Rom die ewige Stadt

Rom die ewige Stadt

Der Nabel für die Römer: Die Stadt Rom

Die Stadt Rom liegt im Zentrum Italiens am Tiber, unweit des Tyrrhenischen Meeres gelegen und ist durchschnittlich drei Meter über dem Meeresspiegel situiert. Im Osten Roms befinden sich die Abruzzen, im Nordosten die Sabiner Berge und im Süden die Albaner Berge. Rom liegt in der so genannten Tiberebene, in der die Flüsse Tiber und Aniene kurz vor der Stadt zusammen fließen. Die Stadt liegt auf 41,53 Grad nördlicher Breite und 12,29 Grad östlicher Länge.

Das Klima der antiken Hauptstadt

Mediterran ist das Klima der Hauptstadt der Römer. Die Jahresdurchschnittstemperatur liegt bei 15,4 Grad Celsius und die jährliche Niederschlagsmenge beträgt im Mittelwert 756 Millimeter. Die wärmsten Monate im Jahr sind Juni bis August mit einer Durchschnittstemperatur zwischen 21 bis 23,8 Grad Celsius. Die trockensten Monate sind Juni und Juli mit im Durchschnitt 19 bis 21 Millimeter Niederschlag. Die größten Niederschläge gibt es im Herbst und Winter mit 74 bis 104 Millimeter im Mittel. Der kälteste Monat ist Januar. Dann erreichen die Temperaturen im Durchschnitt etwa acht Grad Celsius.

Gründung des antiken Roms – ein Mordfall!

Der Sage nach wurde die antike Stadt Rom am 21. April 753 v. Chr. von Romulus gegründet. Romulus brachte später seinen Zwillingsbruder Remus um. Der Gründungssage nach waren die Zwillinge die Kinder von Mars und der Vestalin Rhea Silvia. In der Sage heißt es, die beiden Jungen seien auf dem Tiber ausgesetzt und von einer Wölfin gesäugt worden. Der Hirten Faustulus habe sie am Velabrum unterhalb des Palatins gefunden, zu sich genommen und aufgezogen. Das Gründungsdatum Roms ist der Beginn der Zeitskala für den römischen Kalender. Lateinisch ab urbe condita, abgekürzt a. u. c. – zu Deutsch „von der Gründung der Stadt (Rom) an“. Ausgrabungen auf dem Palatin brachten sogar Siedlungsreste aus der Zeit um 1.000 vor Christus zutage!

Rom: Königszeit und Republik

Historiker vermuten, dass die Zusammenfassung einzelner römischer Siedlungen zu einem städtisch ähnelnden Gemeinwesen sich tatsächlich um das legendäre Gründungsdatum der Stadt Rom, um den 21. April 753 v. Chr. ereignet haben könnte. Zu Beginn seiner Geschichte war die antike Stadt Rom ein Königreich. Als erster Etruskerkönig wird Tarquinius Priscus (616 bis 578 v. Chr.) genannt. Nach der Vertreibung des letzten etruskischen Königs Tarquinius Superbus wurde Rom zu einer Republik. Angeblich war jedoch die Vertreibung des letzten etruskischen Königs im Jahr 509 v. Chr. und die Republik ist erst um das Jahr 475 v. Chr. belegt. In der Folgezeit lieferten sich die Stände der rechtlosen, wenn auch freien, Plebejer und die adeligen Patrizier scharfe Kämpfe in der römischen Stadt. An die Stadt Rom wurden die umliegenden Gebiete angegliedert. Die sprichwörtlichen sieben Hügel Roms sind ragen heraus als Palatin, Aventin, Kapitol, Quirinal, Viminal, Esquilin und Caelius (auch Caelian(us) genant).

Expansion Roms

In 390 v. Chr. kam eine Invasion der Gallier über die Stadt Rom. Dennoch expandierte die Stadt weiter. Zum Schutz vor Übergriffen errichteten die Römer die Servianische Mauer. In 312 v. Chr. erbauten die Römer das erste Aquädukt zur Wasserversorgung der Stadt und auch die Via Appia, die heute noch beeindruckt, entstand in dieser Zeit. Zur Expansion der antiken Stadt Rom trugen auch die Punischen Kriege (264-146 v. Chr.) wesentlich bei.

Rom platzt aus dem Forum

In heftige Bürgerkriege unter den Bewohnern der Stadt Rom mündete die Ermordung der Brüder Tiberius Gracchus und Gaius Sempronius Gracchus. Die beiden hatten versucht, tiefgreifende Landreformen durchzusetzen. Als Diktator setzte Gaius Iulius Caesar schließlich eine Reihe von Reformen hinsichtlich der Stadt Rom durch. Doch auch er wurde 44 v. Chr. ermordet. Zu diesem Zeitpunkt hatte das antike römische Forum Romanum bereits eine solche Bebauungsdichte erreicht, dass die Ausweitung des Areals unabdingbar wurde. Iulius Caesar hatte deshalb bereits mit dem Bau des Forum Iulium begonnen.

Rom unter den Kaisern

Schon im 1. Jhd. v. Chr. war Rom bereits eine Millionenstadt mit vielem, was man auch heute in modernen Städten erwartet! Geographisch und politisch war die Stadt Rom das Zentrum des Reiches – und würde es bleiben. Rom hatte inzwischen ein gut funktionierendes Frisch- und Abwassersystem, ein bestens ausgebautes Straßennetz und funktionierende Bevölkerungsschutzeinheiten (Vigiles), die als Feuerwehr mit Polizeibefugnissen die Stadt überwachten und beschützten. Besonders erfolgreich verlief der Ausbau der römischen Hauptstadt unter Caesars Erbe, Kaiser Augustus. Kurzfristig zurück geworfen wurden diese Fortschritte im Ausbau der Stadt Rom allerdings im Jahr 64 durch einen großen Brand unter der Herrschaft des Kaisers Nero. Doch unter der Herrschaft der Flavischen Dynastie (69 bis 96 n. Chr.) begannen erneut umfangreiche und sehr ehrgeizige Bautätigkeiten, deren Zeugen wir noch heute sein können.

Höhepunkt der Römer: Kolosseum und Thermen für Rom

Zu den neuen Bauwerken, die während der Flavischen Dynastie entstanden, gehören berühmte römische Baudenkmäler, wie das Kolosseum oder die Kaiserforen. Das Trajans-Forum, das letzte dieser Foren auf dem Forum Romanum, wurde zu Beginn des 2. Jhd. unter Kaiser Trajan fertiggebaut. Dies war der Höhepunkt der Zivilisation Roms. Luxuriöse Thermen wie die von Caracalla und Diokletian, die sogar über Bibliotheken oder große Gartenanlagen und Sporthallen verfügten, waren zu dieser Zeit ein fester Bestandteil des römischen Lebens geworden. Die Kaiser waren nun von einem Gigantismus besessen, der sie immer größere Bauwerke errichten ließ. So entstand etwa die Maxentiusbasilika. Doch zugleich begann sich auch der Niedergang des Kaiserreiches bereits abzuzeichnen.

Rom zur Spätantike und Niedergang der römischen Hauptstadt

Zu Beginn der Spätantike erreichte Rom seine größte Bevölkerungszahl, verlor jedoch gleichzeitig auch politische Bedeutung. Im 5. und 6. Jhd. folgten Katastrophen, die das Ende der antiken Herrlichkeit Roms besiegelten. Die Stadt wurde geplündert! Und auch die im 3. Jhd. erbaute Aurelianische Mauer konnte die antike Stadt während der Völkerwanderung im Jahr 410 nicht vor den Westgoten, 455 vor den Vandalen und schließlich 472 vor den Plünderungen durch die Burgunder schützen. Doch trotz sinkender Einwohnerzahlen bestand das antike Leben in Rom fort.

Rom unter fremden Händen

Auch unter ostgotischer Herrschaft wurden die Bauwerke der Stadt Rom instand gehalten. Um 530 lebten noch immerhin etwa 100.000 Menschen in Rom. Zivilisatorische Katastrophe war dann schließlich der Gotenkrieg mit der endgültigen Zerstörung fast aller römischen Wasserleitungen durch Witichis im Jahr 537. Auch die Senatorenschicht, die das antike römische Erbe bewahrt hatte, wurde ausgelöscht. Mehrjährige oströmisch-gotische Belagerungskämpfe legten die Stadt Rom und das städtische Leben in der einstigen Millionenstadt schließlich gänzlich lahm.

Rom entging nur knapp der vollständigen Zerstörung

Das letzte spätantike Bauwerk Roms ist die im Jahr 608 errichtete, 13,60 Meter hohe, marmorne Phokassäule auf dem ehemilgen, antiken Mittelpunkt der Stadt, dem Forum Romanum. Vom alten Glanz des Forums und der Ewigen Stadt war jedoch zu diesem Zeitpunkt nicht mehr viel übrig. Die Stadt war nur knapp einer vollständigen Zerstörung entgangen. Rom gehörte zwar formell seit 554 wieder zum Oströmischen Reich, die Ordnungsfunktionen wurden jedoch während der Völkerwanderung zunehmend vom Papsttum ausgeübt. Zwischen dem 8. und 11. Jhd. folgten weitere Belagerungen, Angriffe und Plünderungen durch Langobarden, Sarazenen und Normannen, so dass sich das Stadtgebiet der antiken Stadt Rom kaum mehr über die Ufer des Tiber hinaus erstreckte.

Rom: Der Mythos der „Ewigen Stadt“ lebt weiter

Schon zur römischen Kaiserzeit gab es Begriff der „Ewigen Stadt“ im Zusammenhang mit der römischen Hauptstadt Rom. Der römische Dichter Vergil (70 bis 19 v. Chr.) schrieb nach Vorbild Homers die Aeneis, eine Erzählung der Vorgeschichte und Bedeutung Roms. Dieses Buch wurde zu einem Lehrbuch an römischen Schulen und gilt als das Nationalepos der Römer. Der Gott Jupiter prophezeit in diesem Werk die Ewigkeit Roms, dem keine räumlichen oder zeitlichen Grenzen gesetzt seien. Der Offizier und Geschichtsschreiber Marcellinus (um 333 bis nach 391) begründet ebenfalls in seiner Lebensanalogie die Ewigkeit Roms damit, dass virtus (Kraft, Tugend) und fortuna (Glück) bei der Gründung einen Bund ewigen Friedens geschlossen haben, welcher garantiere, dass Rom, solange Menschen leben, bestehen bleibe. Auch der Jurist und hohe Beamte Aurelius Prudentius Clemens (348 bis nach 405) verglich die Idee der Ewigen Stadt mit der Philosophie des christlichen Roms. Laut Prudentius, habe Rom die Menge der Völker geeint und mit seinem Frieden den Christen den Weg bereitet. Jedoch setzt er hinzu: Rom sei nicht seiner Kraft beraubt oder gealtert, sondern könne immer noch zu den Waffen greifen, wenn Kriege riefen.