Römischer Kalender

Gab es einen römischen Kalender ?

Römer führten Kalender
 
Sie markierten sogar Tage mit unterschiedlichen Farben. Weiß stand für Glückstage oder wurde zum Eintragen von Geburtstagen von Familienmitgliedern oder Freunden benutzt. Schwarze Tage“ waren dies atri, an denen Unglück geschehen war.
 
Der römische Kalender bestand aus mehreren lokalen Kalendern, die sich nach dem Mond richteten. Die Herkunft der Kalenderformen ist zwar nicht sicher geklärt, jedoch zeigt Form, Stil und Länge der Schaltmonate deutlich etruskisch-latinische Merkmale.
Zeitgenössische Kalendertexte aus der Gründungszeit Roms sind nicht erhalten. Der älteste Nachweis eines Kalenders ist mit den Fasti Antiates maiores erst ab dem Jahr 173 v. Chr. belegt. Vermutlich führten die Etrusker zunächst regionale Mondkalender mit einem 354-tägigen Jahr ein, die von den Römern später auf 355 Tage erweitert wurden.
 
Die früheste zeitgenössische Erwähnung ist unter Konsul Marcus Fulvius Nobilior um 189 v. Chr. belegt. Nobilior gab an, dass der römische Kalender mit dem romuleischen Jahr zunächst nur zehn Monate beinhaltete. Marcus Terentius Varro (um 116 v. Chr.) stützte sich auf die „zehnmonatige Überlieferung“, wobei er den Monatsnamen Ianuarius auf den Gott Ianus zurückführte. Dagegen steht die Aussage vom Tribun Gaius Licinius Macer (um 73 v. Chr.), der berichtet, dass der römische Kalender von jeher zwölf Monate umfasste. Es bleibt unsicher, ob es die „zehn Monate“ in der ältesten Form des römischen Kalenders gegeben hat und welchen Zeitraum sie umfassten.
 
Kenntnis über die genaue Länge eines Sonnenjahres ist für die Frühzeit des römischen Reiches bis heute nicht belegt. Vor diesem Hintergrund können sich die „zehn Monate“ auch auf zehn Zeitabschnitte eines Naturjahres bezogen haben. Ob im weiteren Verlauf eine Einführung eines auf zwölf Monate erweiterten Kalenders stattfand oder die bereits verwendeten zwölf Monate anders verteilt wurden, bleibt daher ebenso unklar.
 
Der nach Julius Caesar benannte julianische Kalender löste 45 v. Chr. den römischen Kalender ab. Aus dem römischen Kalender leiten sich die religiösen Festtage Kalenden, Nonen, Iden und Terminalien her. Auch in vielen anderen Kulturen ist die Frühlingsgleiche der Jahresbeginn, beispielsweise das Pessach-Fest des jüdischen Kalenders. Das Osterdatum bezieht sich ebenso auf die Frühlingsgleiche beziehungsweise der Stellung des Mondes dazu.
 
Interessant! Viele unserer heutigen Monatsnamen leiten sich vom römischen Kalender her:
 
Januar / Ianuarius: ianua war die Schwelle zum neuen Jahr. Der doppelköpfige Gott Janus blickte zugleich ins alte und ins neue Jahr.
Februar / Februarius: bedeutet „sühnen/reinigen“. Es ist der Reinigungsmonat im kultischen Sinne; auch zur Vorbereitung der neuen Saat.
März / Martius: Zu Ehren des Kriegsgottes Mars.
April / Aprilis: Umstritten. Möglicherweise von Aphrodite hergeleitet oder von aperire (öffnen): die Natur „öffnet sich“.
Mai / Maius: wahrscheinlich nach der Göttin Maia, die für Wachstum und Vermehrung steht; also der „Wachstumsmonat“
Juni / Junius: zur Ehren der Juno so benannt – Geburt und Fruchtbarkeit.
Juli / Julius: ursprünglich „Quinctilis“ – der sechste Monat; seit 44. V. Chr. nach Julius Caesar benannt.
August / Augustus: ursprünglich „Sextilis“, der sechste Monat; im Jahr 8 v. Chr. zu Ehren des Augustus umbenannt.
September: ursprünglich „septimus“; der siebter Monat
Oktober: von octo/octavus; achter Monat
November: von novem/nonus; neunter Monat
Dezember: von decem/decimus; zehnter Monat