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Glas ? Meisterwerk der antiken Ingenieurskunst

Wenn man an die römische oder griechische Antike denkt, fallen vielen Leuten viele Dinge ein ? Glas gehört oftmals nicht dazu. Das ist aber grundsätzlich falsch. Bereits die Römer und sogar schon deren Vorväter waren in der Lage, Glas herzustellen und zu nutzen. Hiervon zeugen nicht nur archäologische Funde und schriftliche Quellen, sondern auch seit der Antike ununterbrochene Handwerkstraditionen. Das berühmte Muranoglas beispielsweise, das schon den alten Römern bekannt war, wird heute noch in den Brennöfen Venedigs hergestellt. Wie genau unsere Ahnen auf die Idee kamen, Sand und andere Bestandteile einzuschmelzen und daraus das durchsichtige Glas zu gewinnen ist unbekannt, dennoch lässt sich sagen, dass sie in dieser Kunst eine hohe Meisterschaft erlangten, die über Jahrhunderte hinweg seines gleichen suchte. Selbst heutzutage sind die angewandten Verfahren immer noch grundsätzlich die gleichen. Das zeugt nicht nur von Einfallsreichtum und Geschick, sondern auch für dauernde Qualität.
Dennoch ging die Kunst der Herstellung von Glas in der Zeit nach dem Untergang des römischen Imperiums etwas verloren. Nur noch sehr wenige Handwerksmeister waren in der Lage, diesen alten Werkstoff herzustellen und wussten um die Geheimnisse der Formung und Haltbarmachung von Glaswaren. Besonders im frühen Mittelalter starb dieses Können beinahe vollends aus. Erst wesentlich später gelang es findigen Mönchen, diese alte Kunst wiederzubeleben. Nichtsdestoweniger handelte es sich bei Glas in diesen Zeiten um ein sehr rares Luxusprodukt. War es in der Antike noch relativ erschwinglich, wurde es im Mittelalter zu einer Ware, die beinahe ausschließlich der heiligen Mutter Kirche vorbehalten blieb. Noch heute zeugen die prächtigen Fenster der Kathedralen und Dome von dieser Entwicklung.

Kork ? Damals wie heute unverzichtbar

Die Rinde der Korkeiche hat besondere Eigenschaften. Das wissen wir nicht nur heute, das wussten auch schon unsere Vorfahren. Wann genau unsere Ahnen begonnen, Kork zum Verschließen von Gefäßen zu nutzen ist unbekannt, dennoch können wir mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit sagen, dass sie es taten. Allerdings exisitieren währen dder Antike zwei große Konkurrenten. Einmal Kork und einmal Öl. Auch wenn man es sich heutzutage nur schwer vorstellen kann, so nutzten die alten Römer und die alten Griechen tatsächlich Öl zum Verschließen von Gefäßen. Hierzu füllte man das Gefäß bis beinahe zum Rand mit der gewünschten Flüssigkeit, beispielsweise Wein, und gab im Anschluss daran einen guten Schuss Öl dazu. Dieses fungierte, ebenso wie ein Korken aus Kork, als eine Art Pfropfen der das Gefäß vor eindringender Luft verschloss. Natürlich hat dieser flüssige Korken ziemlich viele Nachteile. So konnte er sehr einfach auslaufen, konnte den Inhalt des Gefäßes kontaminieren und war nicht sonderlich witterungsbeständig. Es ist also nicht verwunderlich, dass die Menschen der Antike sehr schnell auf die Idee kamen, eine bessere Alternative zu suchen. Und voilà die Korkeiche hatte ihren Platz in der Geschichte gefunden.
Darum wurde diesem Baum bereits vor tausenden von Jahren eine ganz besondere Stellung verehrt. Zwar blieb Kork während der gesamten Antike eher ein Luxusprodukt, nichtsdestominder aber traf man es doch immer wieder auch in der Mittel- und der Unterschicht an.

Ein Muss für alle Reenactor!

Wer sich gerne auf Zeitreisen in die Antike oder das Mittelalter begibt, sollte dafür auch vollstänsig und darüber hinaus authentisch ausgestattet sein. Hierzu zählen aber nicht nur Kleidung, Zierrat und Lagerstätten, sondern auch banal scheinende Dinge wie Gefäße und Geschirr. Also darf auch Glas nicht fehlen. Die alten Römer wussten bereits ganz genau, warum sie Glas vielen anderen Produkten vorzogen. Glas ist geschmacks- und geruchsneutral und nimmt selbst bei langer Befüllung niemals den Geschmack oder den Duft der eingefüllten Stoffe an. Somit nutzte man Glasgefäße nicht nur zur Aufbewahrung von Weinen, Medikamenten, Salben und erlesenen Früchten, sondern zu einem großen Teil auch zur Aufbewahrung von Parfüm, Duftwassern und ätherischen Ölen. Wer also für eine Zeit lang so leben will, wie ein römischer Patrizier, der sollte auf befüllte Glaswaren nicht verzichten! Hierdurch wird das Lagerleben nicht nur authentisch, sondern man auch stets etwas zu erzählen und vor allem aber vorzuzeigen. Ein weiterer Vorteil von Glas ist nämlich die Tatsache, dass es durchsichtig ist. Somit kann jeder den Inhalt erkennen und es ergeben sich nicht selten Gespräche über denselben. Das war vor 2000 Jahren so und ist es auch noch heute.

Nicht zögern, sondern zuschlagen!

Wie bereits erwähnt, vergessen viele Reenactor und viele LARP-Enthusiasten oftmals, dass auch Glas eine entscheidende Rolle im antiken Alltag spielte ? darum sollte man sich, für eine 100%ige Immersion auch mit diesem Werkstoff eindecken. Dasselbe gilt darüber hinaus für Kork. Ebenso können Lehrer und Dozenten ihre Schüler damit begeistern, Repliken antiker Glasgefäße als Anschauungsmaterial bereitzustellen. Viele Schüler wissen oftmals nicht, dass die alten Römer bereits über Glaswaren verfügten und sind davon begeistert zu erfahren, dass nicht alles Ton und Terra Sigilatta war.
Alles in allem also sollte niemand vor einem Kauf der zurückschrecken, der wirklich an der Geschichte interessiert ist und sein Lagerleben so authentisch wie nur irgend möglich gestalten will. Darum nicht hadern, sondern kaufen! Verstauen auch Sie ihre Öle und Duftwässer wie ein alter Römer der besseren Schichten und besorgen Sie sich eines dieser sorgfältig und authentisch gearbeiteten Glasgefäße mit passendem Korken ? oder schnitzen Sie sich Ihren Korken selbst aus der Rinde der Korkeiche! Erlaubt ist was gefällt.

Kork & Glasflaschen

Auf diesen Seiten unter der Kategorie Rohstoffe und Nützliches finden Sie im Römershop unter anderem verschiedene Korken und geölte Holzkorken. Denn schon in der frühen Antike kannten die Assyrer, Ägypter und Griechen den Korken, den sie unter anderem als Verschluss für ihre Amphoren verwendeten. Meist waren jedoch Stöpsel aus Terrakotta-Ton üblich, welche in der Antike mit einem Bindfaden befestigt wurden und mit Lack, Ton oder Pech abgedichtet wurden. Der römische Autor Cato der Ältere (234-149 v. Chr.) schreibt jedoch auch, dass die Weinkrüge nach der Gärung mit Kork und Pech verschlossen werden müssen. Die Römer kannten also schon im 2. Jhd. v. Chr. diese Art, Flaschen zu verschließen.

Mit dem Untergang des Römischen Reiches geriet dies wohl aber in Vergessenheit; zumal die Iberische Halbinsel als Hauptquelle der Korkrinde im 8. Jahrhundert von den Mauren erobert wurde. Noch bis ins späte Mittelalter wurden übrigens Gefäße hauptsächlich mit Holzstöpseln, Pech oder Wachs abgedichtet. Wie heute lustiger Weise wieder ?in?, wurden mit der Entwicklung von Glasflaschen zuerst auch Glasstöpsel verwendet. Anfang des 17. Jhd. wurde schließlich der Korken wiederentdeckt! Auch der Mönch Dom Pérignon (1638-1715) ? für Liebhaber eines guten Tröpfchens sicherlich ein Begriff ? hat mit Korkverschlüssen experimentiert. Die Korken hatten auf Grund verschiedener Flaschenhalsgrößen anfangs eine konische Form und wurden auch zwecks leichterer Entfernung nur halb versenkt ? schließlich gab es noch keine Korkenzieher! Erst mit dieser Erfindung erhielten die Korkenverschlüsse für Flaschen eine zylindrische Form und wurden vollends in den Flaschenhals geschoben. Ab Mitte des 17. Jhd. setzte sich der Korken als meistgebrauchte Verschlussart für Flaschen durch und führte zu einem rasanten Boom der Korkindustrie ? inzwischen aufgrund der mangelnden Korkeichen wieder rückläufig ?

Römische Glasflaschen schmücken die Tafel

Eine wunderbar schöne blaue Glasflasche finden Sie zum Beispiel auch auf diesen Seiten des Römer Shop unter der Kategorie Rohstoffe und Nützliches. Diese Art von formschöner Flasche wurde von den Römern zum Füllen kleinerer Gefäße genutzt. Durch die schmale Öffnung lässt sich die Menge genau dosieren. Rustikaler kommt da die römische Transportflasche nach einem Fund aus dem 1. Bis 3. Jhd. n. Chr. daher; macht sich aber auch sehr hübsch auf jeder antiken Tafel und natürlich auch auf dem Abendbrottisch. Diese Art von Flasche diente den Römern in der Antike zum Transport von Wein und Öl in mittleren Mengen. In großen Mengen wurden die flüssigen Güter in Amphoren transportiert. Die formschöne, rustikale Flasche ist rund 15 Zentimeter hoch und aus blau-grün schimmerndem Glas. Originalfunde gibt es in vielen deutschen Museen; etwa in Köln oder Trier. Lassen Sie sich von den römischen Flaschen und Korken betören! Es sind wahre Schönheiten und echte Unikate darunter ? aber sehen Sie selbst!