Römischer Mondkalender mit Göttern: Trierer Steckkalender als antike Wanddeko
Kurz erklärt
Der römische Mondkalender mit Göttern ist eine Replik des Trierer Steckkalenders aus dem 3.–4. Jahrhundert n. Chr. Das Original aus Keramik kombiniert die sieben Planetengötter als Wochentage, vier Jahreszeitenpersonifikationen und 30 Stecklöcher zur Tagesmarkierung. In der Forschung trägt der Typus den griechischen Fachnamen Parapegma.
Trierer Steckkalender auf einen Blick
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Authentizitätsgrad: Historische Replik (Stufe 2). Material des Originals wird nicht repliziert; Form, Götterreihe und Bildprogramm folgen exakt dem Trierer Vorbild.
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Material der Replik: Alabastergips mit heller Patina, rückseitige Aufhängung, beigelegte Steckstifte.
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Bemalungsbeispiel: Das colorierte Bild dient als mögliche Bemalungsrekonstruktion des Reliefs.
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Abmessungen: 20 × 15 × 2 cm; Versandgewicht 0,55 kg.
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Datierung des Vorbildes: 3.–4. Jahrhundert n. Chr.
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Bekanntestes Vorbild: Trierer Steckkalender im Rheinischen Landesmuseum Trier, gefunden in einer Töpferei im Süden des römischen Trier (Augusta Treverorum).
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Antike Quelle: Cassius Dio, Historia Romana 37,18–19 (Erläuterung der Planetenwoche).
Was ist ein römischer Steckkalender mit Wochengöttern?
Der Trierer Steckkalender stammt aus dem 3.–4. Jahrhundert n. Chr. und gehört zum Warenspektrum der römischen Töpfereien im Süden von Augusta Treverorum. Eine vollständige Hohlform und mehrere Ausformungen liegen heute im Rheinischen Landesmuseum Trier, wo das Stück unter dem Schlagwort Parapegma katalogisiert ist. Die Bezeichnung Mondkalender ist im Handel verbreitet und beschreibt die Halbmonats-Logik der Lochreihen, fachlich präziser ist Steckkalender oder griechisch Parapegma. Das Gerät bildet keine exakten Mondphasen bei den Tagen ab, sondern verbindet Tageszählung, Wochentage und Jahreszeiten in einem einzigen Wandobjekt.
Die obere Reliefzeile zeigt die sieben Planetengötter als personifizierte Wochentage, beginnend mit Saturn für den Samstag, gefolgt von Sol, Luna, Mars, Merkur, Jupiter und Venus. Die untere Reihe ist den vier Jahreszeitengenien vorbehalten. Wer die thronende Göttin in der Mitte tatsächlich darstellt, ist in der Forschung umstritten: Sabine Faust identifiziert sie wegen der Inschrift ARS auf dem Schild als Minerva in ihrer Funktion als Göttin der Technik und Künste, während das Rheinische Landesmuseum Trier sie als Stadtgöttin Treveris liest, Schutzherrin Triers und seines Kunsthandwerks. Beide Deutungen lassen sich aus dem Befund stützen, eine endgültige Festlegung gibt die Quellenlage nicht her.
Wie funktioniert das Stecksystem?
Links und rechts der Bildfelder verlaufen je 15 Stecklöcher entlang der Seitenkanten (Mondphasen !?). Ein Stift wandert Tag für Tag durch die Reihe und markiert das aktuelle Datum innerhalb des Monats. Die Aufteilung in zwei Hälften zu je 15 Tagen entspricht der römischen Vorstellung von zunehmendem und abnehmendem Monat. Eine separate Lochreihe unter den Wochengöttern dient der Markierung des aktuellen Wochentags.
Wie verbreiten sich die Wochengötter im römischen Reich?
Die siebentägige Planetenwoche stammt aus dem hellenistischen Ägypten und setzt sich im römischen Imperium ab dem 3. Jahrhundert n. Chr. flächendeckend durch. Cassius Dio beschreibt in Historia Romana 37,18–19, wie die Zuordnung der Götter zu den Tagen über das Tetrachord-Prinzip und die Planetenstunden zustande kommt. Die deutschen Wochentagsnamen Dienstag bis Freitag gehen über germanische Götterentsprechungen direkt auf diese römisch-ägyptische Reihe zurück.
- Original: Keramik, gebrannt in einer Trierer Töpferei der Spätantike.
- Maße des Originals (Inv. EV 1983,35, RLM Trier): H. 17 cm, Br. 22,4 cm.
- Bekannte Trierer Exemplare: 1 vollständige Hohlform und mehrere Ausformungen aus dem Stadtgebiet.
- Schwesterstück: Parapegma vom Esquilin in Rom, 3. Jh. n. Chr., heute Museo Nazionale Romano.
Welche Wochentage gehören zu welchen Göttern?
| Lateinischer Tag |
Gottheit und Symbol |
Domäne in der römischen Religion |
Heutiger Wochentag (DE) |
Spur im Romanischen (FR/IT) |
| dies Saturni |
Saturn, Sichel |
Aussaat, Goldenes Zeitalter |
Samstag |
samedi / sabato |
| dies Solis |
Sol, Strahlenkrone |
Sonne, ab 321 n. Chr. staatlicher Ruhetag |
Sonntag |
dimanche / domenica |
| dies Lunae |
Luna, Mondsichel |
Mond, Nachtsphäre |
Montag |
lundi / lunedì |
| dies Martis |
Mars, Helm |
Krieg, Heeressegen |
Dienstag |
mardi / martedì |
| dies Mercurii |
Merkur, Flügelhut |
Handel, Boten, Reisende |
Mittwoch |
mercredi / mercoledì |
| dies Iovis |
Jupiter, Bart und Blitzbündel |
Staat, Eid, höchste Autorität |
Donnerstag |
jeudi / giovedì |
| dies Veneris |
Venus, Apfel und Diadem |
Liebe, Fruchtbarkeit, Schönheit |
Freitag |
vendredi / venerdì |
Der Steckkalender im Geschichtsunterricht: Alltag im Imperium begreifbar machen
Beim Aufhängen des Replikats fällt sofort auf, wie kompakt das Trierer Vorbild gearbeitet ist. Die Reliefs sind klar lesbar, die Stecklöcher sitzen sauber in zwei Reihen, die antike Patina lässt die Götterbüsten plastisch wirken. Das Stück eignet sich besonders für haptische Phasen, in denen Schüler die römische Zeitrechnung selbst durchspielen.
Einsatz: Sek I, Klasse 6 bis 9 | Dauer: Einzelstunde oder Stationenlernen | Thema: Alltag im Imperium und Romanisierung am Limes
- Schüler markieren mit dem Stift den aktuellen Wochentag und Monatstag und vergleichen die römische Zählung mit der heutigen.
- Anhand der sieben Wochengötter wird die Verbindung zwischen Mythologie, Astronomie und Alltagspraxis herausgearbeitet.
- Die Jahreszeitenpersonifikationen lassen sich mit landwirtschaftlichen Festen wie Saturnalien oder Vinalia verknüpfen.
Welche Unterrichtsidee passt zu welcher Klasse?
- Bei einer Projektwoche zu Augusta Treverorum dient der Kalender als regionaler Anker für die Romanisierung im Trevererland.
- In der Freiarbeit lässt sich anhand der Stecklöcher das römische Halbmonatsdenken zwischen zunehmendem und abnehmendem Monat selbständig erschließen.
- Für die Oberstufe öffnet die Frage nach der mittleren Göttin (Minerva oder Treveris) eine Quellenkritik-Übung zu archäologischer Deutung.
Häufige Fragen zum römischen Mondkalender mit Göttern
Worin unterscheidet sich ein römischer Steckkalender von den Fasti?
Die Fasti waren öffentliche Jahreskalender auf Stein- oder Marmortafeln, etwa die Fasti Praenestini aus dem 1. Jahrhundert n. Chr., und verzeichneten Festtage, Rechtssprechungstage und religiöse Termine. Der Steckkalender ist dagegen ein privates Wandgerät, das mit einem Stift den aktuellen Tag, Wochentag und die Jahreszeit markiert. Beide Kalenderformen ergänzen sich und stehen für die starke Durchstrukturierung des römischen Alltags.
Wie hänge ich den Mondkalender mit Göttern richtig auf?
Die rückseitige Aufhängung trägt das Replikat mit 0,41 kg an einem stabilen Wandnagel oder einer Schraube. Geeignet ist eine Augenhöhe in trockenen Räumen ohne starkes Sonnenlicht, weil die rot-braune Patina sonst nachdunkeln kann. Die mitgelieferten Steckstifte werden Tag für Tag eine Position weitergesetzt, der Wochentag bleibt sieben Tage in seiner Position.
Woran erkenne ich eine fachlich saubere Replik des Trierer Steckkalenders?
Eine seriöse Replik nennt das Vorbild im Rheinischen Landesmuseum Trier, gibt die Datierung mit 3.–4. Jahrhundert n. Chr. an und stellt alle sieben Wochengötter in der korrekten Reihenfolge Saturn, Sol, Luna, Mars, Merkur, Jupiter, Venus dar. Stutzig machen sollten Beschreibungen, die zwölf statt sieben Götter zeigen oder die das Stück fälschlich nach Pompeji oder ins 1. Jahrhundert datieren.
Welche Wochentage gehören zu welchen Göttern im römischen Kalender?
Saturn steht für den Samstag, Sol für den Sonntag, Luna für den Montag, Mars für den Dienstag, Merkur für den Mittwoch, Jupiter für den Donnerstag und Venus für den Freitag. Diese Reihenfolge geht über die Planetenstunden auf das ägyptische Astronomiesystem zurück. Cassius Dio erläutert die Logik im 37. Buch seiner Historia Romana.
Eignet sich der Mondkalender mit Göttern als Geschenk für Schulen oder Museen?
Schulen nutzen das Stück gern für Stationenlernen rund um den römischen Alltag, Museen für museumspädagogische Programme. Das Format von 20 × 15 cm bleibt griffig genug für Schülerhände und sichtbar genug für eine Klassenwand. Der Bezug auf Rechnung ist im Römer Shop für Schulen, Museen und Behörden möglich.
Was zeigt die thronende Göttin in der Mitte des Kalenders?
Sie schreibt das Wort ARS, also Kunst, auf einen runden Schild. Sabine Faust identifiziert sie als Minerva in ihrer Funktion als Göttin der Technik und Künste. Das Rheinische Landesmuseum Trier deutet sie dagegen als Stadtgöttin Treveris, Schutzherrin Triers und seines Kunsthandwerks. Die Forschungsdebatte ist offen.
Externe Quellen und Literatur zum Trierer Steckkalender
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Wikipedia: Parapegma – Überblicksartikel zum antiken Steckkalender mit Belegen zur griechisch-babylonischen Vorgeschichte.
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Archäologische Datenbank: museum-digital RLM Trier, Inv. EV 1983,35 – Detailbeschreibung des Trierer Steckkalenders mit Maßen und Bildprogramm.
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Binsfeld, Wolfgang (1973): Römische Steckkalender in Trier. In: Kurtrierisches Jahrbuch 13. Übersicht in: Funde und Ausgrabungen im Bezirk Trier – Grundlagenaufsatz zur Typologie der Trierer Steckkalender.
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Kuhnen, Hans-Peter (Hrsg.) (1996): Religio Romana. Wege zu den Göttern im antiken Trier. Schriftenreihe des Rheinischen Landesmuseums Trier 12, ISBN 3-923319-34-7. Ausstellungskatalog mit Beitrag zum Steckkalender Nr. 54 von Lothar Schwinden.
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Antike Primärquelle: Cassius Dio, Historia Romana 37,18–19. Englische Übersetzung mit Edition auf LacusCurtius.
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Aktualisiert am: 26.04.2026