkter Einstieg in die kaiserzeitliche Astralreligion und den Mithraskult.
Häufige Fragen zum römischen Steckkalender mit Tierkreiszeichen
Was ist der Unterschied zwischen einem Parapegma und einem Mondkalender?
Ein parapegma trackt mehrere Zyklen parallel: die Sieben-Tage-Woche der Planetengötter, die zwölf Tierkreiszeichen und die Tageszählung von eins bis dreißig. Ein reiner Mondkalender bildet nur die Mondphasen ab, also die rund 29,5 Tage von Neumond zu Neumond. Auf dem Thermae Traiani Parapegma laufen Wochenrhythmus, Sonnenmonat und Tageszählung zusammen und liefern damit ein Mehrfach-Datum.
Warum heißen die Wochentage nach Planetengöttern?
Die Reihenfolge Saturn, Sol, Luna, Mars, Mercurius, Jupiter, Venus geht auf eine Stunden-Planeten-Theorie zurück, die Cassius Dio in Historia Romana XXXVII, 18-19 beschreibt. Jede Stunde des Tages wurde einem Planeten zugeordnet, und der Planet der ersten Stunde benannte den ganzen Tag. Diese Logik prägt bis heute die romanischen Sprachen: lundi, mardi, mercredi.
Wie verwende ich den Steckkalender in der Wohnung?
Hängen sie die Tafel auf Augenhöhe, etwa neben der Eingangstür oder über dem Schreibtisch. Versetzen sie morgens drei Stifte: einen unter den passenden Wochengott, einen am Tierkreiszeichen, einen an der Tagesziffer. Die Tafel funktioniert über Jahre, weil sich die drei Zyklen jeden Tag neu kombinieren.
Woran erkenne ich eine fundierte Replik des Thermae Traiani Parapegmas?
Eine seriöse Replik nennt den Fundort (Oppius-Hügel, Rom), die Datierung (3. Jh. n. Chr.) und die wissenschaftliche Bezeichnung. Das Material darf modern sein (Alabastergips, Stuck oder Harz). Entscheidend ist die werkgetreue Anordnung der sieben Götter, der zwölf Zodiak-Felder und der Stecklöcher. Repliken, die "Original aus Trier" oder "Original aus Ägypten" angeben, geben den Fundort falsch wieder.
Welche Tierkreiszeichen kannten die Römer im 3. Jahrhundert?
Die zwölf heute geläufigen Zeichen waren in der Kaiserzeit fest etabliert: Aries, Taurus, Gemini, Cancer, Leo, Virgo, Libra, Scorpio, Sagittarius, Capricornus, Aquarius, Pisces. Plinius der Ältere verweist in der Naturalis Historia (II, 6) darauf, dass Kleostratos von Tenedos um 500 vor Christus den Tierkreis in den griechischen Raum eingeführt habe. Auf dem Parapegma erscheinen die Zeichen mit ihrem lateinischen Anfangsbuchstaben.
Warum gilt der Steckkalender als astrologisch und nicht nur kalendarisch?
Daryn Lehoux klassifiziert das Stück 2007 explizit als astrologisches Parapegma. Die Kombination aus Wochengöttern und Zodiak verweist auf eine Lebensführung, die nach Glücks- und Unglückstagen entscheidet. Die Forschung diskutiert offen, ob der Kalender religiös-astrologisch genutzt wurde oder schlicht der Alltagsorganisation diente.
Externe Quellen und Literatur zum Thermae Traiani Parapegma
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Wikipedia: Parapegma — Übersichtsartikel zum antiken Steckkalender mit Verweis auf Stein- und Buchformen.
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Archäologische Quelle: Daryn Lehoux, Image, Text, and Pattern: Reconstructing Parapegmata — Aufsatz zum Thermae Traiani Parapegma mit Abbildung der Romanis-Zeichnung von 1822.
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Lehoux, Daryn (2007): Astronomy, Weather, and Calendars in the Ancient World. Parapegmata and Related Texts in Classical and Near Eastern Societies, Cambridge University Press. Standardwerk zur Klassifikation antiker Steckkalender.
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Rehm, Albert (1941): Parapegmastudien (Abhandlungen der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Philosophisch-Historische Abteilung NF 19), München. Grundlegende Forschungsarbeit zum Wandgraffito vom Oppius.
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Pleiades-Geodatenbank: Thermae Traiani — Topografische Verortung der Trajansthermen am Oppius-Hügel.
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Antike Primärquelle: Cassius Dio, Historia Romana XXXVII, 18-19. Griechischer Originaltext und englische Übersetzung auf LacusCurtius.
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Aktualisiert am: 26.04.2026