Römische Bibliotheken

Gab es im alten Rom öffentlicheBibliotheken ?

Bereits im 4. Jhd. n. Chr. gab es in Rom nicht weniger als 28 öffentliche Bibliotheken!

Römische Bibliothek
 
Eine eindrucksvolle Zahl, die jedoch nichts über die Benutzung der Räumlichkeiten aussagt. Die Bibliotheken wandten sich nämlich damals nicht an eine breite, literarisch interessierte Öffentlichkeit. Diese gab es schlicht nicht, obschon des hohen Alphabetisierungsgrades. Bibliotheken waren in der Antike in erster Linie aufwendig gebaute, architektonisch wertvolle „Kulturtempel“, die in erster Linie der Repräsentation ihrer Erbauer dienten. – Die erste geplante Bibliothek in Rom hatte Caesar angeordnet. Durch seine Ermordung kam das Bauwerk nicht zustande. Sein Gefolgsmann Asinius Pollio setzte den Plan kurz nach 39. v. Chr. in die Tat um.
Eine Reihe weiterer Kaiser nahm diese kulturpolitische Maßnahme zum Vorbild.
 
Benutzer der öffentlichen Bibliotheken waren vor allem Gelehrte, Literaten und Studierende. Hoch frequentiert dürften die Bibliotheken kaum gewesen sein, zumal es sich um Präsenz-Bibliotheken handelte; die Bücher also nicht ausgeliehen wurden. Die Buchrollen waren in verschlossenen Schränken untergebracht, die in einem mit Büsten von Denkern und Dichtern verziertem Lesesaal standen. Man ließ sich die gewünschte Literatur von den Bediensteten der Bibliothek bringen.
 
Wie sich die Benutzung einer Bibliothek mit dem in der Antike üblichen, lauten Lesen vertrug, ist eine ungeklärte Frage. Wahrscheinlich ging es in den öffentlichen Bibliotheken weit heiterer und geräuschvoller zu als in unseren heutigen Lesesälen.